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Schweden zehnmal anders - oder wie immer?

Publicerat onsdag 25 januari 2006 kl 10.04

Kleider machen ja bekanntlich Leute und wann wäre ein besserer Zeitpunkt, sich dieser Erkenntnis eingehender zu widmen, als im Designjahr? Das Nationalmuseum in Stockholm zeigt nun zehn Kleidungsstücke, die typisch schwedische Erscheinungen darstellen sollen. Doch was ist eigentlich typisch schwedisch und verbirgt sich hinter diesen zehn Begriffen eine gemeinsame Identität?

Zehn Schaufensterpuppen drapiert mit zehn Ideen, passend dazu heisst die Ausstellung „Schweden in zehn Gestalten“. Dem Besucher der Ausstellung erscheinen die Kleidungsstücke aufgebaut auf einem Podest, angestrahlt in einem ansonsten dunklen Raum.

Am einen Rand des Podests schwebt geradezu ein weisses, dünnes Gewand mit lieblicher Stickerei – das ist das schwedische Sommerlicht. Am anderen Rand ahnt man in dunklem Licht das Gegenstück: Die Winterdunkelheit. Eine grauschwarze Robe in filzähnlichem, schwerem Stoff, die Ärmel hängen fast bis zum Boden. Winter – das ist eine Last.

Keine Kleidung von der Stange

Zwischen diesen beiden Polen tummeln sich die anderen schwedischen Erscheinungen: Natur, Wasser, Nordlicht, Gleichberechtigung, Fürsorge, Innovation und Funktion. Für diese Phänomene die passende Bekleidung zu finden, war nicht immer einfach, erzählt Designerin Hjördis Augustsdottir:

„Bei manchen fällt einem sofort etwas ein, beim Nordlicht zu Beispiel: Gefärbter, leuchtender Stoff, der lebendig wirkt.“

Anders war das schon bei dem Kleid zum Phänomen „Lagom“. Lagom ist das schwedische Wort dafür, wenn alles genau richtig ist, nicht zuviel und nicht zuwenig.

„Lagom war schwer. Es hat nichts, was einem direkt Freude macht oder einen inspiriert. Das ist einfach nur da. Das Kleid darf nicht zu kurz sein, aber auch nicht zu lang. Nicht zu sexy, aber auch nicht zu schlicht. Recht schnell habe ich mich dann für die Hervorhebung des Rückgrats entschieden, denn da sitzt dieses lagom, sagen wir Schweden. Lagom ist immer sowohl als auch.“

Denkanstoss nicht nur für Schweden

Das Gesamtkunstwerk „Schweden in zehn Gestalten“ entstand ursprünglich für eine Ausstellung des Schwedischen Instituts in Rom vor zwei Jahren. Damals war die Ausstellung noch gedacht als Aushängeschild für Schweden. Als Erklärungshilfe für Menschen, die Schweden gerade erst kennen lernen. In Stockholm bedeutet die Ausstellung etwas ganz anderes, erklärt Kuratorin Ingrid Giertz:

„Hier stellt die Ausstellung eher in Frage. Sind wir wirklich so? Und hoffentlich nehmen sich alle Besucher diese Frage zu Herzen und denken über sie nach. Bedeutet uns die Natur wirklich soviel? Wie wichtig ist uns das Wasser oder wie stark beeinflussen uns die Jahreszeiten tatsächlich? Sind das wirklich wir und stehen wir hinter all dem? Oder ist es am Ende etwas ganz anderes, was in der Ausstellung gar nicht vorkommt?“

Mehr Fragen als Antworten

Die Kuratorin stellt sich also selbst höchst fragend zu ihrer Ausstellung. Vorgefertigte Antworten gibt es nicht. Die Kleider sollen zum Nachdenken anregen, zum Befremden oder zum Identifizieren mit den schwedischen Phänomenen. Die zehn Gestalten sind nur mögliche Interpretationen von dem, was – vielleicht – als typisch schwedisch gilt. Eine Ausstellung jedenfalls weit weg vom Dalapferdchen, dem Elch und dem Troll.

Liv Heidbüchel

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