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Junge Muslime: die neuen Antisemiten

Publicerat onsdag 30 november 2005 kl 15.13

Lange verband man Antisemitismus in Schweden mit Rechtsradikalen. Inzwischen werden Juden in wachsendem Masse von muslimischen Einwanderern bedroht. Lehrer und Mitglieder der jüdische Gemeinde bezeugen: etliche junge Muslime in den Vororten machen aus ihrem Judenhass keinen Hehl.

Dass Drohungen und Gewalt gegen Juden zugenommen haben, belegen aktuelle Statistiken der Geheimpolizei Säpo schwarz auf weiss. Vielfach ungewohnt ist in der schwedischen Öffentlichkeit allerdings noch der Gedanke, dass es sich bei den militanten Judenhassern eben nicht um Neonazis, sondern um Araber und Muslime handelt. Das Phänomen, vor dem auch die hiesigen Medien lange die Augen verschlossen haben, ist für viele Juden jedoch bedrückende Realität. So für den Lehrer Peter David.

“Wir hatten eine ganz normale Englisch-Stunde“, erzählt er. „Ein arabisches Mädchen fragte mich freundlich, ob ich Jude sei, und ich bejahte das, ebenso freundlich. Da war sie plötzlich wie ausgewechselt. Sie zog Grimassen, schlug auf den Tisch, dann sprang sie auf und spuckte mir ins Gesicht.“ Eine Reihe von jüdischen Lehrern fühlten sich im Klassenzimmer wie beim Spiessrutenlauf, heisst es in einem aktuellen Bericht des Schwedischen Komitees gegen Antisemitismus. „Wenn es im Fach Religion um das Judentum geht, dann weigern sich muslimische Schüler oft, am Unterricht teilzunehmen. Es gibt sogar Schüler, die Prüfungen zu diesem Thema einfach fernbleiben“, berichtet Peter David.

In den vergangenen Jahren haben Gesellschaftswissenschaftler in ganz Europa auf solche neuen Formen des Antisemitismus aufmerksam gemacht. Der Judenhass vieler hier lebender Araber und Muslime erwachse vielfach aus der Situation in ihren Heimatländern, heisst es in einem Bericht des Komitees gegen Antisemitismus. Nun treibt dieser Hass auf Juden seine Blüten hier in Schweden. Das bestätigt Klas Bergenstrand, Chef der Geheimpolizei Säpo.

“Wir sehen durchaus, was da im Gange ist“, meint Klas Bergenstrand. Die Zahl der angezeigten Verbrechen sei aber nach wie vor gering. Einen ganz genauen Überblick dürfte allerdings selbst Bergenstrand nicht haben. Was antisemitische Drohungen anbelangt, führt die Säpo bisher nämlich nur über rechtsextremistisch motivierte Taten genau Buch. Für Angriffe von muslimischer Seite gibt es bei keine gesonderte Sparte. Jedenfalls bislang nicht. Das könnte sich nach den jüngsten Meldungen über Drohungen und Gewalt mit muslimischem Vorzeichen ändern.


Mehmet Kaplan, Pressesprecher des Schwedischen Muslimischen Rates, will die Situation nicht dramatisieren. Die Vorurteile junger Muslime gegenüber Juden hätten vor allem mit der Situation in den Vororten zu tun, meint er.
“Wir leben in ghettoisierten Vororten, wo Muslime kaum andere Leute treffen, erst recht nicht Juden“, so Kaplan. Es müsse einfach mehr Begegnungen geben – dann könne man die Probleme auch lösen.

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