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Gesundheitssystem: Ausländer oft benachteiligt

Publicerat onsdag 30 november 2005 kl 16.20

Medizinische Behandlung für Ausländer ohne Aufenthaltsgenehmigung ist in Schweden keine Selbstverständlichkeit. Zwar gewähren die schwedischen Behörden den Kindern illegaler Flüchtlinge eine kostenlose Versorgung. Für die Eltern gilt dies aber nicht. Doch ob und wie ein erwachsener illegaler Flüchtling in Schweden behandelt wird, hängt vor allem vom jeweiligen Arzt ab, den er aufsucht.

Der Asylantrag der Bosnierin Petra war längst abgelehnt worden, als die 23-jährige schwer krank wurde. Eine Operation in einem schwedischen Krankenhaus war unausweichlich. Da sie keine gültige Sozialversicherung vorzuweisen hatte, erhielt Petra Wochen später vom Krankenhaus eine saftige Zahlungsaufforderung:

„2.800 Euro sind unglaublich viel Geld für mich. Ich bin ganz verzweifelt. Ich weiss nicht, was ich machen soll.“

Kostenfrage ungeklärt 

Mit Hilfe einer Flüchtlingsorganisation konnte die junge Bosnierin wenigstens einen Bruchteil der Rechnung begleichen. Doch aufgrund ihrer ausstehenden Schulden beim schwedischen Gesundheitssystem droht der Frau ohne gültige Aufenthaltsgenehmigung bald die Abschiebung in ihr Herkunftsland. Dabei hätte sich ihr Fall ganz anders entwickeln können. Denn nicht jedes Krankenhaus erwartet von illegal in Schweden lebenden Ausländern, dass sie selbst für die Kosten der Behandlung aufkommen. Das zeigt das Beispiel der Diakonie Ersta in Stockholm. Thorbjörn Larsson ist Leiter der Diakonie:

„Wenn eine schwangere Frau zu uns kommt, die bereits in den Wehen liegt, wollen wir natürlich helfen. Genauso ist das etwa mit akuten Diabetespatienten. Das gesamte Personal fühlt sich zur Hilfe verpflichtet. Wir wollen niemanden mit eventuellen Horrorrechnungen schocken.“

Entscheidung liegt bei den Regionalverwaltungen 

Doch längst nicht jeder Arzt lässt sich vom hyppokratischen Eid leiten, wenn der Patient ein Ausländer ohne Aufenthaltsgenehmigung ist. Hintergrund sind die Bestimmungen der einzelnen Provinzialregierungen. Danach kann jede Regionalverwaltung selbst entscheiden, ob sie in akuten Fällen die Behandlungskosten übernimmt oder nicht. Eine Regelung, die in der Praxis allerdings kaum funktioniert. Denn, dass ein Betroffener seine Kosten selbst tragen kann, ist mehr als unwahrscheinlich, argumentiert etwa Lennart Schilling von der Provinzialverwaltung in Östergötland:

„Wir wissen doch, dass wir in der Regel auf unseren Kosten sitzen bleiben. Da ist es sinnvoller, gleich auf das Schreiben der Rechnungen zu verzichten.“

Entsprechend meldete sich auch die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ zu Wort. Illegal in Schweden lebenden Ausländern müsse der kostenlose Zugang zum Gesundheitswesen garantiert werden, sagte ein Sprecher. Ansonsten mache sich der Staat mitschuldig an den Folgen einer Nicht-Behandlung.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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