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Tsunami-Katastrophe: Kommission übt herbe Kritik an Regierung

Publicerat torsdag 1 december 2005 kl 13.52

Nun ist es amtlich: Nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien am Zweiten Weihnachtsfeiertag vergangenes Jahr gab die schwedische Regierung in Sachen Tatkraft ein klägliches Bild ab. Der Untersuchungsbericht der extra einberufenen Katastrophenkommission attestiert Ministerpräsident Persson und seinen Ministern grobe Mängel beim Umgang mit der Katastrophe. Zwar hatte es schon vorher Kritik gehagelt, doch nun steht Göran Persson als Hauptverantwortlicher ganz offiziell am Pranger. 

Das mit Abstand grösste Problem sei das Nicht-Vorhandensein einer funktionierenden Krisenleitung in der Regierungskanzlei gewesen, schreibt die Kommission. Der Vorsitzende Johan Hirschfeldt ist in seiner Wortwahl nicht gerade zimperlich:

„Ministerpräsident Persson war zum Zeitpunkt der Katastrophe bereits acht Jahre im Amt. Die Krisenbereitschaft der Regierungskanzlei ist während dieser Zeit immer wieder erörtert worden. Die derzeitige Organisation ist also als Ergebnis einer aktiven Stellungnahme zu deuten. Die Hauptverantwortung für das Versagen der Regierungskanzlei trägt nach Ansicht der Kommission Ministerpräsident Göran Persson.“

Alle waren schneller

Zu langsam sei die Regierung in die Gänge gekommen, das Ausmass der Katastrophe habe man zu spät erkannt. Erst eineinhalb Tage nachdem die Flutwellen über weite Teile südostasiatischer Strände hereingebrochen waren, trat Ministerpräsident Persson überhaupt an die Öffentlichkeit. Zu diesem Zeitpunkt berichtete die Presse längst direkt aus den Krisengebieten, Augenzeugen beschrieben den ungeheuerlichen Umfang der Naturkatastrophe. Reiseveranstalter flogen die ersten Überlebenden nach Hause nach Schweden. Schon am Tag Eins nach dem Tsunami war klar: Unter den Toten werden auch Schweden sein.

Unklarheit über Botschafter-Fax

Zudem hatte der Botschafter in Bangkok bereits am frühen Morgen des 26. Dezember das Aussenministerium über die Katastrophe informiert. Diese Nachrichten scheinen jedoch im stockenden Informationsfluss zwischen den teilweise überforderten Beamten versickert zu sein. Dies jedenfalls warf Ministerpräsident Persson später dem Aussenministerium vor. Auch die Kommission kritisiert Aussenministerin Laila Freivalds. Sie trage innerhalb ihres Ministeriums die Verantwortung für das Chaos.

Fahrlässiger Umgang mit kostbarer Zeit

Bis sich die Verantwortlichen in der Regierungskanzlei gesammelt und die dringend benötigte Hilfe organisiert hatten, sei wertvolle Zeit verstrichen, kritisiert Johan Hirschfeldt von der Katastrophenkommission:

„Die Sanitätseinsätze kamen erst ernsthaft in Gang, als die Not nicht mehr so gross war. Das Katastrophenschutzamt war anfangs unterbesetzt. Der vom Staat organisierte Heimtransport der Reisenden verlief langsam und unzureichend, der Krankentransport war sogar ungeeignet.“

Auch naturwissenschaftliche Grundkenntnisse suche man bei Schwedens Regierung vergeblich, hält Johan Hirschfeldt lakonisch fest. Was ein Tsunami ist und welche Kraft die Wellen eines Seebebens entwickeln, das konnte sich in der Regierungskanzlei wohl niemand vorstellen. Die Flutwellenkatastrophe forderte mehr als 150.000 Todesopfer, darunter 543 Schweden.

Krisenstab gefordert

Die Kommission macht neben Persson und Freivalds noch weitere Minister und Chefs in der Regierungskanzlei für mangelnde Führungsstärke und verspätete Einsätze verantwortlich. Sie schlägt nun die Einrichtung eines Krisenstabs vor.

Liv Heidbüchel

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