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EU will umstrittene Bekämpfungsmittel zulassen

Publicerat tisdag 21 februari 2006 kl 15.58

Was wiegt schwerer – die Gesundheit der Verbraucher oder der Firmenprofit? In der Europäischen Union ist diese Frage derzeit höchst aktuell. Stein des Anstosses sind acht gefährliche Ungeziefer- und Unkraut- Bekämpfungsmittel. Auf den Druck der Hersteller hin will die EU-Kommission diese Mittel zulassen – und ruft damit den Protest Schwedens und der anderen skandinavischen Länder auf den Plan.

Ganz besonders entzündet hat sich die Debatte an vier Pilzbekämpfungsmitteln, die im Labortest der Gesundheit von Versuchstieren abträglich waren. Peter Bergkvist von der Staatlichen Schwedischen Chemikalieninspektion analysiert Bekämpfungsmittel im EU-Raum. Er ist empört:
“Die vier genannten Mittel beeinflussen den Hormonspiegel. Auch von Seiten der Hersteller gesteht man Risiken zu. Eine Zulassung halten wir für absolut inakzeptabel.“

Die umstrittenen Stoffe werden genutzt, um unter anderem Raps, Wein und verschiedene Gemüse vor Pilzbefall zu schützen. Bei jungen Ratten haben sie irreparable Schäden ausgelöst. „Die Versuche belegen eindeutig schwere Störungen der Fortpflanzungsfähigkeit. Diese Effekte sind auch für Menschen relevant“, sagt Bergkvist. „Einige der Substanzen bewirken, dass männliche Tiere femininer werden, zum Beispiel entwickeln sie keine normalen Geschlechtsorgane.“

All dies ist in der Europäischen Union wohl bekannt –und war Gegenstand eines unmissverständlichen Schreibens, das die EU-Kommission im vergangenen August an die Herstellerfirmen richtete. Darin hiess es, mit Hinblick auf die hormonverändernden Stoffe hätten die Bekämpfungsmittel in der EU keine Chance, sie würden sogleich verboten werden.
Doch das ist inzwischen Schnee von gestern. Auf wundersame Weise hat die Kommission eine Kehrtwendung um 180 Grad vollzogen. Peter Bergkvist meint zu wissen warum:

„Die betroffenen Unternehmen haben die Kommission mächtig unter Druck gesetzt. Und nun also hat sie klein beigegeben und stattdessen einen Kompromiss vorgeschlagen. Man windet sich in Formulierungen und spricht nun von einer begrenzten Anwendung der umstrittenen Mittel. Aber ein für allemal muss gesagt werden, diese Mittel bergen enorme Risiken, sie haben auf dem Markt nichts zu suchen.“

Die Chemieunternehmen sehen das anders. Besonders aktiv beim Flächenbormbardement mit Briefen und Emails war die japanische Firma Sumitomo. So gab sie in einem der Schreiben an die Kommission ihrer Verwunderung Ausdruck: Da habe man nun grosse Investitionen in Europa getätigt, hiess es, und gleichsam als Dank verbiete die EU den Verkaufsschlager des Unternehmens.

Im EU-Regelwerk sind keine Anweisungen enthalten, gefährliche Bekämpfungsmittel gegen weniger gefährliche auszutauschen. Gleichwohl war dies bisher wichtigstes Ziel bei der Bestandsaufnahme der im  Umlauf befindlichen Mittel. Doch in jüngster Zeit hat sich laut Peter Bergkvist der Wind gedreht:

“In den vergangenen Jahren haben wir bemerkt, dass die Kommission immer sensibler auf Proteste von Firmen reagiert hat. Fragen wie die Gesundheit der Verbraucher und Umweltrisiken sind nicht so wichtig, man hört lieber auf die Argumente der Unternehmen.“

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