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Mit Tourismus gegen Arbeitslosigkeit

Publicerat torsdag 23 februari 2006 kl 16.54

Bei einer Arbeitslosigkeit von 6,3 Prozent sucht die Politik fieberhaft und in allen Richtungen nach neuen Jobs. Rund eine Milliarde Euro extra will die Regierung ab diesem Jahr investieren und hat die 4-Prozent-Marke dabei schon fest im Blick. Eine attraktive Branche für künftige Investitionen könnte der Tourismus sein. Denn das vergangene Jahr war ein Rekordjahr. Zwar sind die Schweden selbst insgesamt weniger verreist, doch die Besserverdienenden haben diesen Rückgang wieder wettgemacht und für Hochkonjunktur bei den Hotels gesorgt. Die schwedische Touristikbranche ist sich einig: Bei besserer Vermarktung könnten hier zehntausende Jobs entstehen.  

45 Millionen Übernachtungen. Das ist die stolze Bilanz der Hotelbranche vom vergangenen Jahr. Allein die Deutschen bezahlten für zwei Millionen davon. In den vergangenen 15 Jahren ist der ausländische Tourismus um ganze 80 Prozent gewachsen. Und das ist gut, sagt Thomas Brühl, Geschäftsführer des Schwedischen Fremdenverkehrsamts:

„Aber was wir auch brauchen ist eine bessere, eine hohe Qualität, aggressiveres Marketing und mehr Flugverbindungen nach Schweden.“

Das liegt nicht zuletzt an einem neuen deutschen Touristentyp, der Schweden inzwischen für sich entdeckt hat. Thomas Brühl vom Fremdenverkehrsamt:

„Das sind die 50 Plus und die interessieren sich für „City-Break“, das heißt, man fährt zum Beispiel kurz nach Stockholm, man isst gut, wohnt im Hotel und guckt sich viel Kultur an, zum Beispiel die Vasa. Diese Touristen haben ganz gut Geld, und die brauchen Qualität.“

Mehr Komfort, mehr Service

Ohne Direktverbindung und annehmbaren Shuttle vom Flughafen in die Stadt läuft für diese Touristen nichts. Durch die verschiedenen Billigfluglinien hat sich das Problem in den vergangenen Jahren gelöst. Doch noch ein Punkt ist wichtig, wenn man sich besser auf die deutschen Touristen einstellen möchte, meint Thomas Brühl, und das ist die deutsche Sprache. Nur die älteren Schweden sprechen ganz gut Deutsch, die jüngeren dagegen können oft nur Englisch. Mittlerweile hat auch die schwedische Touristikbranche erkannt, dass Deutschkenntnisse ein Wettbewerbsvorteil sind.

Zurzeit sorgt der Tourismus für 130.000 saisonbedingte Jobs. Weitere 40.000 könnten es innerhalb der kommenden fünf bis zehn Jahre werden, zeigen Hochrechnungen der Touristikbranche. Voraussetzung dafür ist, dass man stärker auf ausländische Touristen eingeht, meint Ossian Stiernstrand, Chefökonom des Forschungsunternehmens für Touristik. Zum Beispiel durch die vermehrte Einstellung von Einwanderern:

„Eine wichtige Zutat der Ferien ist das Essen. Wenn man unterwegs ist, möchte man gut essen. Und dann möchte man vielleicht verschiedene Küchen ausprobieren. Guckt man sich die Entwicklung im schwedischen Restaurantgewerbe über die vergangenen 15 Jahre an, ist die Auswahl an Küchen verschiedener Länder förmlich explodiert. Wenn man den entsprechenden kulturellen Hintergrund für eine exotische Küche mitbringt, hat man in den Restaurants natürlich große Chancen.“

Endlich mehr als nur Köttbullar

Mehr kulturelle Vielfalt und weniger Nationalkost wie Köttbullar also dank Einwanderern. Eine Nische auf dem Arbeitsmarkt, die noch nicht hinreichend genutzt wurde, meint Ossian Stiernstrand von der Tourismusforschung. Ähnlich schwer wie Einwanderer haben es auf dem schwedischen Arbeitsmarkt die gut 70.000 arbeitslosen Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Auch sie sind nach Meinung von Chefökonom Ossian Stiernstrand wie geschaffen für die Touristikbranche:

„Mit guter Laune und Sinn für Service kommt man weit. Man braucht weder eine langjährige Ausbildung noch Berufserfahrung. Dazu kommt, dass alles, was mit Tourismus zu tun hat, junge Menschen anspricht. Sie sind neugierig aufs Leben und die Welt, und in dem Gewerbe darf man ein kleines bisschen am globalen Tourismus teilhaben.“

Nun ist der öffentliche Sektor gefragt

Großer Vorteil des Touristikgewerbes ist seine Reichweite: Wohnen, Essen, Einkaufen und Transport – all diese Bereiche deckt der Tourismus ab. Dazu ist das Gewerbe personalintensiver als viele andere. Die Touristikbranche fordert nun auf Basis der gesteigerten Touristenzahlen mehr Investitionen von staatlicher Seite. Ossian Stiernstrand:

„Wenn man sich die Entwicklung von Reisezielen auf internationaler Ebene ansieht, sind die Erfolge dort am größten, wo öffentlicher und privater Sektor eng zusammenarbeiten. Oftmals schafft der öffentliche Sektor die finanziellen Grundlagen, während sich die Unternehmen um die tatsächliche Umsetzung der gesteckten Ziele kümmern. Da führt der Dialog zu guter Zusammenarbeit.“

Pluspunkt Mehrwertsteuer

Ein Vorbild auch für Schweden? Die Touristik-Branche führt ein millionenschweres Argument für die Investition von Steuergeldern an: die Mehrwertsteuer. Sie liegt in Schweden immerhin bei 25 Prozent. Während ein in Schweden produziertes Auto beim Verlassen des Landes keine Mehrwertsteuer in die Staatskasse spült, geben die Touristen das Geld im Land aus.

Jährlich konsumieren allein die ausländischen Touristen für rund fünf Milliarden Euro, 700 Millionen davon sind Mehrwertsteuer. Eine ansehnliche Summe, zu der die Politik wohl nicht nein sagen kann.

Liv Heidbüchel

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