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"Verrichtungscontainer" empören Schweden

Publicerat onsdag 8 mars 2006 kl 16.02

Die Fussball-WM in Deutschland wirft ihre Schatten voraus - nicht nur in sportlicher Hinsicht. Die Debatte um Sonder-Bordelle am Rande der Weltmeisterschaft wird längst über Deutschlands Grenzen hinaus geführt - angefacht vor allem von Schweden.

An diesem Mittwoch griff das Europaparlament die Frage auf. Inger Segelström vertritt dort Schwedens Sozialdemokraten:

”Nach unseren Informationen sollen an die 30.- bis 40.000 Frauen und Kinder nach Deutschland importiert werden und dort in so genannten Verrichtungscontainern die Männer bedienen, die kommen, um sich die Spiele anzusehen. Für mich klingt das völlig absurd”, so Inger Segelström. Auch ihrer Kollegin Maria Carlshamre von der schwedischen Feministischen Initiative fehlt für die deutschen Pläne jegliches Verständnis: „Es ergibt sich ein groteskes Bild. Da werden riesige Plätze zur Verfügung gestellt mit allem, was man so braucht für dieses Gewerbe, ganz offen. Und man holt Prostituierte aus Osteuropa ins Land. Das ist Trafficking, Menschenhandel, das ist kriminell.”

Der Kauf von Sex ist in Schweden seit 1999 generell verboten; wer eine Prostituierte aufsucht, kann dafür im Gefängnis landen. Und nicht nur im eigenen Land fährt man einen strengen Kurs. Bei der Bekämpfung von Traficking, also des Menschenhandels zum Zweck der Zwangsprostitution, gilt Schweden weltweit als einer der aktivsten Staaten. So riefen denn auch die geplanten Verrichtungen am Rande der Fussball-WM hier zu Lande rasch die Kritiker auf den Plan. Schwedische Politiker stiessen die Diskussion auf mehreren internationalen Ebenen an. So geisselte Gleichberechtigungs-Minister Jens Orback die deutschen Pläne kürzlich in seiner Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen, und Justizminister Thomas Bodström griff die Frage mit seinen EU-Kollegen auf.

Innerhalb der Europäischen Union gehen die Meinungen zum Thema Prostitution freilich weit auseinander - der deutsche Bordellbau und die schwedische Empörung darüber sind sozusagen die beiden Gegenpole. Ein weit verbreiteter Standpunkt unter ihren europäischen Parlamentarierkollegen sei die Einteilung in „gute”, sprich freiwillige, und „böse”, also Zwangsprostitution, sagt Maria Carlshamre von der schwedischen Initiative. „Wenn es sich nicht um so ein schlimmes Thema handeln würde, könnte man darüber beinahe lachen”, findet sie. „Soll man die Guten mit irgendwelchen Gütesiegeln versehen, mit Tattoos oder wie stellt man sich das vor?” Eine solche Unterscheidung habe mit der Realität nichts zu tun.
Anne Rentzsch

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