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Schweden protestiert gegen Schutzzölle

Publicerat torsdag 9 mars 2006 kl 11.02

Von April an werden Schuhe in Schweden erheblich teurer werden. Ursache sind die neuen Schutzzölle, die die Europäische Union auf Schuhe aus China und Vietnam erheben will. In Schweden, wo man das Prinzip des Freihandels hoch hält, stossen diese Pläne auf massive Kritik.

Zu den bislang noch glücklichen Schuhkäufern gehört Johanna Laurin. Sie hat gerade ein paar hochwertige Stiefel erstanden: „Ich hab sie bei Rizzo hier in Stockholm gefunden und so an die 2500 Kronen dafür bezahlt.“ 2500 Kronen, das sind umgerechnet 260 Euro. Einen Monat später dürfte das gleiche Modell wohl kaum mehr unter 300 Euro kosten. Der Grund: ein erbitterter Konflikt zwischen der Europäischen Union auf der einen und China und Vietnam auf der anderen Seite.

Laut dem EU-Handelskommissar Peter Mandelsohn werden die asiatischen Schuhhersteller auf unzulässige Weise staatlich subventioniert, um billige Schuhe an Europa verkaufen zu können. Die EU müsse sich gegen derartige Wettbewerbsverzerrung wehren, ergo: Zölle erheben. Und das nicht zu knapp. Um bis zu vierzig Prozent könnten die Preise für Schuhe anziehen, munkelt man in der Branche.

Dem offiziellen Argument des Handelskommissars wird aber nicht EU-weit Glauben geschenkt. In Wirklichkeit, so sehen es Kritiker, hätten europäische Schuhhersteller wie Spanien und Italien schlicht Angst vor der asiatischen Konkurrenz und dem Verschwinden einheimischer Jobs. Ihre Lobbyarbeit habe nun in den EU-Institutionen Erfolge gezeitigt.

In Schweden hält man traditionell wenig von Handelshindernissen. Die geplanten Zölle sind der falsche Weg, darin sind sich hiesige Politiker von links bis rechts einig. Wirtschaftsminister Thomas Östros sieht den Vorschlag als weiteren Fingerzeig für ein zunehmend protektionistisches Europa. “Der Druck von den alten Industrien und von Seiten der protektionistischen Länder ist so stark, dass man ständig den einfachsten Weg geht, und das finde ich erschreckend“, so Östros.

Laut Carl B. Hamilton von den Liberalen ist die Ursache des Streits mit den asiatischen Ländern vor allem in der Innenpolitik der europäischen Schuhhersteller-Länder zu sehen. „Die Politiker wollen Handlungskraft demonstrieren und fordern Schutzzölle. Sie wissen aber sehr genau: einziger Effekt wird ein Preisanstieg sein.“ Arbeitsplätze, so der liberale Politiker, würden auf diese Weise kaum gerettet.

Anne Rentzsch

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