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Botschafter für besseres Schweden-Image

Publicerat torsdag 9 mars 2006 kl 16.57

Vom Karikaturenstreit in Mitleidenschaft gezogen, bangt Schweden um sein Ansehen in der arabischen Welt. Um nun die Wogen zu glätten, entsendet Aussenministerin Laila Freivalds drei junge muslimische Botschafter nach Ägypten und Jordanien. Das vorrangige Ziel der PR-Tour: Darüber informieren, wie Muslime in Schweden wirklich leben – nämlich keineswegs unterdrückt, wie im Konflikt um die Mohammed-Zeichnungen offenbar viele arabische Länder missverstanden haben. Gleichzeitig liesse sich mit einem besseren Schweden-Bild auch Boykotten gegen schwedische Produkte vorbeugen. 

Bei der Reise handele es sich keineswegs um eine Charmeoffensive, beeilte sich Aussenministerin Freivalds festzustellen. Vielmehr müsse dem starken Bedürfnis nach Erfahrungsaustausch nachgegeben werden. Dieses Bedürfnis dürfte vor allem von schwedischer Seite aus bestehen. Kommende Woche nun reisen drei schwedische Muslime zu ihren Glaubensbrüdern nach Jordanien und Ägypten, um ein nuancierteres Bild vom muslimischen Leben in Schweden zu vermitteln.

Zu den Botschaftern gehört auch die 24-jährige Hanin Shakrah. Sie arbeitet normalerweise in einem Jugendprojekt der Entwicklungshilfeorganisation Sida in Malmö.

„Meine Freunde fragen mich schon die ganze Zeit: Wie erleben uns die Muslime? Warum sind die so wütend? Ich werde versuchen, in beide Richtungen zu erklären, warum sich die jeweils andere Seite bedroht fühlt.“

Reisen im Dienste der Demokratie

Gemeinsam mit einem Islamologen und einer Journalistin soll Hanin Shakrah vor allem Studenten und Intellektuelle treffen, tausende Zuhörer werden in den Hörsälen der Universitäten erwartet. Hanin Shakrah will dabei auch vermitteln, dass sie in Schweden ein viel freieres Leben führt als es ihr in Jordanien möglich wäre. So steht die Reise also nicht zuletzt im Dienste der Demokratie.

Gleichzeitig ist die 24-jährige Botschafterin auch davon überzeugt, dass Schweden gut daran täte, mit seinem Bild vom Islam aufzuräumen. Seit Jahren schon würde sich Europa von den Muslimen bedroht fühlen und dies schlage sich entsprechend in der Rhetorik nieder.

„Ich finde, dass die Meinungsfreiheit in der Debatte um die Karikaturen dazu benutzt wurde, hässlich über Muslime zu sprechen und zum Beispiel alle Muslime mit Selbstmordattentätern in Verbindung zu setzen. Es ist kein Zufall, dass die Debatte auch in Schweden weiterlebt, selbst wenn die Karikaturen ursprünglich von der dänischen Jyllands-Posten kamen.“

Meinungsausstausch oder Wirtschaftsinteressen?

Das Pochen auf Pressefreiheit sei lediglich ein Zeichen dafür, dass sich Schweden der Diskussion verweigere, meint die junge Botschafterin. Dabei hatte keine einzige schwedische Zeitung die umstrittenen Zeichnungen überhaupt abgedruckt. Mit der Stimmungsmache zu Gunsten Schwedens könnte sich noch ein weiterer unausgesprochener Wunsch des Aussenministseriums erfüllen, nämlich Boykotte wie gegen den dänisch-schwedischen Meierei-Konzern Arla künftig zu verhindern.

Dänemarks Ministerpräsident Rasmussen hatte sich erst auf die arabischen Regierungs- und Staatschefs zu bewegt, als Millionenverluste durch den Boykott dänischer Produkte sichtbar wurden. Schweden zieht nun nach. Dabei sei Schweden keineswegs mit Dänemark zu verwechseln, hatte Aussenministerin Freivalds noch zu Beginn des Karikaturenstreits betont. Angesichts der geplanten PR-Reise klingt diese Beteuerung hohl.

Liv Heidbüchel

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