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Skeptische Reaktionen auf Milosevic’ Tod

Publicerat måndag 13 mars 2006 kl 16.17
Slobodan Milosevic

Der Tod des früheren jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic könnte nach Ansicht führender Politiker in Schweden ein Rückschlag für das UN-Kriegsverbrechertribunal sein. Umso mehr gelte es jetzt, den Demokratisierungsprozess auf dem Balkan fortzusetzen und die begangenen Kriegsverbrechen aufzuklären.

Schwedens ehemaliger Ministerpräsidenten und UN-Sonderbotschafter in Jugoslawien, Carl Bildt, sieht durch den Tod von Slobodan Milosevic grosse Probleme auf Europa zukommen:

„Für das Kriegsverbrechertribunal ist das eine Tragödie. Das gesamte Unrecht kann nicht aufgearbeitet werden. Der Versöhnungsprozess wird ins Stocken geraten.“

”Demokratisierungsprozess unterstützen” 

Für Schweden spielt die jüngste Geschichte auf dem Balkan eine bedeutende Rolle. Während des Bürgerkriegs im damaligen Jugoslawien hatte Schweden nach Deutschland die meisten Flüchtlinge aus der Region aufgenommen. Seitdem engagiert sich das Land politisch und militärisch in den ehemaligen jugoslawischen Republiken. Einen Beitrag zur Demokratisierung der Region habe auch der UN-Kriegsverbrecherprozess gegen Sloboban Milosevic geleistet, meint Aussenministerin Laila Freivalds. Nun gelte es umso mehr, den Weg Ex-Jugoslawiens in die EU aktiv zu begleiten:

„Wir müssen nun unbedingt zeigen, welche positiven Auswirkungen der Prozess auf den Balkan hatte. Dabei müssen wir auch die Erinnerung an historische Ereignisse wie das Massaker von Srebrenica wach halten. Hinter uns liegt also eine dunkle Vergangenheit, aber gleichzeitig geschieht jetzt viel Positives.“

”Immerhin 85 abgeschlossene Fälle” 

Doch dies wird nicht einfach sein. Zwar gilt die Todesursache von Milosevic als zweifelsfrei diagnostiziert – laut Obduktion ein gewöhnlicher Herzinfarkt. Dennoch ist sein Tod Anlass für Verschwörungstheorien in Serbien, befürchten zahlreiche Beobachter. Doch selbst dies werde die Arbeit des UN-Kriegsverbrechertribunals nicht nachhaltig schädigen, glaubt zumindest der schwedische Völkerrechtsexperte Ove Bring:

„Es ist doch imponierend, dass das Tribunal immerhin 85 Fälle abgeschlossen werden hat. Zwei Angeklagte wurden wegen Völkermordes verurteilt. Die meisten der 85 Angeklagten sind wegen unterschiedlich schwerer Kriegsverbrechen verurteilt worden. Bislang gab es solche Urteile zum jugoslawischen Bürgerkrieg nicht.“

Was bleibt, sind viele offene Fragen. Selbst der vierjährige Prozess in Den Haag hat die 66 Kriegsverbrechen am Ende nicht aufklären können, für die Slobodan Milosevic angeklagt war.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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