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Antisemitismus-Bericht:

Jeder dritte Schwede hat Vorurteile gegenüber Juden

Publicerat tisdag 14 mars 2006 kl 15.25

Antisemitismus ist in Schweden weiter verbreitet als bisher angenommen. Das zeigt eine Studie des Beirats für Kriminalitätsverhütung und dem Forum für lebende Geschichte in Stockholm. Demnach haben fünf Prozent der Bevölkerung eine negative Haltung und deutliche Vorurteile gegenüber Juden. Ungefähr jeder dritte Schwede hat zumindest eine ambivalente Einstellung und teilweise Vorurteile. Dass Juden grossen Einfluss auf die Weltwirtschaft und die Medien haben, ist nur eins der Vorurteile mit langer Tradition.

Nahezu mythologische Bilder von jüdischer Macht und Einflussnahme bestimmen das antisemitische Denken – auch in Schweden. Derlei Vorurteile werden quasi vererbt, meint Helene Lööw, Direktorin des Forums für lebende Geschichte. Lööw ist Mitherausgeberin der Untersuchung, der ersten ihrer Art im Lande.

Befragt wurden rund 3000 Schweden im Alter von 16 bis 75 Jahren. Selbst unter den jungen Schweden hält sich hartnäckig die Einschätzung, Juden nähmen starken Einfluss auf Weltwirtschaft, Medien und Aussenpolitik. Doch ist, wer diese Aussagen für zutreffend hält, schon Antisemit?

„Ja“, meint Helene Lööw. „Man hat gegenüber Juden Vorurteile, wenn man von „den Juden“ spricht, also vom Kollektiv. Spricht man dagegen von Individuen oder kleineren Gruppen, ist man nicht unbedingt Antisemit.“

”Antisemitismus bagatellisiert”

Die klischeehaften Vorstellungen vom kapitalistischen Juden seien jedoch keineswegs spezifisch schwedisch, meint Helene Lööw, sondern global verbreitet. Dass eine gewisse antisemitische Haltung allerdings selbst in Schweden so gängig ist, verwundert auch Henrik Bachner, Doktor der Ideengeschichte und Mitverfasser des Berichts:

„Es ist seit langem ein Problem, dass Antisemitismus vielfach abgestritten oder bagatellisiert wird. Wirklich wahrnehmen will man Antisemitismus nur bei politisch extremen Randgruppen. Die Untersuchung nun zeigt, dass dem so nicht ist, sondern dass es sich vielmehr um volkstümliche Vorurteile handelt.“

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Muslime sind deutlich stärker negativ gegenüber Juden eingestellt als die übrige schwedische Bevölkerung. Ganze 40 Prozent der befragten Muslime waren offen antisemitisch. Auch unter den ethnischen Schweden reichen die Vorbehalte laut Untersuchung so weit, dass jeder vierte Befragte einen jüdischen Ministerpräsidenten ablehnen würde. Juden gehören demnach nicht zum gängigen Schweden-Bild, mutmassen die Verfasser. Gleichwohl lässt die Befragung keine Rückschlüsse darauf zu, ob die Schweden antisemitischer geworden sind oder nicht, schliesslich wurde noch nie zuvor eine derartige Umfrage durchgeführt.

Diskussion über Vergangenheit und Zukunft

Für Helene Lööw vom Forum für lebende Geschichte sind die Zahlen erschreckend genug. Sie hofft, dass ihr Bericht eine Veränderung in den Köpfen bewirkt:

„Ich wünsche mir, dass eine Diskussion über diese Fragen in Gang kommt. Das Thema gehört auf die Tagesordnung. Man muss anfangen, unser Erbe, die Vergangenheit zu diskutieren, aber auch die Zukunft, damit man dieses Bild ändern kann. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass es Generationen dauert, bis sich eine Mentalität verändert hat.“

Der Bericht liefert aber nicht nur ein düsteres Bild: Immerhin 60 Prozent der Befragten wiesen jegliche Form antisemitischer Vorurteile weit von sich.

Liv Heidbüchel

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