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Bodström: Kinderschutz ausweiten

Publicerat torsdag 16 mars 2006 kl 11.50

Kinder, die mit ansehen müssen, wie ihre Eltern sich schlagen, sollen nach schwedischem Recht als Verbrechensopfer gelten. Einen entsprechenden Gesetzesvorschlag unterbreitete heute (Donnerstag) Justizminister Thomas Bodström. Damit könnte Schweden einmal mehr Vorreiter in Sachen Kinderschutz werden.

Anlass für Bodströms Gesetzesinitiative ist ein Urteil des Obersten Gerichtshofs aus dem vergangenen Jahr. Damals hatten die Richter festgestellt, dass ein Kind keinen Anspruch auf Schmerzensgeld hat, wenn es Zeuge elterlicher Gewalt wird. In dem betreffenden Fall hatten mehrere Geschwister mit ansehen müssen, wie ihr Vater ihre Mutter schlug. Ein derartiges Urteil würde es nach einer Gesetzesänderung nicht mehr geben, meint Minister Bodström:

”Wir haben zunächst das Urteil des Obersten Gerichtshofs abgewartet. Wir finden, dass diese Kinder als Opfer zu bewerten sind und deswegen auch das Recht auf Schmerzensgeld haben sollten.”

Hohe Dunkelziffer 

Laut Schätzungen der Kinderschutzorganisation „Rädda Barnen“ erleben allein in Schweden jährlich bis zu 200.000 Kinder familiäre Gewalt. Die Dunkelziffer liegt sogar noch darüber. Die alte Psychologenweisheit, wonach geschlagene Kinder zu schlagenden Eltern werden, treffe ebenso auf diejenigen Kinder zu, die familiäre Gewalt lediglich passiv erleben, fürchtet Justizminister Bodström:

”In den meisten Fällen merkt man diesen Kindern zunächst nichts an. Erst wenn sich jemand ihrer annimmt, wird klar, dass sie eine enorme Verantwortung für das Verhalten in ihrer Familie spüren. Dieser Druck belastet sie ihr gesamtes Leben. Entweder sie identifizieren sich mit der geschlagenen Mutter oder mit dem schlagenden Vater. Beides ist natürlich sehr schädlich.”

Schaden für die Allgemeinheit 

Den Schaden trage am Ende nicht zuletzt die Gesellschaft davon, prophezeit Bodström. Deswegen gelte es, eine Rechtspraxis zu etablieren, die den Kinderschutz an die oberste Stelle setzt, argumentiert der Minister:

”Es ist dabei wichtig, dass diese Kinder nicht nur als Opfer betrachtet werden, sondern ebenso all jene Unterstützung erhalten, die auch anderen Opfern von Verbrechen zusteht.”

Unterstützung für seinen Vorschlag erhielt Bodström erwartungsgemäss von der Kinderschutzorganisation „Rädda Barnen“. Mit dem Gesetzesvorschlag unternehmen die in der Minderheit regierenden Sozialdemokraten den Versuch, sich im Wahljahr als kinderfreundlichste Partei Schwedens zu profilieren.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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