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Stille Skilegende Ingemar Stenmark

Publicerat onsdag 29 mars 2006 kl 11.37

Am 19. März 2006 wurde eine Skilegende 50 - Ingemar Stenmark. Schweden hielt den Atem an und manchmal wurde sogar der Schulunterricht unterbrochen, damit alle am Bildschirm mitverfolgen konnten, wie er elegant und kraftvoll die Pisten hinunter sauste. 86 Weltcup-Siege in den Jahren 1973 bis 1989! Dazu kommen vier Weltmeisterschaftstitel und drei Olympische Medaillen. Eine davon 1980 im Riesenslalom bei den Winterspielen in Lake Placid.

1980 in Lake Placid geraten nicht nur die Sportreporter des Schwedischen Rundfunks in nationale Euphorie. Inzwischen ist es üblich geworden, dass die Arbeit an Schulen, in Werkstätten und Büros ein paar Minuten aufhört, wenn Stenmark mal wieder einen wichtigen Lauf hat. Und diesmal ging es schliesslich um olympisches Gold. Da wurde auch dem überaus sportinteressierten König Carl 16. Gustaf vor Ort ganz anders: „Ich muss sagen, das war einer der spannendsten Augenblicke meines Lebens. Vor Spannung wurden mir die Knie ganz schwach.”

Ingemar Stenmark selbst kommentierte anschliessend in einem für seine Verhältnisse überaus wortreichen Interview, diesen zweiten Lauf des Wettkampfes:  „Das war schwer zu fahren. Am Anfang hab ich fast ein Tor geschnitten und wär um ein Haar gefallen. Eigentlich hab ich meinen Rhythmus überhaupt nicht gefunden. Ich hab nur gegen die Zeit gekämpft. Reine Willenskraft. Da am Start dacht ich: jetzt muss ich auf Teufel-komm-raus alles riskieren.”

Schüchtern und ordentlich 

Der Einsatz lohnte sich. Woran eigentlich auch kaum jemand gezweifelt hatte. Der schüchterne, ordentliche Ingemar aus dem Dorf Tärnaby im nordschwedischen Västerbotten war schon lange das schwedische Wintersport-Idol Nummer eins. Kinder und Jugendliche träumten davon, es ihm nach zu tun. Slalomskier wurden in den Siebzigerjahren zum beliebtesten Weihnachtsgeschenk. Im ganzen Land wurden Skilifte renoviert und neu gebaut. Der Skiort Åre und die Pisten um Stenmarks Heimatort Tärnaby wurden beliebte Wintersportorte.

Die gestrickten Mützen, die Stenmark bei Rennen und Interviews trug, wurden grosse Mode. Fröhliche Renntiere und andere kunterbunte Strickdekorationen schmückten die Kopfbedeckung der schwedischen Jugend. Mützen wie Stenmarks waren in jedem Warenhaus erhältlich und die Originalstrickanleitungen wurden über diverse Frauenzeitschriften verbreitet. 

All das war ein Teil der Stenmark-Hysterie.  

Seriensieger

Ingemar Stenmark gewann jeden dritten Wettbewerb, an dem er teilnahm. 1979/80 gewann er 14 Siege im Riesenslalom in Folge. In zwei von drei Rennen kam er aufs Treppchen. Seine Spezialität wurde, sich nach einer weniger guten Platzierung im ersten Lauf, beim zweiten Durchgang an die Spitze zu kämpfen. Wenn Stenmark lief, dann schauten 60 Prozent der Schweden ihm im Fernsehen dabei zu. Vormittags an gewöhnlichen Werktagen! Vor den Schaufenstern des Fernsehfachhandels bildeten sich bei solchen Gelegenheiten Trauben von Passanten, die angespannt Stenmarks Lauf und den Verlauf seiner Karriere verfolgten.

Schon als Vierjähriger hatte er unermüdlich Versuche auf den Bretteln gemacht. Als Siebenjähriger gewann er sein erstes Rennnen. Besonders wetteiferte er mit dem Nachbarsjungen im Dorf, Stig Strand. Nicht nur darum wer am schnellsten den Abhang hinunter kam, sondern auch, wer am längsten trainierte. Beide gelangten schon als Jugendliche in die schwedische Abfahrtslauf-Elite. Mit Ingemar mussten Schwedens Sportreporter sich an einen Star mit sprichwörtlicher Einsilbigkeit gewöhnen:

„Treibst du sonst noch Sport? Fussball oder so?
Aber du wanderst in den Bergen?
Du hast ja jetzt international den Durchbruch erlebt. Das weißt du?
Da musst du noch besser werden im nächten Jahr.
Was hat denn die Mannschaft in Italien gemacht?
Ski gelaufen.”

So schnell wie er auf Skiern war, ist er beim Reden nie geworden. Als er im Interview einmal die Gründe eines Sieges erklären sollte, brachte er nur in breitestem Dialekt ein abgehacktes „De’ ä’ bar’ å åk’” hervor. Ungefähr: man fährt da runter.

Aus diesem vielzitierten Spruch wurde sogar ein Song, den die Stars der Nationalmannschaft 1976 aufnahmen.

Feilen an Stil und Technik

„Jeder Dezimeter bedeutet eine zehntel Sekunde” heisst es da so schön im Text. Diese Einstellung war auch ein Teil von Stenmarks Erfolgen. Zu seinem Talent, beinhartem Training und einem eisernen Willen kam stetes Feilen an Stil und Technik. Ingmark Stenmark ist Perfektionist. Er überliess weder beim körperlichen noch beim mentalen Training etwas dem Zufall. Und in diesem Sinne ist er bis heute ein Vorbild für hoffnungsvolle Junioren und ihre Trainer geblieben. 

Der frühere Slalom-Star wohnt seit Mitte der Achtzigerjahre in Monaco und arbeitet hauptsächlich als Sprecher und Produktentwickler einer bekannten Skimarke.

Sybille Neveling

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