Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Ombudsmann fordert WM-Boykott

Publicerat måndag 3 april 2006 kl 09.47
Claes Borgström

Schweden macht seinem Ruf als Vorreiter in Sachen Frauenrechte einmal mehr alle Ehre: Jetzt fordert der Gleichberechtigungs-Ombudsman, Claes Borgström, sein Land solle die Fussball-WM in Deutschland boykottieren. Grund sei die zu erwartende Zwangsprostitution. Doch Schwedens Fußballverband lehnt einen Boykott ab und nennt die Forderung schlichtweg ”naiv”.

Das Gegenteil von gut ist gut gemeint – so lauteten die Reaktionen in Schweden auf die ungewöhnliche Forderung von Ombudsmann Claes Borgström. Dieser hatte nach eigenem Bekunden zwar nicht mit einem Beifallssturm gerechnet, doch, sagt Borgström, dies sei eine einmalige Gelegenheit, ein Zeichen gegen moderne Sklaverei zu setzen:

„Ein unmittelbarer Effekt würde zwar nicht eintreten. Aber auf lange Sicht würde das vielleicht auch andere Länder dazu bewegen, unserem Beispiel zu folgen.“

Ein regelrechter Affront 

Mit bis zu 40.000 Zwangsprostituierten rechnen Menschenrechtsorganisationen bei der Fussball-WM in Deutschland. Besonderen Anstoss nimmt Schweden an den so bezeichneten „Verrichtungscontainern“. Diese speziellen Boxen sollen ganz offiziell in der Nähe der WM-Stadien aufgestellt werden, damit Prostituierte und Freier dort ungestört ihrem Geschäft nachgehen können. Für ein Land wie Schweden, in dem Prostitution streng verboten ist, ein regelrechter Affront.

Und alle schwedischen Fussballtouristen, die dem Gang zur Prostituierten nicht prinzipiell abgeneigt sind, warnte Justizminister Thomas Bodström bereits vorsichtshalber: Schwedische Staatsbürger machen sich auch dann strafbar, wenn sie im Ausland sexuelle Dienstleistungen erwerben. Dagegen sei die Boykott-Forderung von Ombudsmann Borgström in diesem Zusammenhang masslos überzogen, kritisiert der Vorsitzende des schwedischen Fussballvervands, Lars-Åke Lagrell:

„Das ist leicht gesagt, wenn man nicht für die Folgen verantwortlich ist. Damit würden wir doch das ganze Volk enttäuschen. Ausserdem würden wir wahrscheinlich von der nächsten WM ausgeschlossen werden.“

”Stellung beziehen” 

Diesen Einwand aber lässt der selbsterklärte Fussball-Enthusiast Borgström nicht gelten:

„Die Unterstützung hält sich zunächst natürlich in Grenzen. Ich selbst bin begeisterter Fussballfan. Doch genau darum geht es ja. Im Zusammenhang mit der WM kann man seine Abscheu gegenüber dem Menschenhandel zum Ausdruck bringen. Nur weil jetzt viele Männer runter fahren, braucht man doch keine Prostituierte – da sollten Männer eindeutig Stellung beziehen.“

Aber diese fromme Hoffnung dürfte zwei Monate vor der WM schnell verpuffen. Vertreter sowohl der sozialdemokratischen Regierung als auch der bürgerlichen Opposition lehnen einen Boykott als zu weit gehend ab. Gleichzeitig betonen jedoch alle Parteien, dass etwas gegen den Menschenhandel getan werden müsse.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".