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Schwule Schwäne in Malmö

Publicerat onsdag 5 april 2006 kl 15.48

Homosexualität ist heute nichts Besonderes mehr: Es gibt schwule Bürgermeister, lesbische Ehen und Ombudsmänner und –frauen, die für die Gleichberechtigung gleichgeschlechtlicher Beziehungen kämpfen. Weniger normal ist die Betrachtung, wenn es um die Tierwelt geht. In Tierfilmen etwa fielen bis vor Kurzem homosexuelle Szenen noch der Zensur zum Opfer.

Paarungszeit im Pildammspark in Malmö. Die grösste Parkanlage der Stadt erstreckt sich über mehr als 40 Hektar, mit Rasenflächen, ausladenden Blumenrabatten und Wasserspielen. Hier fühlt sich auch die Brandente wohl, eine Vogelart, die mit einer Grösse von 60 Zentimentern und einem Gewicht von über einem Kilo eher an eine Gans erinnert als an eine Ente.

Gleichgeschlechtliche Partner

Lennart Blomqvist, der im Auftrag der Stadt Malmö Enten und Gänse im Pildammspark verfolgt, zeigt auf ein ganz besonderes Pärchen: „Das sind zwei Männchen, die sich zusammengetan haben. Sie weichen einander nicht von der Seite. Und der, der da vorne geht, das ist der grössere von beiden, der ist wohl auch älter, der dominiert die Beziehung. Er hat Angst, den anderen zu verlieren und gibt den Ton an.“

Drei Jahre in Folge hat Lennart Blomqvist das ungewöhnliche Verhalten der beiden Erpel bereits verfolgt. Ihr weisses Gefieder ist von schwarzen und braunen Stellen durchbrochen, auf dem roten Schnabel sitzt ein Höcker. Männchen und Weibchen sehen gleich aus. Vielleicht ein Grund für die Zuneigung zum gleichen Geschlecht, überlegt der Vogelexperte.

Gefragt: die Grössten und Schönsten

Beim Werben untereinander ist das Aussehen jedenfalls kein Hindernis: „Bei diesen Vögeln geht die Baltz von den Erpeln aus. Und die weiblichen Tiere wählen dann einen aus, den Grössten, Schönsten und Besten. Und weil diese zwei Tiere hier kein Interesse für das weibliche Geschlecht zeigen, interessieren sich die weiblichen Tiere auch nicht für sie.“

Die beiden Brandenten sind nicht die einzigen homosexuellen Tiere, die Lennart Blomqvist im Pildammspark in Malmö bei der Paarbildung beobachtet hat. Auch schwule Schwäne gäbe es dort, erzählt er. Warum das so ist, dafür hat die Wissenschaft noch keine eindeutige Antwort.

Interessant ist jedoch, dass Homosexualität nicht nur beim Menschen, sondern eben auch bei Tieren vorkommt. Bei Zwergschimpansen etwa sind gleichgeschlechtliche Beziehungen die Regel. Sie dienen dazu, den Gruppenverband zu stärken. Bei einigen Vögeln und Säugetieren ist das Verhalten eher die Ausnahme von der Regel und kommt nur in geringem Umfang vor.

Warum sich die Wissenschaft jetzt dem Thema nähert, dafür hat die Geschlechterforscherin Hillevi Ganetz von der Universität Uppsala eine einfache Erklärung:

„Weil wir heute einen vernünftigeren Blick auf das Thema Homosexualität haben, konnte das auch in der Forschung ein Thema werden. Heute wird man nicht mehr abgestempelt, wenn man homosexuell ist, auch, wenn viele immer noch kritisch sind. Deshalb konnte man darüber sprechen. Auch die Medien haben zu einer entspannteren Sicht beigetragen, weil sie heute mehr Bilder von Homosexuellen zeigen.“

Es gebe für jede Sichtweise eine Tierart, betont die Forscherin. Doch meist werde das Verhalten von Tieren als Beweis herangezogenen, um die eigenen Thesen zu unterstreichen. Das könne man gut in Naturfilmen beobachten, sagt Ganetz. Das, was dort gezeigt wird, ist oft von menschlichen Normen und Bewertungen geprägt. Und da gehe es nicht darum, dass Naturfilmer im Fernsehstudio sitzen und konspirativ arbeiten. Wer nicht für Variationen in der Natur sensibilisiert sei, der sehe im Tierreich eben nur die Kernfamilie.

Selten dokumentiert

Das habe auch die Medienkritik gezeigt: „Die Medienforschung hat ergeben, dass erst 1996 zum ersten Mal Tiere im Film gezeigt wurden, die gleichgeschlechtlichen Sex hatten. Diese Szenen wurden bisher nicht rausgeschnitten, aber sie wurden als nicht relevant betrachtet, als ein untypisches Verhalten. Wir gehen von den menschlichen Normen aus und da gehören heterosexuelle Tiere nicht dazu, das passiert aus Unachtsamkeit. Wir denken, dass die Welt so ist, weil es die Norm beim Menschen ist. Also ist es auch Norm bei den Tieren.“

In der Welt der Menschen ist da bereits einiges geschehen: Es gibt schwule Bürgermeister, Frauen, die sich das Jawort geben und auch Cowboys dürfen sich inzwischen für uns im Film öffentlich küssen. Aus Forschungssicht ist es also höchste Zeit, dass auch im Tierreich die Tabus gebrochen werden.

Agnes Bührig

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