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Filmpremiere „Wellkåmm to Verona“

Publicerat torsdag 6 april 2006 kl 14.03


Was tun, wenn einen die Pensionierung aus dem Berufsleben reisst, die Lust zum Arbeiten aber noch nicht versiegt ist? Was sind wir dann noch wert? Um diese Thematik kreist ein neuer Film der schwedischen Regisseurin Suzanne Osten, der diese Woche in Schweden anläuft. In „Wellkåmm to Verona“, auf Deutsch „Willkommen in Verona“ geht es um Menschen im Luxus-Altersheim Verona, die sich zu einem Theaterstück zusammenfinden. In den Hauptrollen alte Stars wie Jan Malmsjö, Ghita Nørby und Erland Josephson.

Walter ist über 70 und hat gerade einen Schlaganfall erlitten. Virginia ist im gleichen Alter und hat gerade ihren Lebenspartner verloren. Die beiden lernen sich Luxus-Altersheim Verona kennen und stellen fest, dass sie mehr wollen als nur ihren Lebensabend herumzubringen. Walter, der früher Regisseur an der Nationalbühne Dramaten war, will Romeo und Julia auf die Bühne bringen und erntet dafür zunächst nur Unverständnis.

Revolution im Seniorenheim
„Romeo und Julia, bist Du verrückt, das ist ein Stück für Teenager“, reagiert der Leiter des Altersheim gereizt auf Walters Idee vom Theaterstück. Doch der Mann mit den schlohweissen Haaren und dem weissen Bärtchen lässt sich nicht abbringen. Gespielt wird er von einem 73-Jährigen, der auch in Wirklichkeit ein bekannter Darsteller ist, dem Dramaten-Schauspieler Jan Malmsjö. Die Geschichte, die Regisseurin Suzanne Osten hier erzählt, hält er für wichtig:

„Für uns ist es spannend, dass sich Suzanne Osten für uns Ältere interessiert hat. Heute geht es meist um die Jugendlichen, ihre Bedürfnisse, ihren Hiphop und ihr MTV und all dieses Poppige.“

Ungewöhnliches Publikum
Osten scheint die ungewöhnlichen Altersgruppen entdeckt zu haben. Vor wenigen Wochen inszenierte die schwedische Regisseurin ein Stück für Babies im Alter von 6-12 Monaten, das die Lebenswelt von Säuglingen und die ersten Eindrücke im Leben thematisierte. Jetzt wendet sie sich Alter und Tod zu: Was sind wir wert, wenn wir nicht mehr berufstätig sind, fragt sie, und: Haben wir noch eine Daseinsberechtigung, wenn wir nicht mehr arbeiten können?

Viginia hat die Bühne im exklusiven Altersheim erklommen und rezitiert ihren Text. Gespielt wird sie vom dänischen Filmstar Ghita Nørby.  Nørby mimt eine lebenslustige Rentnerin mit blonden aufgesteckten Haaren, in die grosse Blumen drapiert sind und mit Kleidern am Leib, die weder an Rheumaunterwäsche noch an Gesundheitsschuhe erinnern.

Ein Teil unseres Lebens
Als sich ihre Mutter mit 98 in einen homosexuellen Mann verliebt hat, habe sie gelacht. Jetzt schämt sie sich dafür, erzählt die 71-jährige Dänin und lobt die Initiative für den Film: „Das Manuskript ist voll von Phantasie, Liebe, Wärme, Intelligenz und viel Persönlichem. Eine Phantasie über Liebe und Tod. Alte Menschen, die jung sind. Das ist ganz anders als sonst in Filmen: Das Aussehen, das Verhalten, die Gedanken, die Erfahrung unterscheiden sich. Und der Tod ist immer gegenwärtig in diesem Film. Leben und Tod liegen sehr dicht beieinander. Aber so ist das, wenn du älter wirst. Du bist dankbar für den Tag, für die Sonne und den Regen. Und darum geht es vor allem in diesem Film.“

Natürlich werden auch die bekümmersamen Seiten des Älterwerdens gezeigt. Etwa, als ein verwirrter Walter von der Polizei eingesammelt wird oder einer der älteren Herrschaften nicht mehr den Weg aus der Toilette findet:

Erfahrung und Selbstironie
Erland Josephson, der in vielen Filmen Ingmar Bergmans gespielt hat, ist in „Wellkåmm to Verona“ ein stotternder Mathematikprofessor im Ruhestand. Er gestaltet seine Rolle mit der Erfahrung eines ganzen Schauspielerlebens und einer guten Portion Selbstironie. Für ihn ist es vor allem wichtig, authentisch zu sein, auch mit 82 Jahren noch:

„Ich finde, dass Aufrichtigkeit das Wichtigste für einen Schauspieler auf der Bühne ist. Und wenn man das darstellt, dann kann man sehr weit kommen. Die Schauspielerei stellt ja die Wirklichkeit dar, in der wir leben, macht sie konkret. Ohne Theater kann die Gesellschaft nicht leben, das ist, als würde man alle Fenster zumachen.“

Agnes Bührig

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