Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Debatte über Jugendarbeitslosigkeit: Nachbar Dänemark als Beispiel

Publicerat fredag 7 april 2006 kl 10.40

Arbeitslosigkeit, vor allem bei Jugendlichen, ist auch in Schweden ein Problem. Da helfen die 1000 geplanten Plusjobs der Regierung weinig, kritisierte heute die bürgerliche Zentrumspartei. Im europäischen Vergleich schneidet Schweden mit 13 Prozent Arbeitslosen unter 25 Jahren im Mittelfeld ab. Um das Problem Jugendarbeitslosigkeit in den Griff zu bekommen, schaut die schwedische Regierung zum Nachbar Dänemark hinüber, wo die Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe in den vergangenen sieben Jahren auf 3 Prozent gesunken ist. Radio Schweden beleuchtet, wie das dänische Model in Schweden ankommt, und ob es überhaupt übertragbar ist.

Nach den Protesten der französischen Studenten gegen die Lockerung des Kündigungsschutzes, wird nun auch in Schweden über politische Ansätze zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit debattiert. Zur Lösung des Problems will sich Schweden, wie schon Frankreich zuvor, vom dänischen Model inspirieren lassen. Dort ist man, wie Arbeitsmarktforscherin Liesbeth Pedersen erklärt, einige Schritte voraus:

”Dänemark hat in einen flexiblen Arbeitsmarkt investiert. Es ist hierzulande ziemlich einfach, zumindest im Vergleich zu anderen Ländern, Arbeitnehmer zu entlassen. Dadurch wird es für die Arbeitgeber auch einfacher und risikoärmer Personal einzustellen. Arbeitsplätze werden oft gewechselt. Auf diese Weise gibt es viele offene Arbeitsstellen und es ist einfacher in den Arbeitsmarkt einzusteigen.”

Das ursprünglich niederländische System heißt Flexicurity und besteht aus drei Teilen: einerseits Anstellungsflexibilität für die Arbeitgeber und andererseits Security, Sicherheit, wenn man als Arbeitsnehmer arbeitslos wird. Dazu kommt drittens eine aktive Arbeitsmarktpolitik, vor allem gekennzeichnet durch das Stichwort „Ausbildung”. Ende der neunziger Jahre setzte die dänische Regierung dieses Prinzip schon in Gesetze um. Im Rahmen eines langfristigen Wohlfahrtprogramms wurden weitere Maßnahmen ergriffen, wie etwa ein erhöhtes Pensionsalter und ein verstärkter Einsatz für schwächere Gruppen auf dem Arbeitsmarkt. Wie kommt das jetzt bei den Jugendlichen an? Die siebzehn-Jährige Nina Vasehus sieht es positiv:

”Es ist selbstverständlich nicht besonderes angenehm im Ungewissen zu schweben. Aber gleichzeitig hat man eine gewisse Sicherheit, durch das Arbeitslosengeld. Die Arbeitgeber können die Leute entlassen, die ihre Arbeit nicht gut machen. Da gilt es, sich anzustrengen.”

Jugendpakt eingeführt

Mitte der neunziger Jahre wurde der so genannte „Jugendpakt” eingeführt: eine Halbierung des Arbeitslosengeldes für Jugendliche unter 25 ohne Ausbildung. Der Pakt soll Jugendliche zwingen, auch mal eine Arbeit anzunehmen, die vielleicht nicht ganz oben auf der Wunschliste steht. Diesen Anreiz findet Anders Benders, ein junger Bauarbeiter, nicht schlimm:

”Wenn ich mehr Geld bekommen würde um nichts zu machen, dann ist man nicht so engagiert. Dann würde ich nur zu Hause rumhängen und faulenzen. Es ist gut wenn die Leute so beschäftigt werden können.

Bei dem dänischen Model handelt es sich also um ein Gesamtprogramm. Das Interesse daran wächst jetzt auch in Schweden. Der Regierung Persson ist es - trotz hoher Ansprüche - nicht gelungen, die Jugendarbeitslosigkeit in dem Maß zu senken wie seit Jahren versprochen. Jan Edling, Mitglied der schwedischen Behörde für innovative Systeme, VINNOVA, warnt aber:

”Ich glaube nicht, dass man etwas direkt von einem einzigen Land übernehmen sollte, sei es von Dänemark oder von den Niederlanden, die Maßnahmen in die gleiche Richtung vorgenommen haben. Wir müssen im Gegenteil ein eigenes schwedisches Model haben, das auf unsere Situation zugeschnitten ist. Wir haben eine andere Unternehmenslandschaft. Wir haben zum Beispiel mehr Grossunternehmen als Dänemark. Aber jetzt sollte man umdenken, weg von der Wirtschaftspolitik einer Industriegesellschaft, eher hin zu einer Wissensgesellschaft.”

Gewerkschaft für spezifisch schwedische Lösung

Auch Wanja Lundy-Wedin, Vorsitzende des Schwedischen Gewerkschaftsbundes, plädiert für eine spezifisch schwedische Lösung. Sie warnt ebenfalls davor, nur einzelne Maßnahmen einzuführen, sowie jetzt die Lockerung des Kündigungschutzes in Frankreich geplant ist.

”Die Hälfte aller Jugendlichen unter 26 Jahren in Schweden hat einen unsicheren Arbeitsplatz. Sie können keinen Mietvertrag bekommen und kriegen keinen Kredit, so können sie sich nicht in der Welt der Erwachsenen etablieren. Da ist es der blanke Hohn, wenn man nun auch noch der anderen Hälfte jegliche Sicherheit nimmt.”

Die Debatte in Schweden kommt erst jetzt im Wahlkampf in die heiße Phase. Mit Hinblick auf die Proteste in Frankreich kann man auch hier gespannt sein, wo die Schmerzgrenze der Beteiligten liegt. 

Bart Cornelli 

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".