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Vorwurf: Umfragen verzerren Wahlergebnis

Publicerat tisdag 11 april 2006 kl 13.31
Umfragen: Einfluss auf das Stimmverhalten?

Schwedens Meinungsforschungsinstitute arbeiten ungenau. So ungenau, dass dies zu einem verzerrten Wahlergebnis im Herbst führen kann, warnen nun zwei Professoren für Politikwissenschaft. Ihrer Meinung nach wird die bürgerliche Opposition die Wahl erneut verlieren, weil ihre Umfragewerte allgemein zu hoch sind - ein Vorwurf, den die Meinungsforscher nicht ganz von der Hand weisen können.

In Schwedens führender Tageszeitung „Dagens Nyheter“ gehen die renommierten Wissenschaftler Sören Holmberg und Olof Petersson mit Schwedens Umfrageinstituten hart ins Gericht. Vom staatlichen Statistischen Zentralbüro bis zu den einzelnen privaten Meinungsforschern – alle ermitteln ihre Zahlen unter fehlerhaften Bedingungen, meint Olof Petersson:

„Diese Untersuchungen werden etwas zu windig durchgeführt. Manche Wähler geben ihre Stimmen doch unter taktischen Gesichtspunkten ab. Wenn eine Partei in den Umfragen bei drei Prozent liegt, dann will ich meine Stimme nicht verschwenden. Wenn die Partei aber bei fünf Prozent liegt, werde ich sie schon eher wählen. Umfragewerte spielen also eine entscheidende Rolle im Wahlverhalten.“

Futter für Medien und Politiker

Keine Woche vergeht in Schweden, ohne dass irgendein Institut seine Umfrageergebnisse veröffentlicht. Im anbrechenden Wahlkampf sind solche Werte Futter für Medien und Politiker gleichermassen. Doch wie glaubwürdig sind diese Zahlen? Blicken wir zurück: Bei der Wahl 2002 erlebten Schwedens Demoskopen ein beispielloses Debakel. Den knappen Sieg der sozialdemokratischen Minderheitsregierung und vor allem das schlechte Abschneiden der Konservativen hatte in diesem Ausmass niemand vorhergesehen. Gleichwohl hält Niklas Källebring vom Institut Temo den aktuellen Vorwurf der beiden Politikprofessoren für überzogen:

„Diese Kritik ist nicht neu. Hier will sich jemand doch nur persönlich profilieren. Natürlich gibt es eine gewisse Fehlerquote. Die Frage ist nur, wie man damit umgeht. Nach der Wahl 2002 haben wir Veränderungen in unserer Messweise unternommen. Damals hatten wir fehlerhafte Prognosen erstellt. Ob wir diesmal richtig messen, wird sich erst am Wahlabend erweisen. Wir gehen zwar nicht von weiteren Fehlern aus, doch ausschliessen kann man sie nicht.“

Neue Überraschung am Wahlabend? 

Auch diesmal liegt die bürgerliche Opposition in fast allen Umfragen hauchdünn vorne. Dieser Vorsprung sei aber das Ergebnis ungenauer Verfahren, meinen die Professoren Holmberg und Petersson. So würden die Konservativen prinzipiell von den Statistikern überbewertet. Denn sie gründen ihre Werte unter anderem auf die Frage, für welche Partei ein Wähler das letzte Mal abgestimmt hat. Und da tritt in Bezug auf die Konservativen Erstaunliches zutage. Obwohl die Partei 2002 lediglich 15 Prozent errang, meinen sich heute annähernd 22 Prozent der Schweden zu erinnern, damals die Konservativen gewählt zu haben. Als Grundlage für Umfragewerte taugt diese Methode also nicht. Mit neuen Überraschungen am Wahlabend des 17. September darf also gerechnet werden.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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