Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/
Energiepolitik

Atomkraft – ja, bitte!

Publicerat onsdag 12 april 2006 kl 15.14

Eine klare Mehrheit der Schweden möchte die jetzigen Kernkraftwerke im Lande vergrössern oder neue Atomkraftwerke bauen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Meinungsumfrage der Universität Göteborg.

Der Volksabstimmung über das Wohl und Weh der Kernkraft in Schweden gingen zahllose Demonstrationen voraus. 26 Jahre sind vergangen, seit die Schweden in einem Referendum gegen die Kernkraft gestimmt haben.
20 Jahre sind seit dem Reaktorunglück in Tschernobyl verflossen.
Und ein Jahr, seit dem das älteste schwedische Kernkraftwerk Barsebäck geschlossen wurde.

Parlament für Abwicklung
Im schwedischen Parlament will die Mehrheit der Delegierten die Atomenergie immer noch abwickeln. Aber in der Bevölkerung hat sich die Angst vor Atomunglücken offenbar weitgehend gelegt.

Jöran Hägglund ist Generalsekretär von Centern, der bürgerlichen Partei, die sich beim Atomkraft-Referendum 1980 besonders gegen Energie aus Kernspaltung eingesetzt hat. Hägglund ist nicht erstaunt über den Schwenk, den die Ansichten vollzogen haben: „Wir haben seit vielen Jahren keine Katastrophe wie in Tschernobyl gehabt. In der Umweltdebatte ist es hauptsächlich um die Senkung von Schadstoffemissionen gegangen. Ich glaube, die Menschen sind sich nicht mehr ganz über die Risiken der Kernkraft im Klaren.“

Kampagnen passé
Anti-Kernkraft-Kampagnen hat es in Schweden schon lange nicht mehr gegeben. Nach der neuen Untersuchung besteht nun bei den schwedischen Wählern eine absolute Mehrheit für neue oder verbesserte Kernkraftwerke. Nur noch ein Drittel will die vorhandenen Kernkraftwerke abwickeln oder auslaufen lassen.

Im Parlament setzen sich die übrigen bürgerlichen Parteien für die Beibehaltung der Atomenergie ein: die Konservativen, die Liberalen und die Christdemokraten. Die grösste Partei, die Sozialdemokraten folgen der Ansicht ihrer Basis nicht. Knapp die Hälfte der Mitglieder will mehr Kernkraft. Parteispitze und Parteiprogramm reden von der Abwicklung.

Kein Thema
Sören Holmberg, Politologieprofessor an der Universität Göteborg, hat die Ansicht der Schweden zur Kernkraft seit den Siebzigerjahren gemessen. Seit dem Tschernobyljahr 1986 nimmt die Zahl der Kernkraftgegner kontinuierlich ab, sagt er im Gespräch mit Radio Schweden. „Die Befragten finden nicht, dass die Kernkraftfrage so wichtig ist, wie sie mal war. Die Wahlkämpfe 1976 und 1979 hat sie ja völlig dominiert. Die Meinung hat sich zwar geändert, aber Kernkraft ist kein so heisses Thema mehr wie vor 20 oder 30 Jahren.“

Eine Frage für den Wahlkampf in diesem Jahr wird eher sein, ob man nur die vorhandenen Kernkraftwerke nutzen will, bis die Schliessung aus technischen Gründen notwendig ist, oder ob Schweden dem Beispiel Finnlands folgen und neue Kernkraftwerke bauen soll. Damit würde das Ziel der Emissionsbegrenzung in erreichbarere Nähe rücken und Schweden wäre unabhängiger von Öl- und Gaslieferungen aus anderen Ländern.

Sybille Neveling

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".