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Vilgot Sjöman - Tod eines Querdenkers

Publicerat onsdag 19 april 2006 kl 12.04
Vilgot Sjöman

* 2. Dezember 1924 (Stockholm), † 9. April 2006 (Stockholm)

Der schwedische Filmregisseur Vilgot Sjöman schilderte, was ihn interessierte. Mit seinen politischen Provokationen und freizügigen Sexschilderungen schockierte er in den 1960ern das Publikum. Er war einer der herausragenden Filmemacher Schwedens. Doch er schrieb neben seiner Regietätigkeit auch Romane und Theaterstücke. Am 10. April 2006 starb Vilgot Sjöman im Alter von 81 Jahren.

Den grossen Durchbruch schaffte Vilgot Sjöman 1964 mit dem Film „491”. Darin überschritt Sjöman laut der schwedischen Filmzensur die Grenze für das, was man in einem Film zeigen konnte.

Sjöman selbst war damals sehr enttäuscht über die Einschritte in seine künstlerische Freiheit: „Das ist jetzt eine verstümmelte Version, hinter der ich nicht stehe. Ich habe den Film nach den moralischen und künstlerischen Prinzipien gemacht, die ich für richtig hielt. Jetzt muss ich einen ganz anderen Film freigegeben.”

Reizthema Klassengesellschaft
Die Sache wurde sogar zur Regierungsfrage und erst 1975 durfte der Film in voller Länge gespielt werden. Das internationale Publikum wurde auf Vilgot Sjöman durch die Filme „Ich bin neugierig - gelb” (1967) und „Ich bin neugierig - blau” (1968) aufmerksam. Dabei handelte es sich Reportagefilme mit sexuellem Einschlag. Beiden Filmen lag die Frage zugrunde, ob Schweden eine Klassengesellschaft sei. Heikle Themen, die Sjöman nicht nur in Schweden Probleme mit den Zensoren bescherten.

Auch in den USA überschritt der schwedische Regisseur mit seinen Filmen die Grenze des damals machbaren. Aber genau das war für seinen amerikanischen Verleiher in gewisser Weise hilfreich, wie Sjöman später einmal erzählte: „Er sagte nur ‚Ich habe deinen Film gesehen, ich mag dieses pulsierende besonders! Ich kaufe ihn. Dann wird er zum Zoll in New York gesendet. Da wird den Film beschlagnahmt, weil er zu schlüpfrig ist, um zugelassen zu werden. Dagegen werde ich dann Anklage erheben.’ Und so ging es tatsächlich. An einem Tag stand ich also dort und sollte bezeugen, dass mein Film nicht obszön ist.”

Kulturschaffend auf vielen Feldern
Spätestens von diesem Zeitpunkt an war Vilgot Sjöman das geliebte enfant terrible des schwedischen Films und als solches ebenso weltberühmt. Doch auch als Schriftsteller gelangte Sjöman zu gewissem Erfolg. So schrieb er die Bücher „Wer liebt Alfred Nobel” und mein „Herzenskind” über die Liebesbriefe von Alfred Nobel. In erster Linie aber war Sjöman Filmemacher und hinterlässt durch seinen Tod nun eine grosse Lücke in der Kulturszene Schwedens.

Schauspieler Sven Wollter, der in zahlreichen Sjöman-Verfilmungen mitwirkte, zeigte sich nach der Nachricht vom Tod des Regisseurs sehr bewegt: „Ich bin zutiefst betroffen, weil Vilgot Sjöman wie ein Bannerträger für die freien Filme war. Er hat sich nie modernen Trends gebeugt. Er machte das, was er für wahr hielt und versuchte, die Leute um sich herum zu überzeugen, dass wir es machen müssen, weil es wichtig ist.

Am Ende seines Lebens führte Sjöman vor Gericht einen Kampf gegen den schwedischen Privatfernsehsender TV4. Keine Fernsehanstalt habe das Recht, Spielfilme durch Werbung zu unterbrechen, fand der Filmemacher. Das Gericht gab ihm posthum Recht. Jetzt trauert Schweden um den Tod eines kritischen Geistes.

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