Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Frühlingszeichen: Kraniche am Hornborga-See

Publicerat fredag 21 april 2006 kl 10.53

Frühlingsanfang ist in Südschweden, wenn die Kraniche kommen. Darauf freuen sich alljährlich nicht nur die Schweden aus der Umgebung, sondern auch die Ornithologen und natürlich die Touristen. Zwischen Schwedens größten Seen, dem Vänern und dem Vättern, führen um Ostern herum bis zu 12.000 Kraniche ihren imposanten Paarungstanz auf und verteilen sich anschließend in ihre Reviere im ganzen Land. Der See, an dem sich dieses Schauspiel vollführt, heißt Hornborga-See. Liv Heidbüchel war dort und hat sich den mythenumwobenen Kranichtanz aus nächster Nähe angesehen.

Nirgendwo sonst kann man so viele Kraniche aus allernächster Nähe beobachten wie am Hornborga-See. Eingebettet in die hügelige Landschaft lockt der See mit seinem Marschland alljährlich zum Frühlingsbeginn abertausende Kraniche und andere Zugvögel. Wenn die Kraniche bei Sonnenaufgang vom seichten Wasser auf die Wiese geflogen kommen, halten sich schon die ersten Besucher an der Vogelstation bereit. Barbro Magnusson ist regelrechter Stammgast am See:

„Als wir heute früh herkamen haben wir gesagt: Dass die Kraniche den weiten Weg von Spanien bis hierher navigieren und jedes Jahr an denselben Ort zurückfinden. Das ist schon phantastisch. Dass die das können!“

Nur 40, 50 Meter hinter dem Zaun tummeln sich die Zugvögel auf der fruchtbaren Wiese, speisen ausgiebig und balzen. Rund 10.000 Kraniche haben die Ornithologen der Vogelstation gezählt, der Rekord vor zwei Jahren lag bei fast 13.000. Die langbeinigen, grau-weißen Kraniche mit ihrem eleganten Gang und den Riesenschwingen locken ihrerseits tausende Besucher aus dem ganzen Land an, darunter auch Lotta Zaine aus dem 400 km entfernten Uppsala:

„Das sind stattliche, große Vögel, die eine gewisse Mächtigkeit ausstrahlen. Eigentlich bin ich nicht so in Vögel vernarrt, aber das hat heute richtig Spaß gemacht.“

Schokoriegel für die Zugvögel

Der Hornborga-See ist also absolut nicht nur etwas für Vogelfans. Sicher rührt der Bekanntheitsgrad der Gegend heute vor allem von den Kranichen. Dabei wurde im Mittelalter in der nahe gelegenen Domstadt Skara sogar der Grundstein für das Königreich Schweden gelegt. Überall in der geschichtsträchtigen Umgebung stößt man auf alte Kirchen und Klosterruinen.

Die fruchtbare Natur rund um den Hornborga-See dient seit jeher der Landwirtschaft. Im 19. Jahrhundert wurde aus den Kartoffeln nicht selten Schnaps hergestellt. Abgesehen vom Rausch hatten die Kartoffeln einen weiteren Nebeneffekt, erzählt Jan Mogol von der Vogelstation am Hornborga-See:

„Wir Menschen finden nicht alle Kartoffeln bei der Ernte. Die Kraniche aber tun das und sie fanden schnell heraus, dass die nachgebliebenen Kartoffeln das ideale Futter sind, wenn man müde ist. Ungefähr so wie ein Schokoriegel für uns.“

H5N1-Entwarnung

Auf der Wiese direkt am See gibt es heute keine Kartoffeln mehr, nur noch Getreide, aber auch das zieht die Kraniche an wie eh und je. Als im Winter das aggressive Vogelgrippevirus H5N1 auf Rügen festgestellt wurde, sahen viele schon den einzigartigen Kranichbestand am Hornborga-See bedroht. Jan Mogol von der Vogelstation jedoch gibt Entwarnung:

„Die Natur ist eben doch schlau. Normalerweise rasten die Kraniche auf ihrem Weg zum Hornborga-See auf Rügen. Doch dank des strengen Winters in grossen Teilen Europas, sind viele Kraniche spät dran gewesen und haben Rügen einfach überflogen.“

Für die Vogelbeobachter ist es natürlich am schönsten, wenn die Kraniche trompeten und ihren wilden Balztanz aufführen: Sie hüpfen auf der Stelle, verbeugen sich und machen die kuriosesten Luftsprünge. Mit diesem Aufwand werben nicht nur unvermählte Jungtiere umeinander. Der Tanz stärkt auch die Bande zwischen Ehepaaren. Kraniche leben nämlich treu bis zum Tod beisammen und da muss man sich ja etwas bieten.

Für Volkstanz Pate gestanden

Von dem phänomenalen Tanz lässt sich auch Ole Brunemark gern inspirieren. Der Däne ist mit Freunden extra von Bornholm angereist:

„All die Jahre haben wir darüber geredet, denn wir sehen die Kraniche ja immer über Bornholm fliegen. Und jetzt haben wir uns gesagt, wir müssen uns die mal aus der Nähe ansehen. Außerdem tanzen wir Volkstanz und einer von uns ist Ornithologe. Jetzt haben wir einen Volkstanz kreiert, bei dem wir die Kranichbewegungen nachahmen.“

Auch wer sich nicht vom Kranich zum Tanzen animieren lassen möchte, für den steht doch eins fest, erzählt Anwohnerin Barbro Magnusson:

„Jetzt wissen wir, der Frühling kommt. Endlich!“

Liv Heidbüchel

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".