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König Carl XVI. Gustav wird 60

Publicerat söndag 30 april 2006 kl 00.11

Am Sonntag, den 30. April, feiert König Carl XVI. Gustav seinen 60. Geburtstag. Anlass auch für Radio Schweden, Schwedens Staatsoberhaupt zu gratulieren und das bisherige öffentliche Leben des Monarchen Revue passieren zu lassen. Als Carl XVI. Gustav im September 1973 die Thronfolge antrat, war er der jüngste Monarch der Welt. Wie der König seine Rolle als PR-Lok Schwedens und als Landesvater ausfüllt und wie er bei seinen Landsleuten ankommt, das weiss Liv Heidbüchel.

Zum sechzigsten Geburtstag Carl XVI. Gustav hissen die Schweden ihre Flaggen, die Wimpel werden an den Bussen flattern und achtzig Prozent der Bevölkerung werden ihrem Monarchen von Herzen alles Gute wünschen. So viele Schweden nämlich wollen auch künftig an der konstitutionellen Monarchie als Staatsform festhalten. Und das zeigt: König und Königshaus sind beliebt.

In allergrösster Feierlaune befindet sich Carl XVI. Gustav selbst allerdings nicht, ein Fest im Kreise der Kernfamilie würde er vorziehen:

„Das ist wohl kein Geheimnis. Aber ich habe eingesehen, dass ich um die Feierlichkeiten nicht herumkomme. Schon vor ein paar Jahren gingen die Planungen zu diesem Tag los und da dachte ich noch, dass das Ganze vielleicht nicht so besonders werden muss. Aber so etwas wächst von allein, ohne eigenes Zutun. So ist das mit meiner Position in der schwedischen Monarchie.“

Herzlichen Glückwunsch also, Herr Schweden! Das nämlich ist Carl XVI. Gustav mindestens für die rund eine Million Einwanderer in diesem Land. Der König tritt immer auch als Bindeglied auf, da, wo Demokratie, Parteien und Reichstag vielen zu abstrakt sind. Sein angeordnet unpolitisches Verhalten passen gut dazu.

Vor allem aber dient das Königshaus der Schweden-PR. Weder der Elch noch die roten Holzhäuser sind so werbewirksam wie die Royals. Ein wichtiges Argument, das es für die Republikaner im Land schwer macht, am Stuhl des Königs zu sägen.

Thronfolge verheisst neue, moderne Zeiten

Am 19. September 1973 tritt Carl XVI. Gustav die Thronfolge Carl VI. Adolf an. Geschult und weise auf diesen Schritt vorbereitet prägt der mit 27 Jahren jüngste Monarch der Welt den Spruch: „För Sverige – I Tiden“, „Für Schweden – Hier und Heute.“

Ein neuer Wind sollte im Königshaus wehen, moderne Zeiten und Erneuerung Einzug halten.

In einem Interview zum 25. Geburtstag hatte der damalige Kronprinz noch gesagt, zum Heiraten sei er viel zu jung. Erst einmal müsse er die Richtige finden, mit der er sich ein Zusammenleben überhaupt vorstellen könne. Die Richtige fand sich dann recht schnell – aus dem ersten Treffen am Rande der Olympischen Spiele in München 1972 wurde schnell mehr. Am 12. März 1976 gab der König seine Verlobung mit Silvia Sommerlath bekannt.

„Dann machte es Klick, wie man immer so schön sagt. Und seitdem hat es immer wieder Klick gemacht!“, sagt ein strahlender König der versammelten Weltpresse, die in Heidelberg geborene Silvia Sommerlath lacht verzückt dazu. Am 19. Juni dann ist die Hochzeit perfekt, was bedeutet, dass Königin und König im Jahr 2006 auch ihren 30. Hochzeitstag begehen. Eine Ehe so lange am Leben zu erhalten sei „harte Arbeit“, versicherte Carl XVI. Gustav der Tageszeitung „Dagens Nyheter“ kürzlich in einem Interview – gemeint war das natürlich als Scherz.

Humor muss sein

Überhaupt gilt der Monarch als humorvoll, ausgestattet mit einer guten Portion Selbstdistanz. Das ist auch nötig, blickt man auf einige Patzer und Peinlichkeiten der Vergangenheit. Nach unzähligen Auslandsreisen besuchte der König schliesslich auch das kleine mittelschwedische Städtchen Arboga. Doch wie begrüsste er das Publikum?

„Liebe Bürger Örebros! (Die Menge lacht) Entschuldigung! Arboga!“

Rückblickend lacht auch der König selbst über diesen Fauxpas:

„So etwas kommt vor. Die Geschichte fing schon ein halbes Jahr vorher an. Jedes Mal, wenn wir diesen Programmpunkt diskutierten, habe ich das falsch gesagt. Warum, weiss ich nicht.“

Beistand während Tsunami-Krise

Menschlichkeit bewies König Carl XVI aber auch in ganz anderem Zusammenhang. Nach der Flutkatastrophe in Südostasien im Dezember 2004 waren Schwedens Spitzenpolitiker unfähig, die richtigen Worte zu finden. Ganz anders dagegen Carl XVI. Gustav. Bei einer ersten Gedächtniszeremonie für die mehreren hundert schwedischen Opfer spendete der König dagegen auf ganz persönliche Weise Trost:

„Stellen Sie sich vor, ich könnte wie ein Märchenkönig alles zum Guten fügen und die Sage mit den Worten beschliessen: Und so lebten sie glücklich auf immerdar. Aber ich bin genau wie Sie nichts weiter als ein trauernder, suchender Mitmensch.“

Der Monarch erinnert in seiner Ansprache an sein eigenes Schicksal. Nur neun Monate alt verliert er seinen Vater durch einen Flugzeugabsturz – ein ebenso plötzlicher, unberechenbarer Tod wie durch den Tsunami. Die Herzen der Schweden fliegen dem König als Landesvater zu.

Nicht ganz so unvoreingenommen sollte dagegen die Presse sein, dürfte man meinen. Doch im Gegenteil: Zu lieb, zu untertänig sei die Berichterstattung, geisseln sich die Medien teilweise selbst. Gleichzeitig scheint jedoch beim Volke auch kein Bedarf nach kritischem Journalismus zu bestehen, die Königs sind schliesslich nicht der Reichstag.

Genauso ablehnend zeigen sich die Schweden gegenüber wilden Phantasiegeschichten aus der Welt des Boulevards – ganz anders also als in Deutschland, wo sich die Regenbogenpresse sogar wegen Verleumdung des schwedischen Königshauses vor Gericht verantworten musste.

„Ziemlich anstrengend”

Bei Hofe klagt man indes auch darüber, dass über die wichtige Arbeit der Königsfamilie insgesamt zu wenig berichtet wird. Vielleicht auch, weil viele Journalisten diese Arbeit unterschätzen. König Carl Gustav:

„Nicht alle bekommen die Chance in einer Führungsposition zu sein. Wenn man diese Möglichkeit oder dieses Gefühl nie hatte, versteht man nicht, wie belastend das sein kann. Ständig ist man von Menschen umgeben, die darauf aufpassen, wie man sich ausdrückt und wozu man eine Meinung hat. Das ist ziemlich anstrengend.“

Anstrengend, aber nicht so, dass er damit in Bälde aufhören möchte. Wohl auch, damit Kronprinzessin Victoria sich noch besser ausbilden und auf die Zeit als Königin Schwedens vorbereiten kann, schiebt Karl XVI. Gustav das Datum seiner Pensionierung noch in weite Ferne. Bis zum nächsten Geburtstag dann: Alles Gute!

Liv Heidbüchel

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