Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Hamas-Minister auf Stockholm-Besuch

Publicerat tisdag 9 maj 2006 kl 14.57

Der palästinensische Flüchtlingsminister Atef Adwan setzt seinen Besuch in Schweden fort. Heute (Dienstag) stand die Hauptstadt Stockholm auf dem Programm. Während Medien und einzelne Reichstagsabgeordnete den Hamas-Minister hofieren, lehnt die schwedische Regierung weiterhin offizielle Gespräche mit der palästinensischen Terror- und Regierungsorganisation ab. Das hindert Adwan freilich nicht daran, der Regierung für ihre Gastfreundschaft zu danken.

Aus der kleinen Stippvisite zu einer Palästinenserkonferenz in Malmö Ende letzter Woche ist eine ganze Tour de Suède geworden. In Stockholm sprach Atef Adwan gleich auf mehreren Konferenzen, anschliessend informell mit einzelnen Reichstagsabgeordneten und dazwischen mit den führenden Medien des Landes. Und jedes Mal gab sich das Hamas-Mitglied von der betont besonnenen Seite. Die Rhetorik ist dabei immer dieselbe: Nicht die Hamas oder die Palästinenser haben die Krise in Nahost verschuldet, sondern Israel bzw. „der Westen“. Adwan im Schwedischen Rundfunk:

„Ich halte nichts davon, die Augen zu verschliessen und Regierungen mit einem Boykott zu belegen. Lassen Sie uns einen Dialog führen. Dann können wir einander verstehen und akzeptieren.“

Vereinbar mit Hamas-Programm? 

Adwan appellierte also an die Dialogbereitschaft aller Konfliktparteien. Doch Schwedens Journalisten vermieden tunlichst die angebrachte Gegenfrage, inwiefern eine solche Einstellung mit dem offiziellen Hamas-Programm vereinbar ist, das die Auslöschung des Staates Israel vorsieht. Stattdessen geisselte der Flüchtlingsminister den Abbruch aller EU-Kontakte zur Palästinenserregierung, seit die Terrororganisation Hamas dort auch ganz offiziell das Sagen hat:

„Ich kann nicht akzeptieren, dass die zivilisierten europäischen Länder das palästinensische Volk boykottieren. Damit bestrafen sie nicht die Hamas, sondern die Palästinenser als Ganzes. Das ist unglaublich.“

Schweden zeigt Verständnis 

Dass das Mitglied einer Terrororganisation an die Zivilisation der Europäer appelliert, würde vielleicht in Ländern wie Frankreich oder Deutschland mit harscher Zurückweisung quittiert. In Schweden jedoch zeigt man Verständnis für die palästinensische Seite. Zwar lehne man – der EU-Linie folgend – Gespräche mit der Hamas auf Regierungsebene ab. Allerdings liessen und lassen führende Regierungsmitglieder wie Entwicklungshilfeministerin Carin Jämtin nie einen Zweifel daran, wen sie für den Aggressor in Nahost halten – Israel. Auf die Frage, ob sich durch den aktuellen Besuch von Atef Adwan in Schweden das schwedisch-israelische Verhältnis weiter verschlechtert habe, antwortete Jämtin entsprechend:

„Wir sind stets bei unserer Linie geblieben. Wir stehen für das Völkerrecht ein und gehen von den Vereinbarungen aus, die sowohl die Vereinten Nationen, die EU als auch der UN-Gerichtshof in Den Haag getroffen haben. Denken Sie nur an die israelische Mauer im Westjordanland. Aber ich glaube, die israelische Regierung sieht, von welchen übergeordneten Prinzipien wir ausgehen.“

Eigenwillige Neutralitätspolitik 

Diese eigenwillige schwedische Auffassung von Neutralitätspolitik könnte das Land allerdings ins diplomatische Abseits manövrieren. In der gesamten EU ist Schwedens Entscheidung, ein führendes Hamas-Mitglied einreisen zu lassen, scharf kritisiert worden. Das schwedische Verhaltensmuster erinnert denn auch in gewisser Weise an die Mohammed-Karrikaturen-Affäre. Damals wie heute hatte Schweden die weisseste Weste von allen europäischen Ländern und erwies sich im arabischen Raum als loyaler Partner.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min lista".