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Fehlverhalten bringt schlechte Noten

Publicerat onsdag 10 maj 2006 kl 15.41

Wenn Schüler mit nazistischen Beschimpfungen um sich werfen, riskieren sie schlechte Zensuren in Sozial- und Gesellschaftskunde. Auf diese Weise will eine schwedische Schule in der Nähe von Göteborg ihrer Probleme mit Neonazis unter den Schülern Herr werden. Die Schulbehörde hat diesen umstrittenen überraschend Plan genehmigt.

Die Leitung der Ytterbyskola in Kungälv sieht keinen Ausweg mehr. Von ihren 670 Schülern werden mindestens 50 als rassistisch eingeschätzt. Mit Rückhalt im Lehrplan gab die Direktorin Ende März bekannt, dass diejenigen, die ihre Mitschüler mit rassistischen Beschimpfungen verunglimpfen, dafür ein „ungenügend“ in Sozialkunde bekommen.

Im Lehrplan für das Fach steht nämlich, dass Schüler nicht nur Kenntnisse über Demokratie haben müssen, sondern sich auch demokratisch verhalten müssen, um im Fach Sozialkunde mit „ausreichend“ benotet werden.

Kontroverse Methode
Dieser Plan erwies sich als höchst kontrovers. Kritiker sahen in der Massnahme eine Verletzung des Rechts auf freie Meinungsäusserung, und auch die Schulbehörde war skeptisch.

Nun aber hat sie ihren Standpunkt geändert. Thomas Erlandsson von der Schulbehörde: „Ich hoffe, dass auch andere Schulen Neonazismus so bekämpfen wie die Ytterby-Schule. Wenn Schüler aufgrund fremdenfeindlicher  Äusserungen das Klassenziel in Sozialkunde nicht erreichen, dann ist die Reaktion der Schule die richtige Massnahme.“

Nach Ansicht der Schulbehörde ist nicht die Meinungsäusserung als solche ausschlaggebend, sondern der Mangel an Umsetzung von erworbenen Kenntnissen über  Demokratie. Wer Mitschüler oder andere Menschen mit Ausdrücken wie ‚Schwuler’, ‚Lesbe’, ‚Kanake’ oder ‚Neger’ belegt, zeigt, dass er nicht nach den Normen einer Gesellschaft handelt, in der Menschen mit anderer Hautfarbe oder Homosexuelle gleichberechtigt sind.

Anders Löfgren ist Oberschuldirektor in Kungälv. Er freut sich über die Möglichkeit, die Reichweite des Lehrplans auszudehnen: „Durch unsere erweiterte Interpretation des Lehrplans haben wir die Grenzen getestet. Mich freut besonders, dass die Lehrer an der Ytterby-Schule Anerkennung für ihre Initiative finden.“

Beispiel für andere Schulen
Vermutlich werden nun auch andere Schulen zur Ytterby-Methode greifen, denn erste Erfolge haben sich schon eingestellt: Allein die Androhung von schlechteren Noten scheint ihre Wirkung zu tun. Denn während Ende März noch etwa zehn Schüler Gefahr liefen, in Sozialkunde mit mangelhaft benotet zu werden, ist es jetzt nur noch einer.

„Dieser Schüler hat noch nicht zeigen können, dass er demokratische Arbeitsweisen und Entscheidungsfindungen in die Realität umsetzen kann. Die Schule versucht nun, ihm mit besonderen Fördermassnahmen auf die Sprünge zu helfen“, sagt Thomas Erlandsson von der Schulbehörde und versichert noch einmal, dass es juristisch völlig legitim ist, den Lehrplan so zu auszulegen, wie die Ytterby-Schule es getan hat.

Sybille Neveling 

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