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Spurensuche: Im Schatten eines Verbrechens

Publicerat måndag 15 maj 2006 kl 16.06

Das Verbrechen schockierte ganz Schweden. Am 7. März 1932 wurde Wirtschafts-Führer Hjalmar von Sydow von seinem Sohn ermordet. Mit ihm starben zwei Hausangestellte. Wenig später brachten sich von Sydows Sohn und seine Frau Sofie um. Über siebzig Jahre später begab sich die Nichte von Sydows Sohn, Helena Henschen, auf Spurensuche. Ihre Funde fasste sie zu einem Buch zusammen. Es heisst „I Skuggan av ett brott” („Im Schatten eines Verbrechens”). Wir haben uns mit Helena Henschen unterhalten.

„Das war ein Verbrechen, das in der Familie meiner Mutter begangen wurde. Und während meiner ganzen Kindheit und Jugend durfte nicht darüber gesprochen werden. Als ich beschloss, mit der Suche danach zu beginnen, da zeigte sich, dass alle persönlichen Dinge wie Tagebücher oder Briefe verschwunden waren. Meine Mutter hatte alles verbrannt, weil sie es nicht schaffte, damit zu leben.”

Schatten, der auf der Familie lag 

Für Helena Henschen war es genau umgekehrt. Sie schaffte es nicht, mit dem Mantel des Schweigens zu leben, den ihre Familie über das Verbrechen ausgebreitet hatte; mit den Schatten, die das Verbrechen auch nach siebzig Jahren immer noch auf sie und ihre Familie warf. Doch obwohl jegliches persönliche Material der Beteiligten fehlte, begann sie ihre Spurensuche in öffentlichen Archiven und Bibliotheken. Sie durchforstete alte Zeitungen und Zeitschriften und sie las sich die alten Polizeiprotokolle durch:

”Ich wollte aber nicht noch mal einen Polizeibericht schreiben. Deshalb habe ich dieses spärliche Material genommen und versucht, ihm Leben einzuhauchen. Und deshalb ist es ein Roman und keine Dokumentation: er gründet sich auf einer tatsächlichen Begebenheit, auf Fakten. Aber die Personen, ihre Liebe, ihre Beziehungen zueinander, das habe ich erfunden, interpretiert, so wie ich glaube, dass es gewesen ist.“

Beispiellose Bluttat 

Dabei haben ihr die wenigen Menschen aus dem Umfeld des Verbrechens geholfen, die heute noch am Leben sind. Mit ihnen hat sich Helena Henschen getroffen, um mehr über die Beteiligten und das Geschen zu erfahren:

„Das war ein schrecklicher Mord: Mein Onkel Fredrick von Sydow erschlug in Stockholm seinen Vater und die beiden Hausangestellten der Familie. Dann floh er nach Uppsala und dort, in einem bekannten Restaurant, erschoss er sich und seine junge Frau Sofie. Wenn so eine schreckliche Tragödie passiert ist, dann ist sie einem ständig nahe, auch wenn man immer sagt, dass sie nie passiert ist.“

Halbe Familie ausgelöscht

Die furchtbare Tat, bei dem die halbe Familie ausgelöscht wurde; der dunkle Schatten über der Vergangenheit: für Helena Henschen gab es keine andere Möglichkeit, als die dunklen Ecken auszuleuchten, um dem allem seinen Schrecken zu nehmen:

„Natürlich habe ich ein Buch über einen Mord geschrieben. Aber seit 1932 ist schon viel Blut unter den Brücken durchgeflossen. Was die Leser interessiert, ist, dass es um ein Familien-Geheimnis geht. Und so etwas kommt in sehr vielen Familien vor. Glücklicherweise geht es nicht um Mord, aber um andere schwerwiegende Dinge. Und den Menschen fällt es schwer, mit solch einem Schweigen zu leben.“

Deshalb redet und schreibt Helena Henschen über das Geschehene. Ihr Buch lässt noch einen weiteren Schluss zu. In ihrer eigenen Familie muss schon vor dem Verbrechen 1932 ein eisiges Schweigen geherrscht haben. Hinter der wohlhabenden Fassade redeten Vater und Sohn nicht wirklich miteinander. Der alkoholkranke, hoch verschuldete, und wohl auch tief unglückliche Sohn Fredrick riss andere mit in seine Tiefe.

Markus Wetterauer

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