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Schweden: Ein humorvolles Volk?

Publicerat fredag 19 maj 2006 kl 16.44

Die Schweden gelten als zurückhaltend, still und höflich. Für einen ausgeprägten Sinn für Humor sind sie nicht gerade bekannt. Trotzdem hört man auch hierzulande Menschen lachen, es wäre ja auch zu traurig, wenn nicht. Doch worüber lacht der Schwede eigentlich so? 

Humorvoll und dabei geistreich – das ist der Schwede nicht. Keineswegs soll das eine gemeine Verleumdung sein, sondern eine Koryphäe auf dem Gebiet schwedische Mentalität bestätigt die Vermutung. Åke Daun ist Schwedens Star-Ethnologe und er beschreibt die Bedeutung von Humor für das schwedische Sein so:

„Die Schweden sind wohl dafür bekannt, dass sie nicht besonders witzig sind. Wir sind keine grossen Geschichtenerzähler. Wir hören zu, lachen und dann vergessen wir auch schon. Wenn man humoristisch sein will, braucht man ein gutes Gedächtnis. Viele schwedische Witze haben mit Alkohol zu tun und für Südländer sind Witze über Besoffene ja nicht sonderlich lustig. Insgesamt sind wir Schweden eher still und das führt dann dazu, dass wir eher schweigen als etwas Lustiges zu erzählen.“

Schweigen bevorzugt?

Da ist es wieder: Das Klischee vom schweigenden Nordländer. Dabei ist es ja nun nicht so, dass der Schwede insgesamt eine regelrechte Redehemmung hätte. Nur an der lustigen Rede mangelt es vielleicht etwas. Doch da gibt es Abhilfe. Denn statt spontanem Witz gibt im Schwedischen den genormten Witz und der ähnelt wohl am ehesten dem deutschen Ostfriesenwitz. Nur dass man den schwedischen Ostfriesen innerhalb der eigenen Landesgrenzen vergeblich sucht. Der schwedische Ostfriese nämlich ist Norweger, und so ein Witz über den westlichen Nachbarn geht zum Beispiel so:

„Lass mal überlegen… Warum gehen die Norweger auf Zehenspitzen an der Apotheke vorbei? Weil sie die Schlaftabletten nicht aufwecken wollen. (lacht)“

Ein wahrer Schenkelklopfer

Ein klassischer Brüllwitz also, erzählt von Stockholmerin Mona Morssy, Anfang 20. Doch warum sind gerade die Norweger Humoropfer der ansonsten so zurückhaltenden und diplomatischen Schweden? Mona Morssy:

„Über die Norweger macht man sich aus Tradition lustig. Das war schon immer so, dass wir über unsere Nachbarn Witze gemacht haben. Ich glaube nicht, dass es dafür einen richtigen Grund gibt. Man macht es einfach.“

Das ist fast ein bisschen Pflicht, gibt auch Stockholmer Örjan Rode gern zu.

„Absolut. Wir machen gern Witze über die Norweger, weil sie im Grunde genauso sind wie wir. Vielleicht erfinden wir deshalb auch ein paar Sachen über sie. Aber ein bisschen mehr auf Zack als wir sind sie schon.“

Kann das denn sein? Kaum zu glauben, sollte folgender Witz in irgendeiner Form Ähnlichkeit mit lebenden Personen aufweisen.

„Warum lassen die Norweger die Tür auf, wenn sie aufs Klo gehen? Weil sie Angst haben, dass jemand durchs Schlüsselloch guckt.“

Gute, alte Witzetradition unter Nachbarn

Ein guter Witz aus alter Tradition. Denn - nicht unwichtig in diesem Zusammenhang - Schweden und Norweger lebten ein knappes Jahrhundert in schönster Eintracht zusammen, bis sich die Union vor einhundert Jahren friedlich auflöste. Als Brudervölker kann man die beiden noch heute bezeichnen, meint Ethnologe Åke Daun. Und Geschwister ärgern sich eben mit Vergnügen. Seit der Unionsauflösung begeht Norwegen seinen Nationalfeiertag am 17. Mai, zu Norwegisch „syttende maj“. Ein beliebter Ausdruck auch in Schweden, erzählt Ethnologe Daun:

„Syttende maj, also den 17. Mai, den nennen wir auch syttende maj, weil das in unseren Ohren so putzig klingt. Das ist so lustig, wenn man den Mund zum syttende verzieht, fast wie ein Küsschen. Wenn man „siebzehnter“ auf Schwedisch oder Deutsch sagt, hält man die Lippen ganz normal.“

Norwegerwitz aus Norwegen

Aber, man hält es kaum für möglich, auch der Norweger blickt trotz seiner attestierten Niedlichkeit mit einem Augenzwinkern auf seinen schwedischen Nachbarn. Schwedische Ernsthaftigkeit und Hang zum Bürokratismus etwa gehören zu den Eigenschaften, die die Norweger nicht für voll nehmen können. Die Folge: Witze über die Schweden. Und am liebsten dieselben, die auch die Schweden über die Norweger erzählen. Doch wie kommt das? Ethnologe Åke Daun:

„Vorstellbar ist doch, dass ein Norweger einem Schweden erzählt, wie man sich in Norwegen über die Schweden lustig macht. Das will der Schwede dann zu Hause erzählen, aber natürlich über die Norweger! Denn als Schwede kann er den Witz ja schlecht anfangen mit: Es war einmal ein Schwede, der dann was ganz Idiotisches macht… So geht das ja nicht. (lacht).“

Nein, so geht das nicht. Bevor also der Schwede am Ende an seiner ihm eigenen Humorlosigkeit zugrunde geht, importiert er aus Norwegen den Norwegerwitz. Phantasievoll muss man eben sein.

Liv Heidbüchel

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