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Neuerung: Briefe bald im Treppenhaus statt durch die Tür

Publicerat fredag 19 maj 2006 kl 16.55

Bisher liefert die schwedische Post Briefe bis zur Wohnungstür. In den allermeisten Fällen jedenfalls. Doch damit ist in spätestens fünf Jahren Schluss. Schwedens Postwesen nämlich will es den Briefträgern ersparen, treppauf treppab durch jedes Haus zu laufen, nur um jede kleine Postkarte bis zur Wohnungstür zu tragen und dort durch den Briefschlitz zu werfen. Sammelkästen unten im Treppenhaus heisst die Lösung. Was in Deutschland und auch in den Nachbarländern Norwegen und Dänemark vollkommen normal ist, muss den Schweden erst noch mühsam beigebracht werden.

So klingt es, wenn des Nachts die Zeitung durch den schmalen Briefschlitz der Wohnungstüren schwedischer Mehrfamilienhäuser gezwängt wird. Die Seite 1 ist da leicht mal beschädigt, und wer nur eine Ein-Zimmer-Wohnung hat, braucht einen tiefen Schlaf.

Die Schönheit gewisser Geräusche

Und so hört es sich später am Vormittag an. Die Briefe flattern direkt in die Wohnungen. Man braucht sich nur hinunter zur Fussmatte zu bücken und alles einzusammeln, praktischer geht es kaum, findet Stockholmer Roffe Rydén:

„An Geräusche von draussen ist man doch gewöhnt. Mal schlägt eine Tür, der Fahrstuhl klappert und man hört das Belüftungssystem. Ausserdem bekommt man nicht nur offizielle Post, sondern auch mal eine nette Karte. Und da strahlt man so wie die Sonne heute.“

Auf die positive Einstellung kommt es eben an und die bringt auch die 26-jährige Caroline Hejdenberg mit. Als Hundebesitzerin kommt sie ohnehin mehrmals am Tag aus dem Haus. Wo die Post nun landet, macht für sie keinen Unterschied.

„Die Leute finden Veränderungen immer schrecklich. Aber für die Briefträger ist das eine enorme Verbesserung, wenn sie die Briefe unten einwerfen können, und dafür kann man ja wohl Verständnis haben. Es gibt bestimmt alte Menschen, die es superanstrengend finden, überhaupt rauszugehen, aber dann sollen die sich halt beschweren.“

Der Schwede beschwert sich massvoll

Und mit ihrer Beschwerde hält Rentnerin Marianne Ekelund nicht lang hinterm Berg:

„Für die Briefträger ist es sicherlich leichter, wenn sie nur von der Tür zu den Sammelbriefkästen gehen müssen. Ansonsten weiss ich nicht, was das für Vorteile haben soll. Ich will die Post in meiner Wohnung haben.“

Insgesamt jedoch halten sich die Beschwerden in Grenzen. Zumal Alte und Gebrechliche von der neuen Regelung ausgenommen sind. Sie sollen auch nach der Einführung von Sammelbriefkästen weiter ihre Post direkt in die Wohnung bekommen.

Wer sich dagegen aufregt, sind die Vermieterverbände und Mietgemeinschaften. Sie finden, die Post solle die Kosten für die neuen Briefkästen im Hausflur tragen. Vollkommen ausgeschlossen, meint dagegen Sten Selander, Postdirektor beim Staatlichen Amt für Post und Telekommunikation.

„Dass die Post bis zur Haustür ausgetragen wird, ist gratis. Sicherlich hat der Absender dafür bezahlt, dass ich die Post bekomme, aber das könnte genauso gut bedeuten, dass ich die Post auf einem Amt abholen muss. Unserer Ansicht nach ist es ganz natürlich, dass der Empfänger einen Briefkasten zu Hause bereitstellen muss, wenn er die Post nach Hause geliefert bekommen möchte.“

Die Leidtragenden sind die Postboten

Pro Haushalt kostet der Sammelbriefkasten umgerechnet rund 70 Euro. Und da geht man von einem ganz schlichten System aus. Soll der Briefbox ästhetisch ansprechend sein, erhöhen sich die Kosten natürlich. Aber es gibt noch andere Schwierigkeiten, weiss Postbote Nisse Jonsson:

„Mich betrifft das nicht, denn ich trage nur in alten Häusern Post aus. Die fangen ja mit den neuen Häusern an. Und in den alten Hauseingängen ist oft gar kein Platz, also, das wird nicht leicht.“

Seit 30 Jahren trägt Nisse Jonsson in Stockholm Post aus. Allein sein voll gepacktes Fahrrad wiegt an die 100 Kilo. Sicher, weniger Gerenne in den Treppenhäusern wäre schön, doch dann bekommt man vielleicht im Gegenzug einen grösseren Distrikt, befürchtet der Postbote. Ein Blick auf den drahtigen Mann genügt und es bestätigt sich: Bewegung hält schlank:

„Man hält sein Gewicht – wider Willen!“

Mit Empfehlung an guten Willen appellieren

Nicht alle Postboten nehmen ihren Job so gelassen wie der Veteran. Auch wenn es keine Statistik darüber gibt: Briefträger sind überproportional häufig Langzeit krankgeschrieben und müssen umplatziert werden, beklagt das Amt für Post und Telekommunikation. Bislang begnügt man sich jedoch mit einer allgemeinen Empfehlung, dass bis zum 1. Januar 2011 sämtliche Mietshäuser Sammelbriefkästen haben sollen.

Diese Schonfrist bedeutet auch: Eine langsame Umstellung für die traditionellen Schweden und einige Jahre Gelegenheit, sich im Verständnis für die Postboten üben.

Liv Heidbüchel

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