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Boulevard-Blatt wird angeklagt

Publicerat fredag 19 maj 2006 kl 17.39

In den Filmen um Kommissar Beck spielt er den toughen Polizisten, der Fälle gern unkonventionell klärt und dabei des öfteren über die Stränge schlägt. Auch im wirklichen Leben ist der Schauspieler Mikael Persbrandt nicht gerade ein scheues Reh. Unter anderem seine Vorliebe für hochgeistige Getränke ist weithin bekannt. Gleichwohl war schlicht falsch, was das Boulevardblatt ”Expressen” im Dezember meldete: dass Persbrandt nämlich mit akuter Alkoholvergiftung und sozusagen kurz vor dem Exitus in eine Klinik eingeliefert worden sei. Der Schauspieler liess sich das nicht bieten und schlug zurück - mit Erfolg: jetzt hat der Justizkanzler gegen den Herausgeber des Blattes wegen Verleumdung Anklage erhoben.

Die Anklage hat in Schweden für mächtigen Wirbel gesorgt. Nicht nur, weil Mikael Persbrandt zur absoluten Spitzenliga unter den hiesigen Promis zählt. Das Rechtsverfahren an sich ist ungewöhnlich: Eine Person, die sich verleumdet sieht, muss normalerweise den Fall selbst zur Anklage bringen. Nun aber übernimmt dies erstmals seit 15 Jahren der Justizkanzler, also der Rechts-Ombudsman.

“In einem so eindeutigen Verleumdungsfall besteht an einer Anklage ein öffentliches Interesse“, begründet Justizkanzler Göran Lambertz seinen Entschluss. „Expressen“-Herausgeber Otto Sjöberg muss nun im schlimmsten Fall mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen.

“Wir haben einen Fehler gemacht, und dafür haben wir uns entschuldigt“, so der Journalist leicht indigniert. Schon kurz nach dem Druck der Falschmeldung hatte ein aufgebrachter Mikael Persbrandt das Blatt zur öffentlichen Abbitte genötigt. Doch das schon allzu gewohnte Spielchen mit der angeblich grossen Enthüllungsstory und dem kleinen Pardon hinterher, dieses Spielchen also will der Justizkanzler dem Journalisten diesmal nicht durchgehen lassen:

„Man kann nicht ein Verbrechen begehen und hinterher einfach sagen, es tut mir leid, ich nehme das zurück. Was geschehen ist, lässt sich nicht ungeschehen machen. Es besteht Grund, Anklage zu erheben“, sagt Göran Lambertz. Höchst befriedigt zeigte sich die zentrale Figur in diesem Fall, Mikael Persbrandt.

“Hier geht es um viel mehr als nur darum, dass mir Genugtuung widerfährt. So viele von uns werden in der Boulevardpresse mies behandelt. Wenn sie gewisse Stories bringen, reden diese Magazine ja immer gross von einem öffentlichen Interesse. Ich behaupte aber, in Wirklichkeit geht es um ein Eigeninteresse - um Geld und darum, Karriere zu machen. Und dafür geht man über Leichen.“

An die zwanzig Mal habe es im vergangenen Jahr in der Boulevardpresse falsche Meldungen über ihn gegeben, sagt Persbrandt. Doch als er die Story von der angeblichen Noteinlieferung in den Entzug gelesen habe, da sei ihm der Kragen geplatzt. “Weil daran nichts, aber auch gar nichts stimmt. Meist steckt in den Artikeln ja zumindest noch ein Körnchen Wahrheit“, so der Schauspieler mit einem Anflug von Selbstkritik. Auch künftig dürfte Persbrandt mit seinem rasanten Lebensstil ein begehrtes Objekt der Boulevardpresse bleiben. Vor der allzu kühnen Interpretation der Wahrheit dürfte allerdings zumal „Expressen“ nun wohl lieber drei- statt zweimal überlegen.  

Anne Rentzsch

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