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Frauen auf dem Rückzug

Publicerat onsdag 31 maj 2006 kl 12.28

Schweden gilt als „Musterland der Gleichberechtigung“. Doch bei näherem Hinsehen erweist sich manches als kritikwürdig. So ist der schwedische Arbeitsmarkt sehr deutlich aufgeteilt: Das Gros der Frauen befindet sich in schlecht bezahlten Jobs, während die gut bezahlten, attraktiven Arbeitsplätze zumeist Männern vorbehalten sind. Und daran scheint sich vorerst nichts zu ändern. Eine aktuelle Studie zeigt: Die Zahl der Frauen auf führenden Posten in der Wirtschaft geht ständig zurück.

In gewisser Weise ähneln sich die Bilder schwedischer Chefetagen in Wirtschaft und Politik: So besteht die Regierung zwar zur Hälfte aus Frauen; doch die Ministerinnen haben zumeist ein schwaches Profil. Umso mehr schaltet und waltet dafür ihr Vorgesetzter, Ministerpräsident Göran Persson. In der Wirtschaft nun, so zeigt eine Untersuchung des Studienverbandes Wirtschaft und Gesellschaft, SNS, sitzen Frauen zwar in steigendem Masse in den Aufsichtsräten. Was die operativen Chefs anbelangt, also beispielsweise Marketingleiter oder Konzernchefs, ist der Frauenanteil hingegen stetig gesunken.

“Aus einer Machtperspektive betrachtet, ist der Blick auf diese operativen Posten ganz besonders interessant. Jeder weiss, die Macht über die Entwicklung des Geschäfts geht von diesen Posten aus und eben nicht von den Aufsichtsräten“, sagt Johanna Laurin, Forscherin beim Studienverband SNS. Während in den vergangenen Jahren die Geschlechterverteilung in den Aufsichtsräten eifrig und mit Erfolg diskutiert wurde – zwischen 2002 und 2006  verdreifachte sich dort der Frauenanteil auf 18 Prozent – hat man sich der Gleichberechtigung auf Chefniveau kaum angenommen. Dies also hat SNS nun gründlich nachgeholt. Sämtliche schwedische Unternehmen, börsennotierte Riesen ebenso wie herkömmliche Mittelständler, wurden in die Studie einbezogen. Die Situation ist demnach fast überall die gleiche: der Boss ist ein Mann. Nur jeder vierte Chefposten wird von einer Frau bekleidet, im Jahr 2004 war es immerhin noch jeder dritte.

“Schon im vergangenen Jahr konnten wir sehen, dass der Frauenanteil zurückgeht. In diesem Jahr ist es noch deutlicher geworden. Der Rückzug von Frauen ist in allen Privatfirmen zu verzeichnen und in allen börsennotierten Unternehmen, in sämtlichen Landesteil und in nahezu sämtlichen Branchen“, sagt Johanna Laurin.

Zum Teil, so mutmasst die Forscherin, sei dies wohl auf den steigenden Frauenanteil in den Aufsichtsräten zurückzuführen: So manche hoch qualifizierte Frau wähle eben lieber eine Karriere als Aufsichtsrats-Profi statt als Chef. Gleichzeitig müsse man sich aber nach den Gründen für diese Entscheidung fragen. Eine mögliche Antwort: die Angst vor dem Scheitern. Auch im Musterland der Gleichberechtigung verzeiht man Frauen Fehler eben schwerer als Männern.

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