Du måste aktivera javascript för att sverigesradio.se ska fungera korrekt och för att kunna lyssna på ljud. Har du problem med vår sajt så finns hjälp på http://kundo.se/org/sverigesradio/

Anklage gegen TeliaSonera-Chef

Publicerat torsdag 1 juni 2006 kl 15.10
TeliaSonera-Chef Anders Igel

Wo verläuft sie genau - die feine Grenze zwischen der zulässigen Pflege von Geschäftsbeziehungen und Bestechung? Diese Frage wird in Schweden gerade wieder heiss diskutiert.  Die Staatsanwaltschaft in Stockholm hat nämlich Anklage erhoben gegen den Vorstandschef des schwedisch-finnischen Telekommunikations-Riesen Telia Sonera  und gegen dessen Schwedenchefin.

Es war im April vergangenen Jahres. TeliaSonera hatte eine Privatvorstellung des Erfolgsmusicals Mamma Mia gebucht und dazu rund 200 Personen eingeladen – Abendessen inklusive. Bei den 200 handelte es sich vornehmlich um Angestellte des öffentlichen Dienstes, um die Chefs und Chefinnen von staatlichen Ämtern und Behörden sowie deren Partner. Tom von Weymarn, Vorsitzender des TeliaSonera-Aufsichtsrates:

”Das sei ganz normale Praxis im Geschäftsleben, in Schweden, im Norden , überall in Europa und wirklich nichts Besonderes”, meint von Weymarn.

Einer der Eingeladenen war da jedoch ganz anderer Auffassung. Stefan Strömberg, Chef der Zentralen Polizeibehörde, fand die Einladung zum Musical-Abend gar nicht lustig und zeigte Telia Sonera kurzerhand bei der Staatsanwaltanschaft an: wegen versuchter Bestechung.

Gerichtliches Nachspiel
Als man beim Konzern von dieser Anzeige Wind bekam, blies man die ganze Veranstaltung ab. Dennoch hat sie jetzt – mehr als ein Jahr später - ein gerichtliches Nachspiel: Vorstandschef Anders Igel und  Marie Ehrling, zuständig für das Schweden-Geschäft bei TeliaSonera, sind der Bestechung angeklagt. Der zuständige Oberstaatsanwalt ist Christer van der Kwast von der Anti-Korruptions-Abteilung:

”Hier geht es um die Höhe der Vergünstigungen und was diese mit den jeweiligen Arbeitsaufgaben der Beteiligten zu tun haben. Dann muss man das alles zusammen abwägen und schauen, ob die gesetzlichen Grenzen für die Angemessenheit überschritten sind. Und ich finde, dass in diesem Bereich Null-Toleranz gelten sollte oder fast Null-Toleranz.”

Angeklagte schweigen
Mit anderen Worten: Hätte TeliaSonera zu einem einfacheren Geschäftsessen geladen, dann wäre das ok gewesen. So aber - mit der Einladung zu einem Musical - sieht das Ganze nach Auffassung des Staatsanwaltes anders aus, bekomme die Veranstaltung einen gewissen Privatcharakter.
Die Angeklagten, Anders Igel und Marie Ehrling, wollen sich zu den Vorwürfen nicht öffentlich äussern. Aus dem Konzern heisst es lediglich, man sei sich keiner Schuld bewusst. War die Einladung zu MammaMia plus Abendessen nun ein Bestechungsversuch oder nicht – darüber entscheiden jetzt die Richter entscheiden. TeliaSoneras  Aufsichtsrat-Vorsitzender von Weymarn:

”Wenn nicht deutlich ist, wo die Grenzen verlaufen, dann ist es natürlich begründet, dass das jetzt untersucht wird.Aber gleichzeitig ist es äusserst schade, dass zwei Menschen, die nur ihre Arbeit getan haben, diesem unangenehmen Verfahren ausgesetzt werden.”

Karin Häggmark

Grunden i vår journalistik är trovärdighet och opartiskhet. Sveriges Radio är oberoende i förhållande till politiska, religiösa, ekonomiska, offentliga och privata särintressen.
Har du frågor eller förslag gällande våra webbtjänster?

Kontakta gärna Sveriges Radios supportforum där vi besvarar dina frågor vardagar kl. 9-17.

Du hittar dina sparade avsnitt i menyn under "Min Lista".