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Gutes Zeugnis für Lidl in Schweden

Publicerat tisdag 27 juni 2006 kl 17.20

Die deutsche Ver.di-Gewerkschaft geht in einem gerade veröffentlichten Schwarzbuch hart mit der Lidl-Discountkette ins Gericht: Die Arbeitsbedingungen vor allem der weiblichen Angestellten werden scharf kritisiert. Lidl sei billig auf Kosten seiner Mitarbeiter. Ähnliches hörte man vor geraumer Zeit auch in Schweden, aber inzwischen bietet sich hier ein anderes Bild. Klaus Heilbronner berichtet.

Als die deutsche Lidl-Kette vor drei Jahren die ersten Läden in Schweden eröffnete, sah sich das Unternehmen einer massiven Propaganda-Offensive ausgesetzt. Die Angestellten, so hiess es, würden schlecht behandelt, und die Waren seien minderwertig. Die Kampagne gipfelte gar in der Behauptung, die von Lidl verkaufte deutsche Milch sei gesundheitsschädlich. Konnte es sein, dass solche Gerüchte auch deshalb kursierten, weil die einheimischen Lebensmittel-Ketten um ihre Monopolstellung fürchteten?

John Haataja, Tarifexperte beim schwedischen Verband der Einzelhandels-Angestellten, gibt eine klare Antwort:

„Ja, absolut. Vorher beherrschten ja drei grosse Handelsketten den Markt, und das Auftauchen der Billigläden hat Unruhe verursacht.  Es hat auch dazu geführt, dass die etablierten Händler eigene Billigprodukte anbieten, um Kosten zu senken. Also natürlich hat es grosse Veränderungen gegeben. Der gesamte Einzelhandel ist ja von ausländischer Konkurrenz betroffen, aber schwedische Unternehmen wie IKEA und Hennes und Mauritz konkurrieren ja auch auf ausländischen Märkten. Wir leben eben heute in einer globalen Welt.“

Diese Einsicht setzt sich in Schweden nur allmählich durch. Der Umgang mit ausländischer Konkurrenz fällt hier immer noch schwer. So musste eine lettische Baufirma ein Projekt in Vaxholm aufgeben, weil schwedische Gewerkschaften gegen die Niedriglöhne der Bauarbeiter protestierten.

Auf diesen Punkt angesprochen, wies Haataja die Darstellung zurück, die hiesigen Lidl-Angestellten seien schlechter gestellt als ihre Kollegen bei schwedischen Handelsketten:

„Als das Unternehmen nach Schweden kam, wurden vor Eröffnung der Läden Tarifverträge geschlossen. Lidl trat in die Arbeitgeber-Organisation ein und informierte sich über die hiesigen Gesetze und Regeln. Lidl hat ja hier eine schwedische Leitung, die mit dem geltenden Arbeitsrecht vertraut ist. Und in Schweden halten wir felsenfest an unserem Arbeitsrecht, den geltenden Tarifverträgen und Rechten fest.“

Und wenn es doch einmal Probleme gibt?

„Wir stehen in gutem Kontakt mit Lidl. Wir haben offene Kanäle, und wenn es nötig ist, können wir den Personalchef anrufen und Probleme gemeinsam lösen.“

Vielleicht könnte die deutsche Ver.di-Gewerkschaft überlegen, ob sie sich für den künftigen Umgang mit Lidl Ratschläge aus Schweden holen sollte.

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