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Sommermisere im Gesundheitswesen

Publicerat onsdag 28 juni 2006 kl 14.44

Schweden lässt sich gern dafür loben, dass seine Gesundheitsfürsorge vorbildlich ist. Im internationalen Vergleich nimmt das Land einen Spitzenplatz ein. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus. Klaus Heilbronner:

Der vierjährige Freddy aus Stockholm klagte vor ein paar Tagen über Atemnot. Als sich sein Zustand verschlimmerte, fuhr seine Mutter am Abend mit ihm zur Notaufnahme des nahegelegenen Astrid-Lindgren-Kinderkrankenhauses. Doch statt der erhofften schnellen Hilfe mussten Freddy und seine Mutter die ganze Nacht im Wartezimmer verbringen, ehe ein Arzt zu sprechen war. Erst am Morgen wurde das Kind untersucht und bekam Antibiotika.

Dass dies leider kein Einzelfall ist, wird klar, wenn man erfährt, dass für die Erste-Hilfe-Versorgung der rund 460 000 Kinder in der Region Stockholm nachts ganze zwei Ärzte zur Verfügung stehen.

Anders Boman, Chef der Notaufnahme im Astrid-Lindgren-Krankenhaus, räumt Missstände ein, wenn auch mit Einschränkungen:

„Es gibt lange Warteschlangen, weil viele Kinder zur Notaufnahme kommen. Wir können die Schwerkranken versorgen und tun das auch, aber es gibt ja minder schwere Fälle, die in anderen Abteilungen behandelt werden können.“

Nun sind die meisten Eltern keine Mediziner, und wenn ihr Kind krank oder verletzt ist, dann ist die Notaufnahme natürlich ihr erstes Ziel.

Aber auch erwachsene Hilfesuchende haben besonders im Sommer unter den Mängeln im Gesundheitswesen zu leiden. In den zwölf grössten Krankenhäusern des Landes wird zur Zeit nur in akuten Fällen operiert. Die Bettenzahl wurde von 9000 auf 6500 verringert, und ganze Abteilungen sind geschlossen. Das liegt vor allem daran, dass schwedische Arbeitnehmer – also auch die im Gesundheitswesen – Anspruch auf vier Wochen zusammenhängenden Sommerurlaub haben.

Eva Nilsson Bågenholm, die Vorsitzende des schwedischen Ärzteverbandes, schildert die Zustände in Göteborg:

„Ich hatte letzten Sonntag Bereitschaftsdienst im Sahlgrenska-Krankenhaus, und da haben viele Menschen lange warten müssen, um einen Arzt zu treffen, manche bis zu 24 Stunden. Nach der Untersuchung mussten viele Patienten noch einmal lange warten, weil keine Betten frei waren. Das war eine sehr schwierige Situation, und zeitweise war es ziemlich chaotisch.“

Die Ärztin macht aus ihrer Kritik an den Behörden kein Hehl:

„Es ist unerhört wichtig, aus früheren Sommern zu lernen. Bei der Akutbehandlung müssen einfach genügend Ärzte und Schwestern da sein, um die Hilfesuchenden zu betreuen. Man muss auch den Bettenbedarf ermitteln; da gibt es keine so grossen Unterschiede von Jahr zu Jahr.“

Die prekäre Lage kommentierte mit gewohnt schwedischer Gelassenheit ein junger Mann nach stundenlanger Wartezeit in der Notaufnahme. Ihm war beim Fussballspielen die Achillessehne gerissen, und er harrte nun des Arztes, der da kommen sollte. Seine pragmatische Einschätzung sei hiermit an die zuständigen Stellen weitergeleitet:

„Natürlich brauchen die auch Urlaub, aber irgendwie muss das geregelt werden, denn die Leute hören ja nicht auf, krank zu werden oder sich zu verletzen, nur weil Sommer ist. Eher ist es wohl umgekehrt.“

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