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Schreiben Schwedens Ärzte zuviel krank?

Publicerat torsdag 29 juni 2006 kl 15.34

In der schwedischen Ärzteschaft gibt es einen schwelenden Konflikt: Kassenärztliche Diagnosen, die zu Krankschreibungen führen, werden immer öfter von den Medizinern der staatlichen Krankenversicherung angezweifelt. Der schwedische Rechnungshof hat die Versicherung jetzt ermahnt, im Umgang mit Antragstellern auf die sorgfältige Einhaltung der Bestimmungen zu achten.

Klaus Heilbronner:

Schwedens Regierung will erreichen, dass die Zahl der Krankschreibungen im Lande in den nächsten zwei Jahren halbiert wird. Die Formulierung lässt aufhorchen: Nicht die Erkrankungen, sondern die Krankschreibungen sollen abnehmen. Die Behörden meinen nämlich, dass Ärzte zu oft und häufig unbegründet Arbeitsunfähigkeit bescheinigen. Als Beispiel wird darauf verwiesen, dass viele, auch junge Leute ihre Krankschreibung mit der Begründung erreichen, sie seien ausgebrannt. Solche Diagnosen sieht man bei der staatlichen Krankenversicherung nicht gern. Die Ärzte der Försäkringskassa legen da strengere Massstäbe an. Sie meinen, dass Krankschreibungen in solchen Fällen nicht immer notwendig sind. Mit gewohnter schwedischer Zurückhaltung wird dabei vermieden, von Drückebergerei zu sprechen.  

Siwert Gårdestig, leitender Mediziner bei der staatlichen Versicherung, erläutert den Standpunkt seiner Behörde:

„Ich glaube, es gibt mehrere Gründe dafür, dass wir zu unterschiedlichen Beurteilungen kommen. Zum Teil gibt es Meinungsverschiedenheiten über den Begriff Arbeitsfähigkeit. Wir sind besorgt darüber, dass Leute krankgeschrieben werden, ohne dass man die Möglichkeiten nutzt, dies zu vermeiden. Wir wollen diese Möglichkeiten früher und schneller aufzeigen. Da sind wir bisher vielleicht zu nachgiebig und zu nachlässig gwesen.“

Bengt Johansson, Vorsitzender des unabhängigen versicherungsmedizinischen Kollegiums, äussert Verständnis für die Argumente der Behörde, unterstreicht aber auch die Bedeutung des Vertrauens zwischen Patient und Arzt:

„Ein Patient soll nicht glauben müssen, dass man ihm misstraut oder dass seine Angaben angezweifelt werden. Aber ich verstehe auch das Problem der Versicherung. Denn als Arzt steht man ja dem Patienten sehr nahe, und da können gewisse Faktoren überbetont werden, für die der Gesetzgeber keine Beiträge zahlen will, das ist schon klar.“

Johansson warnt vor ernsten Folgen, falls die Versicherung Krankschreibungen nicht anerkennt und die Antragsteller zur Arbeitsvermittlung schickt, die sie abweist, weil sie tatsächlich krank sind:

„Damit geraten sie zwischen alle Stühle, fallen durch das schützende Netz und werden zum Sozialfall. Und das ist keine Ausnahme. Es muss ziemlich viele solcher Fälle in Schweden geben.“

Siwert Gårdestig nimmt die Versicherung in Schutz. Sie sei grundsätzlich zur Anerkennung der Krankschreibungsanträge bereit:

„In den allermeisten Fällen tun wir das, und der Anteil, bei denen wir uns nicht einig sind, macht ungefähr ein Prozent aus. International gesehen ist das eine sehr niedrige Zahl.“

Also viel Lärm um nichts? Das bedeutet im Klartext: Die Regierung wird die Zahl der Krankschreibungen nur dann halbieren können, wenn sie auch Krankheiten und Unfälle zur Hälfte ausmerzt. Schöne neue Welt.

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