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Menschenhandel: Eine unterschätzte Gefahr

Publicerat onsdag 5 juli 2006 kl 16.08
Die Ware Mensch

In Schweden hatte man Angst vor der Fussball-WM in Deutschland. Nicht etwa weil man um die Niederlage der eigenen Mannschaft bangte. Vielmehr fürchtete die skandinavische Nation eine unkontrollierbare Welle des Menschenhandels, die aus den osteuropäischen Ländern sowie Russland und der Ukraine über Europa hereinschwappen könnte. Ein Bericht der Internationalen Organisation (IMO) für Migration hat die Gemüter beruhigt: Die Behörden haben alles im Griff.

Problematisch hingegen ist die Einstellung der Bevölkerung in den betroffenen Ländern. Gerade hoch gebildete Menschen unterschätzen oft die Gefahr des organisierten Menschenhandels und werden selbst zu Opfern.

Es sind meist Frauen aus ärmlichen Verhältnissen oder Menschen, die in Not geraten sind, auf die es Menschenhändler abgesehen haben. In der Regel stammen sie aus Osteuropa und den post-sowjetischen Staaten. Sie träumen von einer besseren Zukunft - geködert werden sie mit holen Versprechen, einem Jobangebot oder vorgegaukelter Liebe.

Trügerisches Opferschema

Dieses Bild hat sich in den Köpfen der Bildungseliten festgesetzt. Doch die Gefahr, die von internationalen Schleppern ausgeht, wird gerade von der hoch gebildeten Bevölkerung unterschätzt. „Mir kann das nicht passieren“, eine oft gefällte Fehleinschätzung, die gerade Akademiker immer häufiger in die Fallen der Menschenhändler tappen lässt. Das meint Fredrik Larsson, ein Vertreter der internationalen Organisation für Migration (IOM):

„Die meisten Bürger der Ukraine oder Weissrussland zum Beispiel wissen von dem Problem des Traffikings, sie glauben aber nicht, dass es sie treffen könnte. Doch tatsächlich haben rund 70 Prozent der Betroffenen eine gute Schulbildung. Und es sind meist diese Hochgebildeten, die die schlechteste Einstellung gegenüber dem Problem haben. Sie glauben oft, es träfe stets andere, aber nicht sie selbst.

Aufklärung und Zusammenarbeit

Seit fünf Jahren ist Larsson in der IOM tätig. Er glaubt, dass nur ein starkes Netzwerk den Menschenhandel in den gefährdeten Regionen stoppen kann. Die Einbindung von Polizei, Kirchen, Gewerkschaften und anderen Vereinigungen könnte bei der Aufklärung über die bestehenden Gefahren helfen. In der Ukraine habe man damit Erfolg, sagt Larsson. Doch die Methoden der Menschenhändler werden immer raffinierter. In zwei Dritteln aller Fälle sind es weibliche Lockvögel, die den Kontakt zu jungen Mädchen aufnehmen.

„Das kann man damit erklären, dass sich die Vorgehensweise der Menschenhändler und der organisierten Verbrecherbanden verändert hat”, führt Larsson aus. ”Gerade wenn es um die Auswahl der Opfer geht. Früher hat man Anzeigen geschaltet, heute setzt man mehr auf den persönlichen Kontakt. Eine Frau ist einfach vertrauenserweckender.“

Kein reines Geldgeschäft

Trotz der gewieften Methoden der Schlepper, haben Länder wie die Ukraine viel versprechende Systeme entwickelt. Larsson ist überzeugt davon, dass sie bald ihre Wirkung zeigen werden. Nur wenn viele Kräfte aus der Gesellschaft gemeinsam gegen die Mafia und die wirtschaftlichen Interessen dahinter angehen, könne man etwas erreichen, sagt Larsson.

„Der Menschenhandel hat tiefere Ursachen als bloss ökonomische Beweggründe. Man muss auch sehen, dass Menschen etwa aus der Ukraine oft in bis zu 55 verschiedenen Ländern in der ganzen Welt gehandelt werden. Und oft sind Länder dabei, die noch ärmer sind als die Ukraine selbst. Wir müssen also auch andere Motive in Betracht ziehen wie etwa kulturelle Faktoren und die Mechanismen des organisierten Verbrechens.”

Birgit Ulrich

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