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Sehenswürdigkeiten vom Wasser

Publicerat fredag 21 juli 2006 kl 12.25

Die Schönheit Stockholms ist in etlichen Liedern verewigt worden, und fast immer geht es darin ums Wasser. Stockholm liegt auf 14 Inseln, verbunden durch über 50 Brücken. Das Salzwasser der Ostsee fliesst hier mit dem Süßwasser des Sees Mälaren zusammen und egal, wo man sich befindet, scheint doch überall immer auch Wasser zu sein. Für die hiesigen Fährunternehmen ist klar, dass denn Stockholm auch erst vom Wasser aus so richtig zur Geltung kommt. Entsprechend gibt es etliche verschiedene Bootstouren im Angebot.

Treffpunkt Strömkajen vor Stockholms edelstem Hotel, dem Grand Hotel. Am Kaiplatz liegen die Barkassen, die kurze und lange Trips durch Stockholm und bis hinaus in die Schären anbieten. Wienerin Judith Zehetner hat sich für die zweistündige Tour „Unter den Brücken Stockholms” mit englischsprachiger Fremdenführerin entschieden: „Also ich persönlich mag Bootsfahrten immer sehr gerne. Und besonders bei diesem Wetter ist das schon ein Erlebnis, die Stadt vom Wasser aus zu sehen. Wo das gerade in Stockholm so etwas Besonderes ist, dass es soviel Wasser in der Stadt gibt. Sie scheint sehr großflächig zu sein und alles wirkt sehr entspannt und gemütlich, das gefällt mir gut.”

Schön und scheppernd
Kaum hat die Barkasse abgelegt, erschallt die Stimme der Fremdenführerin blechern durch die Lautsprecherboxen. Ross Murray aus Vancouver bereut ein bisschen, dass sie sich nicht für eine Führung per Kopfhörer entschieden hat: „Die Tour wäre besser, wenn ich mehr verstehen würde. Stockholm vom Wasser aus ist schön. Weil man so wenig hört, weiss ich leider nicht so recht, wo genau wir uns befinden. Aber die Aussicht ist hübsch und wir wissen, dass wir in Stockholm sind”, lacht er verschmitzt.

Das Boot fährt zunächst einmal um die Museumsinsel Skeppsholmen herum, sofort fällt der Blick auf einen pompösen grau-braunen Kasten zur Rechten: Das königliche Schloss, eines von Nordeuropas gewaltigsten Barockbauten und zugleich Arbeitsplatz von König Karl XVI. Gustav. Daneben beginnt Stockholms Juwel, die Altstadt Gamla Stan mit ihren winzigen Gässchen zwischen den roten und gelben Häusern aus dem 17. Jahrhundert. 

Auch für Einheimische
Die Tour „Stockholm unter den Brücken” wendet sich explizit auch an Stockholmer wie Bosse Blomberg. Er ist seit kurzem pensioniert, endlich kann er sich seine Stadt vom Wasser aus ansehen: „Neu ist für mich natürlich nichts, aber man bekommt eine andere Perspektive. Man fährt auf dieses majestätische Nationalmuseum zu und noch bevor die Führerin was erklärt, sagen die Leute schon: Oh, was ist das denn für ein tolles Gebäude? Genauso beim Nordischen Museum. Das ist ja so ein richtiges Spukschloss in gotischem Stil. Und dann das Königliche Dramatische Theater mit den vergoldeten Figuren an der Fassade. Das ist ganz zauberhaft, aber fast ein bisschen kitschig.”

Bosse Blomberg wohnt auf Södermalm, Stockholms ehemaligem Arbeiterviertel. Inzwischen ist die Barkasse durch die erste Schleuse am Verkehrsknotenpunkt Slussen gefahren und nimmt nun ihren Weg den See Mälaren hinauf, einmal um Södermalm herum - vorbei an restaurierten Fabrikgebäuden aus rotem Klinker, den schicken Neubauten für die Besserverdienenden und dann taucht da plötzlich direkt am Hang eine Schrebergartenkolonie auf. „Ein Astrid-Lindgren-Land mitten in Stockholm”, sagt Stockholmer Bosse Blomberg begeistert über die roten Zehn-Quadratmeter-Häuschen. „Diese winzigen Häuschen mit ihren phantastischen Gärten sind so niedlich! Mitten in der Stadt ist das wirklich etwas Besonderes!”

Salut fürs Altenheim
Hinter der Danviksbucht am anderen Ende von Södermalm fällt ein gewaltiges Gebäude aus dem 16. Jahrhundert ins Auge. Ein Herrensitz mit eigenem Kirchturm, möchte man meinen. Aber Bosse Blomberg weiss es besser: „Dieser prunkvolle Bau war früher ein Irrenhaus, jetzt ist es nur noch ein Altersheim. Es soll sogar mal eine Flotte gegeben haben, die salutiert hat, weil die dachten, das sei das Schloss. Aber vielleicht ist der Unterschied auch nicht so groß.”

Nach knapp zwei Stunden, 15 Brücken und zwei Schleusen ist der Kaiplatz wieder in Sicht. Für einen routinierten Seemann wie Kapitän Bengt Grundström sind die Touri-Fahrten zwar keine berufliche Herausforderung - doch langweilig wird Wahlstockholmer Bengt Grundström seine Stadt trotzdem nie: „Das ist ein nettes Umfeld, man trifft so viele positive Menschen. Ausserdem passiert ständig etwas, auch wenn man vielleicht denken könnte, dass die Touren ziemlich eintönig sind. Aber hier ist so viel Schiffsverkehr und es sind so viele Leute unterwegs. Nur ganz selten mal ist jemand eingeschnappt oder gibt dumme Kommentare ab. Viele bedanken sich sogar richtig und man fragt sich, wieso eigentlich. Aber klar: Die haben ja auch etwas erlebt.”

Liv Heidbüchel

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