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Wie gehen Schweden mit Antisemitismus um?

Publicerat fredag 28 juli 2006 kl 11.59

Die Unruhen im Libanon haben antisemitischen Strömungen zu neuen Kräften verholfen. Auch in Schweden trauen sich immer mehr Menschen, ihre anti-jüdische Einstellung offen zu äussern. Doch die schwedische Bevölkerung ist nicht wirklich gut vorbereitet auf den aufflammenden Juden-Hass. Zu diesem Schluss kommt der Ideenhistoriker Henrik Bachner. Klaus Heilbronner berichtet.

Antisemitismus gibt es, seit es Juden gibt. Mit dieser banal anmutenden Feststellung kann man jede Kontroverse über jüdische Themen in Gang bringen. In Schweden ist das anders. Hier wissen selbst manche Politiker nicht, was der Begriff eigentlich bedeutet. Warum das so ist, erläutert der mit dem Thema vertraute Historiker Henrik Bachner:

„Wir hatten keine eigene Forschung, und man interessierte sich auch nicht für die Forschung in anderen Ländern, unter anderem in Deutschland, in den USA und in Israel. Deshalb ist dieses Thema schwedischen Akademikern, Intellektuellen und Politikern ziemlich fremd. Und das merkt man auch, wenn heute darüber diskutiert wird.“

Konkreter Anlass für solche Diskussionen sind in diesen Wochen die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Das harte Vorgehen der Israelis, deren Bomben auch Unschuldige töten, hat bei vielen Schweden Empörung und scharfe Kritik ausgelöst. Sind sie deshalb Antisemiten? Henrik Bachner stellt klar:

„Kritik an der Politik Israels ist kein Antisemitismus. Solche Kritik muss man auf die selbe Weise äussern können wie Kritik an der Politik anderer Staaten, ohne dass man dafür beschuldigt wird. Das geschieht auch. Wir haben ja eine sehr offene und harte Diskussion über Israel und den Nahost-Konflikt.“

Bachner warnt jedoch davor, die verfassungsmässig garantierte Meinungsfreiheit zu missbrauchen:

„Man muss ja erkennen können, worum es sich handelt: Was sind Kritik und Diskussion um den Nahost-Konflikt, und was sind rein antisemitische Äusserungen?  Wenn jemand es für legitim hält, ganz allgemein zum Mord an Juden aufzurufen, und damit bewirkt, dass auch grober Anti-Semitismus plötzlich zur gesellschaftlichen Diskussion gehört, dann ist das sehr gefährlich.“

Nach Ansicht des Historikers ist es auch nicht ausgeschlossen, dass Antisemitismus zu aktuellen innenpolitischen Zwecken herhalten könnte:

„Und dann ist es ja so, auch wenn man das nicht übertreiben sollte, dass die Gruppe der Muslime in Schweden im Vergleich zur Gruppe der Juden relativ gross ist, und das ist ja auch eine wichtige Wählergruppe.“    

Antisemitismus als Wahlstrategie? Nein danke.

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