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Schweden schaltet Reaktoren ab

Publicerat torsdag 3 augusti 2006 kl 17.50
Das Kernkraftwerk Forsmark nördlich von Uppsala

Die drei aktiven Kernkraftwerke Schwedens produzieren ungefähr 50 % des Stromes des Landes. Von den insgesamt 10 Kernreaktoren steht die Hälfte jetzt aber still. Der Grund: Letzte Woche wurde die Stromversorgung des Kernreaktor Forsmark 1 nördlich von Uppsala durch einen Kurzschluss unterbrochen. Gleichzeitig machten zwei der vier Notstrom-Aggregate schlapp. Nachdem die schwedische Strahlenschutzbehörde die übrigen Reaktoren im Lande überprüft hatte, stellte sie beim Kernkraftwerk in Oskarshamn die gleichen Sicherheitsmängel fest. Als Resultat wurden am Mittwoch abend zwei weitere Reaktoren abgestellt.  

„Da wir immernoch nicht genau wissen, ob die Reaktoren einem Stromausfall, wie dem von Forsmark, standgehalten hätten, haben wir beschlossen, die Reaktoren zu stoppen. Sie werden so lange abgeschaltet bleiben, bis wir sicher sein können, dass unser Sicherheitssystem funktioniert,“ sagt der Pressechef des Kernkraftwerkes Oskarshamn, Anders Östberg.   

Auf Grund der Untersuchungen der Atomschutzbehörde stehen jetzt also zwei der drei Reaktoren im småländischen Oskershamn still – und ebenfalls zwei der drei Reaktoren von Forsmark in Uppland. Alle weisen die gleichen Systemmängel auf, die vergangege Woche bei Forsmark zum Stromausfall, dem Ausfall der Not-Aggregate und zum sofortigen Stopp des Reaktors führten.

Anders Östberg bemerkt aber, dass man die Reaktoren in Oskarshamn nur zur Sicherheit abgeschaltet habe. Auf die Frage, ob man einen Vorfall wie den bei Forsmark befürchtet habe, antwortet er: „Auf keinen Fall! Da müssten wir wie bei Forsmark 1 zuerst den auslösenden Fehler in der Schaltanlage haben, und dort haben wir augenblicklich jegliche Arbeit untersagt.“

Keine Gefahr für die Allgemeinheit
Drei der vier Reaktoren des Kernkraftwerkes Ringhals an der schwedischen Westküste laufen allerdings wie gewohnt, da sie von einem anderen Sicherheitssystem überwacht werden. Der vierte Reaktor ist zur Zeit auf Grund von gewöhnlichen Wartungsarbeiten ausser Betrieb.

Diese Meldungen beunruhigen nun die schwedische Öffentlichkeit: Viele befürchten einer Reaktorkatastrophe wie der vom Tschernobyl nur knapp entgangen zu sein. Dennoch stellt sich der Pressechef der Atomschutzbehörde Anders Jörle stellt sich vehement dagegen. Eine Kernschmelze sei niemals zu befürchten gewesen. „Das Ganze war natürlich unglücklich. Wenn man schon ein Sicherheitssystem hat, muss das natürlich auch funktionieren. Klappt das nicht, kann ein Kraftwerk auch nicht aktiv sein – so sind die Regeln. Nach dieser Definition ist die Lage ernst. Dagegen besteht keine akute Gefahr für die Allgemeinheit,“ so Jörle.

Forderungen nach Stillegung aller Atomkraftwerke

Gerade die Allgemeinheit wird nun aber aufhorchen. Denn seit Schweden 1980 den Atomausstieg beschlossen hatte, hat sich die öffentliche Meinung geändert. Heutzutage ist eine Mehrheit der Schweden der Kernkraft gegenüber durchaus positiv eingestellt. Das kann sich jetzt anders werden:

So hatte Greenpeace bereits Mittwoch vormittag eine Stillegung sämtlicher Atomkraftwerke gefordert. Diese solle solange andauern, bis die Atomschutzbehörde die Sicherheitsmängel behoben habe. Gleichzeitig nimmt die Organisation den Vorfall zum Anlass, um die Disskussion um die Nutzung natürlicher statt fossiler Energiequellen voranzutreiben.

Umweltministerin Lena Sommestad begrüsst die Forderungen von Greenpeace: „Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass die gesamte Kernkraft langfristig durch erneuerbare Eneriequellen ersetzt werden kann. Das Wichtigste für uns ist deshalb ein Erfolg bei der Entwicklung der Alternativen.“
Britta Christott

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