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Bessere Therapie von gewalttätigen Männern

Publicerat tisdag 8 augusti 2006 kl 15.45

Das Thema häusliche Gewalt erhitzt in Schweden regelmässig die Gemüter. Frauenhäuser und andere Hilfseinrichtungen für die Opfer verzeichnen einen unvermindert starken Zulauf. Doch, um der Gewalt vorzubeugen, die meist von Männern ausgeht, muss mehr getan werden. Diese Forderung erhebt nun eine staatliche Untersuchung. Der zuständige Minister gelobt sogleich mehr Einsatz in dieser Frage.

Die Zahlen sind alarmierend: Jede zehnte Frau, die mit einem Mann zusammenlebt, ist bereits ein- oder mehrmals Opfer dessen Gewalt geworden. Laut der Kinderschutzorganisation „Rädda Barnen“ werden landesweit 200.000 Kinder regelmässig Zeugen häuslicher Gewalt. In ganz Schweden haben Frauenhäuser und Kinderschutzzentren Hochkonjunktur. Es werde zwar viel für die Opfer getan, meint die Leiterin der staatlichen Untersuchung zur häuslichen Gewalt, Maria Eriksson. Doch bekämpfe man derzeit eher die Symptome, als dass man die Ursachen angehe, kritisiert die Soziologin:

„Es entstehen zwar immer mehr Einrichtungen, doch wird deren Arbeit nicht ausreichend dokumentiert. Das gilt sowohl für Einrichtungen, die sich an geschlagen Frauen und Kinder wenden, als auch für solche, die sich an gewalttätige Männer richten. Da gibt es also noch viel zu tun.“

Mangelnde Koordinierung 

Derzeit gibt es in Schweden 50 soziale Einrichtungen, die sich um gewalttätige Männer kümmern. In der Regel handelt es sich dabei um staatliche Träger. Was laut der Untersuchung fehlt, ist eine Stelle, die die Arbeit zur Therapie und Vorbeugung von Gewaltbereitschaft koordiniert. Von diesem Vorschlag hält Gleichstellungsminister Jens Orback grundsätzlich zwar viel. Dennoch will der Minister gut einen Monat vor der Reichstagswahl keine konkreten Zusagen machen:

„Zunächst einmal muss die Regierung den Haushalt erstellen. Es spricht einiges dafür, die bestehenden Einrichtungen auszubauen sowie ein neues nationales Zentrum einzurichten. Hier könnten dann die Informationen und Erfahrungen aus dem ganzen Land zusammenlaufen.“

Zuviel Aufmerksamkeit für die Männer? 

Orback teilt die Auffassung von Untersuchungsleiterin Maria Eriksson, häusliche Gewalt lasse sich nur dann eindämmen, wenn man sich den Tätern angemessen widme – also in der Regel den schlagenden Ehemännern bzw. Vätern. Vorwürfe, damit gewähre er den Tätern mehr Aufmerksamkeit als den Opfern, weist der Minister zurück:

„Ich will den Fokus nicht von den geschlagenen Frauen auf die schlagenden Männer richten, sondern ich will einfach, dass Frauen nicht mehr geschlagen werden. Das erreicht man einerseits über Strafen, andererseits über vorbeugende Massnahmen. Wo kein Mann mehr schlägt, wird auch keine Frau mehr geschlagen. Diese Logik ist doch recht einfach. Dank dem Bericht werden wir nun daran arbeiten.“

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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