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Geschönte Statistik?

Publicerat onsdag 9 augusti 2006 kl 17.21

Fragt man die Schweden, welches Thema für sie bei den Parlamentswahlen am 17. September am wichtigsten ist, so ist die Antwort eindeutig: Arbeit und Arbeitsplätze. Eigentlich – so möchte man meinen, müssen sich die Schweden darüber nicht allzu sehr den Kopf zerbrechen, denn die sozialdemokratische Regierung brüstet sich gerne mit den – im europäischen Vergleich – relativ niedrigen Arbeitslosenzahlen. Alles Lug und Trug behauptet nun die bürgerliche Opposition und bläst zum Auftakt des Wahlkampfes zum Frontalangriff auf die staatliche Arbeitsmarktbehörde AMS. Im Kreuzfeuer der Kritik steht Amtschef Bosse Bylund.

„Bosse Bylund liefert jede Woche Zahlen, die die Regierung unterstützen. Und die ganze Zeit behauptet er: oh, die Arbeitslosigkeit sinkt, die Arbeitslosigkeit sinkt. Das sagt er wie ein Mantra.“ Maud Olofsson, die Vorsitzende der Zentrumspartei, legte bei einer Wahlveranstaltung der bürgerlichen Allianz im westschwedischen Uddevalla  ordentlich los und griff den Chef der Arbeitsmarktbehörde AMS selbst massiv an. Hauptpunkt ihrer Kritik: Die Behörde – zuständig für die Vermittlung von Arbeitslosen und deren Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt – beschönige die Arbeitslosenstatistik und da vor allem die Zahlen über die Jugendarbeitslosigkeit.

Problem Jugendarbeitslosigkeit

Laut AMS sind momentan knapp 50.000 Menschen zwischen 18 und 24 ohne Arbeit. Falsch – sagt Maud Olofsson – es sind viel mehr: „AMS weigert sich einfach, dieselben statistischen Methoden anzuwenden wie der Rest der EU. Und da erhält man dann so niedrige Zahlen für die Jugendarbeitslosigkeit. In Wirklichkeit sind nach jüngsten Angaben allerdings 198.000 Jugendliche arbeitslos.“ Die unterschiedlichen Zahlen erklären sich folgendermassen: in den meisten Ländern rechnet man arbeitssuchende Studenten zu den Arbeitslosen. Nicht so aber in Schweden. Ein Student, der während des Studiums Arbeit sucht, gilt hierzulande nicht als arbeitslos. Die Bürgerlichen sehen in dieser Zählweise einen billigen Trick. Die Arbeitsmarktbehörde spiele der Regierung in die Hände, helfe ihr, das Problem Jugendarbeitslosigkeit zu vertuschen. Fredrik Reinfeldt, Chef der grössten Oppositionspartei, Moderaterna: „Ich war schon sehr kritisch, als Bo Bylund zum Behördenchef ernannt wurde. Ich betrachte ihn als Wahlhelfer der Sozialdemokraten.“

Amtschef als Wahlhelfer? 

Bylund gilt als Mann mit engen Verbindung zu den Sozialdemokraten, war einst Staatsekretär in einer sozialdemokratischen Regierung und ist mit der sozialdemokratischen Sozialministerin Berit Andnor verheiratet. Doch von Regierungsseite reagiert man ungewöhnlich deutlich auf die Angriffe gegen die Behörde und ihren Boss. Arbeitsminister Hans Karlsson. Das ist unverschämt, das ist falsch und das sprengt die Grenzen jeglichen Anstandes. Die Zahlen sind vergleichbar und wir benutzen exakt dieselben Methoden wie sie die Bürgerlichen verwandt haben, als sie selbst an der Regierung waren. Wir haben nichts geändert und es ist unverschämt, andeuten zu wollen, dass die Arbeitsmarktbehörde und ihr Chef Bo Bylund manipulieren und als Wahlhelfer für die Sozialdemokraten agieren.“

Karin Häggmark

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