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Patentrezept Privatpflege?

Publicerat fredag 11 augusti 2006 kl 14.55

Das kränkelnde schwedische Gesundheitswesen ist ein heisses Thema im Wahlkampf. Die bürgerliche Opposition fordert unter anderem mehr private Alternativen zum öffentlichen Versorgungssystem. Doch wie bisherige Erfahrungen nahe legen, ist eine Privatisierung von Pflege- und Behandlungseinrichtungen kein allein selig machendes Rezept.

Insgesamt 1288 Mal haben Mitarbeiter der Alten- und Behindertenpflege im vergangenen Jahr Missstände in ihren eigenen Einrichtungen angezeigt. Das sind 15 Prozent Anzeigen mehr als 2004. Auf unakzeptable Zustände aufmerksam zu machen, dazu sind die Angestellten laut der so genannten „Lex Sarah“ verpflichtet, benannt nach der couragierten Krankenpflegerin Sarah Wägnert. Vor nunmehr neun Jahren stellte sie ihren Arbeitgeber öffentlich an den Pranger. Seither ist das Problembewusstsein zwar deutlich gestiegen. Doch scheint dies fast ausschliesslich für den öffentlichen Bereich zu gelten. Aus privaten Einrichtungen kamen im letzten Jahr so gut wie keine Fehlermeldungen. Christina Gustafsson von der Sozialverwaltung der Stadt Kalmar findet das bemerkenswert:

“Bei so vielen betroffenen Menschen, auf Seiten des Personals und der Patienten, passieren immer wieder Missgeschicke. Dies ist im kommunalen Bereich der Fall, wie man sieht – und gewiss auch im privaten. Man kann sich fragen, warum es dort so gut wie keine Anzeigen gibt.“

Im allerbesten Fall sei die Erklärung, dass die privaten Einrichtungen ganz einfach mehr Qualität lieferten und schlicht keine Fehler machten, sagt Christer Neleryd vom Zentralamt für Sozialwesen. „Möglich ist aber auch, dass die Mitarbeiter nicht wissen, dass sie verpflichtet sind, eventuelle Missstände anzuzeigen. Tun sie das nicht, dann verstossen sie gegen das Gesetz“, sagt Christer Neleryd.

Doch was wiegt schwerer – ein Gesetzesverstoss oder der Imageschaden für das eigene Unternehmen? Als die Krankenpflegerin Sarah Wägnert einst über unhaltbare Zustände in einer Pflegeeinrichtung in Stockholm, einer privaten wohlgemerkt, auspackte, war dies ein harter Schlag für die Branche und ihren mühsam aufgebauten Ruf von der tadellosen Pflege in privater Regie. Mit Kranken und Alten Geld zu verdienen, dies erscheint im sozialdemokratisch geprägten Schweden vielen noch immer suspekt. Bislang sind private Alternativen denn auch vor allem im Pflegebereich zu finden; die Privatisierung von Krankenhäusern dagegen hat die linke Parlamentsmehrheit bislang zumeist erfolgreich gestoppt. Im Falle eines bürgerlichen Wahlsiegs könnte die Privatisierungs-Welle wieder an Fahrt gewinnen.

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