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Integrationspolitik hat versagt

Publicerat torsdag 17 augusti 2006 kl 17.04
Masoud Kamali.

Die Integration in Schweden funktioniert nicht. Das ist – kurz gesagt – das Fazit einer umfassenden staatlichen Untersuchung. Zweieinhalb Jahre lang sind rund hundert Forscher im Auftrag der Regierung der Frage nachgegangen, wie es denn hierzulande mit der Integration von Ausländern bestellt ist. Heute präsentierten sie in Stockholm den Schlussbericht mit dem vielsagenden  Titel „Das Schwarzbuch der Integration“.

Das Urteil ist vernichtend und Masoud Kamali, Professor für Sozialarbeit an der Universität Uppsala und Regierungsbeauftragter für Integrationsfragen, scheut deutliche Worte nicht. „Schmeisst die gesamte Integrationspolitik in den Mülleimer und führt eine neue Politik der sozialen Gemeinschaft ein, die allen gleiche Chancen gibt“, empfiehlt er unumwunden.

Segregation statt Integration

Vereinfacht gesagt, argumentiert Kamali folgendermassen: schwedische Integrationspolitik behandelt Menschen anderer ethnischer Herkunft als besondere Gruppe, teilt die Gesellschaft in ein „Wir“ und „die Anderen“ ein  und macht so Ausländer erst zu Aussenseitern. Segregation anstelle von Integration also. Zudem diene Integrationspolitik den Parteien nur als Feigenblatt, um das Thema ethnische Diskriminierung in den anderen Politikbereichen zu ignorieren.Was aber ist zu tun? Der Regierungsbeauftragte macht insgesamt 27 Vorschläge – abstrakte, aber auch sehr konkrete. „Wir wollen die Integrationsbehörde schliessen und eine sogenannte Introduktionsbehörde schaffen. Sie soll die Kenntnisse, die mit den Einwanderern ins Land kommen, so schnell wie möglich nutzen. Schwedischkurse müssen an die jeweilige Berufserfahrung der Migranten angepasst werden. Und die Zusatzausbildungen für ausländische Akademiker sollen auch ein Praktikum einschliessen, damit sie rasch eine Arbeit finden“, meint Kamali.

Diskriminierung allgegenwärtig

Diskriminierung aufgrund von religiöser oder ethnischer Zugehörigkeit ist zwar in Schweden verboten, laut dem Bericht dennoch allgegenwärtig. Ausländer würden benachteiligt bei der Suche nach Arbeit, nach einer Wohnung, auch beim Versuch, mit dem Taxi zu fahren oder in einen Nachtklub zu kommen. Diskriminierung sei jedoch nicht nur ein Problem für die Diskriminierten, sondern auch für die, die diskriminieren. Die Situation werde explosiv. Wenn nichts getan wird, warnt Kamali, dann könne es auch in Schweden in zehn Jahren Krawalle wie kürzlich in Frankreich geben, dann könne die Gesellschaft auseinanderfallen. Umdenken auf ganzer Linie sei gefragt – bei jedem einzelnen, aber auch bei den Politikern. „Das Problem in Schweden ist einfach, dass hier die Parteipolitik über alles geht. Und dabei übersieht man den Ernst der Lage. Wir haben gesagt, die Politik ist ein Teil des Problems, weil sie Vorurteile und Machtstrukturen reproduziert. Aber Politik ist auch ein Teil der Lösung, denn ohne politische Beschlüsse passiert gar nichts.“

Karin Häggmark

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