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Entdeckung der Vasa vor 50 Jahren

Publicerat fredag 25 augusti 2006 kl 13.34
Die Vasa im gleichnamigen Museum in Stockholm

Vor 50 Jahren, am 25. August 1956 entdeckte der Wrackforscher Anders Franzén im Stockholmer Hafen die Ueberreste des 1628 gesunkenen Kriegsschiffes Vasa. Aus der Tiefe wurde ein einzigartiger Kunstschatz gezogen. Als einmalige Touristenattraktion prunkt nun das restaurierte und gut konservierte Prachtschiff in Stockholms Vasa-Museum.

Anders Franzén steht in seinem Boot vor der Insel Beckholmen und lässt sein selbstgebasteltes Spezial-Lot ins trübe Wasser des Stockholmer Hafens plumpsen. Als er es wieder heraufzieht, traut er seinen Augen kaum: Ein Stück schwarze Eiche steckt im Locheisen. Kann es sein, dass dies ein Stück aus dem Deck des berühmt-berüchtigtenn Kriegsschiffes Vasa ist, das 1628 auf der Jungfernfahrt im Stockholmer Hafen gesunken ist?

Fünf Jahre Suche

Fünf Jahre lang hatte der Meeresarchäologie nun schon nach dem Wrack gesucht. Niemand wusste exakt, wo es lag. Die Archive waren ungenau. Doch eins wusste Franzén, dass es in der Ostsee keine Schiffswürmer gab, die das Holz zerfressen. Versunkene Schiffe konnten hier also über hunderte, ja sogar tausende Jahre erhalten bleiben.

”Etwas Grosses!”

Noch am selben Nachmittag ging der Taucher Edvin Fälting in die Tiefe und meldete Franzén über sein kratzendes Funksprechgerät: „Ich kann nichts sehen, weil es stockfinster ist, aber ich spüre etwas Grosses. Eine Schiffsseite. Da ist eine Kanonenpforte, dort noch eine. Das muss die Vasa sein.” Anders Franzéns Traum war in Erfüllung gegangen. Er hatte an diesem 25. August 1956 die Vasa gefunden!

Das schönste aller Regalschiffe

Rückblende: Es war einmal ein König in Schweden der hiess Gustav Adolf der II. von Wasa. Um seinen habsburger Katholiken-Feinden Furcht einzujagen und sein Volk zu beeindrucken, liess er ein Kriegsschiff erbauen. Es sollte das Schönste von allen Regalschiffen werden - ausgestattet mit 64 Kanonen, verziert mit 700 farbenfrohen und vergoldeten Skulpturen und Schnitzereien. Nach drei Jahren Bauzeit war es dann endlich soweit: Am 10. August 1628 wurde das Schiff zu Wasser gelassen.

Ein besonderer Tag

In der leichten südwestlichen Brise buchteten sich Vormarssegel, Fock und Grossmarssegel, die Möwen kreischten und die königlichen Kanonen schossen Salut. Im Hafen von Stockholm scharrten sich an diesem Sonntag die neugierige Bevölkerung und ausländische Gesandte, um das grosse Ereignis mitzuerleben: die Vasa, Schwedens teuerstes und prächtigstes Kriegsschiff trat seine Jungfernfahrt an. An Bord befanden sich etwa 100 Mann Besatzung sowie Frauen und Kinder. Es sollte ein ganz besonderer Tag werden für Schweden.

Die Katastrophe folge schnell

Doch dann kam die Katastrophe: Die Vasa wurde von einer Windbö getroffen, kenterte und Wasser drang in die Kanonenpforten ein. Sie ging nach kaum einer Seemeile unter. Mit ihr ertranken ungefähr 50 Menschen. Die Zuschauer waren starr vor Entsetzen. Wie hatte dieses Unglück geschehen können?

”Vasa zu kopflastig”

Heute wissen die Experten woran es lag, dass die Vasa ihre Jungfernfahrt nicht überstand, geschweige denn ihre Feinde in die Flucht schlagen konnte. Hierzu Nicola Comes vom Vasa-Museum: „Zum einen war die Vasa bei der Jungfernfahrt kopflastig. Der Teil oberhalb der Wasseroberfläche mit den ganzen Kanonen, der Takelage und allem war einfach zu schwer. Es gab nicht genug Ballast unten im Schiff - nur 120 Tonnen Steine, man hätte das Doppelte gebraucht. Die untere Reihe der Kanonenpforten war auf, das war nicht üblich bei zweistöckigen Batteriedecks. So konnte das Wasser reinströmen. Ausserdem wurde das Schiff zu schmal und zu hoch gebaut. Hätte man es breiter gebaut, wäre es sehr viel stabiler gewesen.”

333 Jahre auf dem Meeresgrund

Da lag sie nun, die Stolze ganz traurig 333 Jahre lang am Meeresgrund von Stockholms Hafen bis sie schliesslich 1961 an die Wasseroberfläche geholt werden konnte. Franzén und Fältning hatten ihre ganze Energie und Ueberredungskunst in das Projekt „Rettung der Vasa” gesteckt. Das Bergungsunternehmen Neptunbolaget hatte zugesagt, die Bergung kostenlos durchzuführen, die Marine stellte Taucher und Ausrüstung zur Verfügung.

Wasserspiegel endlich wieder durchbrochen

Es war ein Pionierunternehmen, denn noch nie zuvor war ein so grosses und altes Schiff gerettet worde. Doch sie hatten Erfolg. Am 24. April 1961 durchbrach die Vasa nach aufregenden Bergungsarbeiten den Wasserspiegel. Das Schiff war so gut bewahrt, dass es sich aus eigener Kraft über Wasser hielt. Die ganze Welt verfolgte das einzigartige Schauspiel. Die Pioniere betraten als erste die Vasa: der Entdecker Anders Franzén und Chef-Taucher Edvin Fältning. In einem Interview bringt Franzén seine Erleichterung darüber zum Ausdruck, dass bei der Bergung alles nach Plan lief:

„Nachdem wir 1956 das Schiff entdeckt hatten, sassen Fälting und ich nächtelang zusammen und schmiedeten Pläne, wie die Vasa geborgen werden könnte. Dass es nun wirklich mit den Hebeseilen geklappt hat und die Vasa dann von selbst auftrieb, ohne auseinanderzubrechen, i st einfach grossartig. Fünf Jahre harte Arbeit wurden heute gekrönt.”

Nahezu unberührte Vergangenheit

Ein Stück unberührter Vergangenheit war ans Tageslicht gekommen. Die Kisten der Seeleute waren noch immer mit Proviant, Kleidern und persönlicher Habe gefüllt. Die Taucher fanden das Tafelservice der Offiziere, ein Backgammonspiel, die medizinische Ausrüstung und Nahrungsmittel. Als Edvin Fältning, der Chef der Taucherbrigade allerdings die 333 Jahre alte Butter probierte, holte er sich eine Entzündung am Mund.

Skandinaviens meistbesuchtes Museum

Es folgten 17 Jahre Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten. Das grösste Puzzle der Welt musste zusammengesetzt werden. 13.500 Einzelteile, 700 Figuren und Ornamente und es gab keine detaillierten Zeichnungen. Das scheinbar Unmögliche gelang. Das königliche Kriegsschiff Vasa entspricht nach der Restaurierung zu 95 Prozent dem Originalzustand und hat seit 1990 ein würdiges Zuhause: Das eigens für das Prunkschiff errichtet Vasa-Museum mit Blick auf Stockholms Hafen ist das meistbesuchteste Museum Skandinaviens.

Historisches Loch entdeckt

Pünktlich zum 50jährigen Entdeckungsjubiläum hat das Museum noch eine kleine Attraktion zu bieten. Hierzu Nicola Comes vom Vasa-Museum: ”Anders Franzén hat 1956 die Vasa wiedergefunden, indem er mit seinem Lot eine kleine Probe vom Meeresboden entnommen hatte. Daran hing ein Stück schwarze Eiche. Man meint nun in der Vasa das Loch gefunden zu haben, aus der das Eichenteil stammt.”

Ein winziges Loch in der Gräting des Schiffsdecks - welch ein Jubiläumsgeschenk!

Daniela Kasischke

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