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Derby abgebrochen

Publicerat tisdag 29 augusti 2006 kl 09.49
Die Polizei musste eingreifen

Fehlgerichtete Energien von Fussball-Fans haben für die Vereine mal wieder zu ernsten Konsequenzen geführt. Gestern Abend (Montagabend) ist das Spiel zwischen den Stockholmer Vereinen Hammarby IF und Djurgarden in der 60. Minute von der Polizei abgebrochen worden. Der Fall dürfte als einer der grossen Skandale des schwedischen Fussballs in die Geschichte eingehen.

Tom Åhlund Hammarbys zweiter Trainer war rasend: „Ich bin so wütend! Wir wollen Fussball spielen, auch wenn unsere Chancen schlecht sind! Dass diese Leute überhaupt hier reinkommen und uns das Spiel so ruinieren können! Und so was nennt sich nun Fan!“

Während des Erstliga-Spiels war die Stimmung im Stockholmer Söderstadion bedrohlich. Die Fans der beiden Stockholmer Vereine Hammarby und Djurgården sind seit Generationen verfeindet. In und vor den Stadien kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen bei denen nicht selten auch Blut fliesst.  Aber das Söderstadion in Stockholm gilt als eine verhältnismässig sichere Arena, und so waren es diesmal keine Zusammenstösse zwischen den Anhängern, die zum Abbruch des Spiels führten. 

„Bengalo“-Regen
Schon in der ersten Halbzeit unterbrach der Schiedsrichter das Spiel weil das Publikum dem Linienrichter Gegenstände an den Kopf geworfen hatte. Nach ein paar Minuten durften die Mannschaften weiter spielen. Aber offenbar mussten die Fans des unterliegenden Clubs, Hammarby IF ihrer Enttäuschung Luft machen.

Zu Begin der anderen Halbzeit stürmten Hammarby-Supporter das Feld während es gleichzeitig Bengalische Feuer aus dem Publikum hagelte. Diese Fackeln sind nicht ungefährlich, ihre Flammen erzeugen Temperaturen bis zu 2.500°C. Sie können selbst dann Verbrennungen hervorrufen, wenn ein direkter Kontakt mit dem Feuer gar nicht zu Stande kommt. Und löschen kann man die sogenannten „Bengalos“ während des Abbrennens auch nicht.

Polizei bricht Begegnung ab
Der Schiedsrichter pfiff das Spiel wieder ab und nach etwa einer halben Stunde teilte die Polizei mit, dass die Begegnung abgebrochen sei.

Es war bei weitem nicht das erste Mal, dass sogenannte Fans den Aktiven das Spiel verderben. Juni 2005: Tribünenschlägerei zwischen Supportern der Vereine GAIS und AIK. Oktober 2004: In der Stockholmer Råsundaarena stürmen Anhänger des Stockholmer Vereins AIK beim Spiel gegen Hammarby. Juli 2002: Riesenrandale in einem Stockholmer Park vor dem Spiel zwischen AIK und IFK Göteborg, mindestens 50 Beteiligte. April 2002: Ein AIK-Supporter wird von Djurgårds-Fans bewusstlos geprügelt. Von Tätlichkeiten und Drohungen gegen Schieds- und Linienrichter mal ganz zu schweigen…

Nicht die Schlimmsten
Trotz dieser Vorgeschichte sprechen Experten bei den Geschehnissen vom Montag von einem der „grössten Skandale in der schwedischen Fussballgeschichte“. Der Geschäftsführer von Hammarby IF ist ebenso entsetzt wie Spieler und Schiedsrichter. „Ich bin bestürzt“, sagt Henrik Apelkvist, „und ziemlich resigniert. „Wir sperren ständig Rowdies unter den Zuschauern. Die, die dieses Spiel sehen durften, sind unserer Ansicht nach gar nicht mal die Schlimmsten. Aber an dem Bild hat sich jetzt natürlich einiges geändert.“

Offiziell endete die Begegnung mit 3:0 für Djurgården, aber beide Vereine müssen mit einem rechtliches Nachspiel rechnen. Für Hammarby kann es sich dabei um ein Strafgeld von höchstens 25 000 Euro handeln.  Ein Abzug von sechs Punkten und mehrere Spiel vor leeren Tribünen sind auch nicht ausgeschlossen. Über das Strafmass wird der Schwedische Fussballverband in den nächsten Tagen entscheiden.

Sybille Neveling

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