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Schmutzige Wahl: Fortsetzung folgt

Publicerat måndag 4 september 2006 kl 13.12

Wahlkampf in Schweden galt lange als relativ saubere Angelegenheit. Selbstzufrieden schüttelte man hier den Kopf, wenn wieder einmal von politischen Schlammschlachten in anderen Ländern zu hören war. Doch vor den Wahlen am 17. September ist das anders. Längst hat auch Schweden seine Skandale – der jüngste, nämlich umfassende Spitzelei gegen die regierenden Sozialdemokraten, wurde jetzt aufgedeckt.

Am Sonntagabend platzte die Bombe: Im immer heisser werdenden Streit zwischen den Parteien gibt es einen neuen Fall von Spionage. Die Schuldigen diesmal: die Liberalen, die Geschädigten: die Sozialdemokraten. Im Hauptquartier der Regierungspartei hatte man seit längerem eine ominöse Adresse als potenziellen Spitzel im Blick. Nun hat sich herausgestellt: Der illegale Eindringling, der sich Einblick in geheime Informationen zur Wahlkampfstrategie verschaffte, operierte tatsächlich aus der liberalen Parteizentrale. Ein 24-jähriger Angestellter des Jugendverbandes hat inzwischen gestanden und ist auf der Stelle entlassen worden. Parteichef Lars Leijonborg weist das Geschehene weit von sich.

”Ich bedaure das sehr und habe auch schon versucht, Kontakt mit Ministerpräsident Göran Persson aufzunehmen. um bei ihm  persönlich um Entschuldigung zu bitten. Was passiert ist, ist vollständig unakzeptabel“, sagt Lars Leijonborg.

Spricht hier der Wolf im Schafspelz? Tommy Ohlström, Kassierer bei den Sozialdemokraten, mag jedenfalls nicht ausschliessen, dass die Liberalen und die verbündeten bürgerlichen Parteien Nutzen aus dem internen Material gezogen haben.

“Die Art und Weise, wie man solche Informationen eventuell ausnutzt, kann grosse politische Konsequenzen haben“, meint Tommy Ohlström. Dabei denkt er zum Beispiel an die interne sozialdemokratische Argumentation gegen bürgerliche Wahlversprechen. Wer weiss, vielleicht hat man im bürgerlichen Lager aufgrund des illegal erworbenen Bonus-Wissens die eigenen Argumente noch besser schleifen können?

Diese Frage verbleibt vorerst im Dunkeln. Fest steht schon jetzt: der diesjährige schwedische Wahlkampf sucht seinesgleichen, was Spitzeleien und Verleumdung angeht. Und die „Bösen“ sassen auf beiden Seiten – im Regierungslager wie auch in der Opposition. Beispiel eins: die Schlammschlacht gegen den Chef der Konservativen, Fredrik Reinfeldt. Ihm und seiner Familie wurde alles Mögliche und Unmögliche vorgeworfen. Absender: ein Sozialdemokrat. Beispiel zwei: getarnt als harmloser Job-Bewerber versuchte ein Christdemokrat das sozialdemokratische Hauptquartier zu infiltrieren. Nun also Beispiel drei. Die jeweils Schuldigen sind entlassen, die Parteichefs wussten von nichts und sind empört. So weit, so gut. Die Schweden werden sich wohl daran gewöhnen müssen, dass derlei Unerfreulichkeiten auch hier zu Lande Teil des Wahlkampfes sind.

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