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Trotz Reaktorpanne Mehrheit für Atomkraft

Publicerat tisdag 5 september 2006 kl 10.38

Im Juli gab es im Kernkraftwerk Forsmark den schwersten Störfall, seit Schweden Atomkraft zur Stromgewinnung nutzt. Trotzdem hat eine gerade veröffentlichte Meinungsumfrage ergeben, dass 53 Prozent der Schweden an der Kernkraft festhalten wollen. Klaus Heilbronner:

Schlichte Schlamperei war es, die am 25. Juli den bisher ernstesten Zwischenfall in einem schwedischen Atomkraftwerk auslöste. Bei unsachgemässen Wartungsarbeiten ausserhalb des Reaktorgeländes in Forsmark gab es einen Kurzschluss mit totalem Stromausfall. Zwei der für solche Fälle bereit stehenden Notstrom-Aggregate sprangen nicht an, weil die batteriegetriebenen Starteinheiten versagten. Wären alle vier Generatoren ausgefallen, hätte der betroffene Reaktor nicht mehr gekühlt werden können – eine Katastrophe hätte gedroht.

Die Kernkraft-Aufsichtsbehörde liess daraufhin weitere drei Reaktoren gleicher Bauart stilllegen und verfügte den Umbau der fehlerhaften Versorgungseinheiten. Zur Zeit sind also vier der zehn Atomreaktoren des Landes wegen gravierender Mängel ausser Betrieb. Alles halb so schlimm, scheinen die Schweden zu denken. Mehr als die Hälfte will auch weiterhin Atomstrom, wie die jüngste Umfrage ergab. Ein Drittel der Befürworter wünscht sich darüber hinaus den Bau neuer Kernkraftwerke.

Lennart Daléus, Generalsekretär der nordischen Sektion von Greepeace, findet das erstaunlich:

„Vier Reaktoren stehen jetzt still, weil sie unsicher und gefährlich sind, und das macht sich in der öffentlichen Diskussion und bei Umfragen nicht bemerkbar. Offensichtlich ist in Forsmark etwas ernsthaft schiefgegangen, aber weil es keine schwerwiegenden Folgen gab, wertet man das als Beweis dafür, dass schwedische Kernkraft sicher ist. Das finde ich merkwürdig.“

Auch Lennart Sjöberg, Chef des schwedischen Zentrums für Risikoforschung, zeigt sich von dem Umfrage-Ergebnis überrascht, zumal Schweden 1980 in einer Volksabstimmung grundsätzlich den Ausstieg aus der Kernkraft beschlossen hatte:

„Aber das entspricht an und für sich einem Trend zu einer immer positiveren Einstellung zur Kernkraft. Denn 40 Prozent des schwedischen Stroms werden mit Kernkraft produziert, und wir können nicht ohne diesen Strom auskommen, das ist offensichtlich.“

Daléus und Sjöberg räumen ein, dass auch wirtschaftliche Erwägungen der Konsumenten eine Rolle spielen. Der Politologe Evert Vedung bringt es auf den Punkt:

„Das schwedische Volk glaubt zu wissen, dass der Strompreis bei einer raschen Abwicklung der Kernkraft weiter steigen würde, und man hat keine Lust, diesen Preis zu bezahlen.“

Was aber, wenn es doch einmal zu einem Störfall grösseren Ausmasses kommen sollte?  Den Preis dafür möchte sicher niemand zahlen.

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