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TV-Romantik lockt deutsche Touristen

Publicerat onsdag 13 september 2006 kl 11.26

Von den Nationen ausserhalb Skandinaviens sind es die Deutschen, die bevorzugt Urlaub in Schweden machen. Um noch mehr deutsche Touristen ins Land zu locken hat sich der schwedische Tourismusverband eine clevere Werbestrategie überlegt. Er nutzt die Popularität der sonntäglichen TV-Reihe frei nach den in Schweden angesiedelten Liebesgeschichten der Autorin Inga Lindström alias Christiane Sadlo. Birgit Ulrich über werbewirksame TV-Romantik.

Schöne Menschen, die vor roten Holzhäusern mit weissen Fensterrahmen posieren und in die Kamera lächeln. Um sie herum die unverwechselbare schwedische Naturlandschaft aus Wiese, Wald und See - über ihnen die immer strahlende schwedische Sommersonne….So sieht Inga Lindsströms Version von Schweden aus.  Sonntags präsentiert das ZDF in guter Rosa-Munde-Pilcher-Tradition einen der Schmachtfetzen zur besten Sendezeit. Ein Fernsehereignis, das Millionen fasziniert.

Denn sieben bis acht Millionen deutsche Zuschauer - also fast so viele Menschen, wie Schweden Einwohner zählt - sitzen gebannt vor ihren Fernsehgeräten und drücken die ein oder andere sentimentale Träne ins Taschentuch. Der Erfolg der romantischen Rührstücke ist das einfache Prinzip an sich. Das meint der in Hamburg wirkende schwedische Generalkonsul Bo Eruthén: „Hat man eine Folge gesehen, kennst Du sie alle. Herzschmerz, schöne Menschen, die wunderbare Natur sind ständig wiederkehrende Themen und das macht sie so beliebt“.

Traumhafte Einschaltquoten

Längst befriedigt der Herzschmerz per Fernbedienung nicht nur das von romantischer Sehnsucht geplagte Zuschauergemüt. Die zweite deutsche Fernsehanstalt freut sich über traumhafte Einschaltquoten und die schwedische Tourismusbranche reibt sich die Hände. Denn für diese ist die Serie „Inga Lindström” schlicht ein gut funktionierendes Werbekonzept. Bo Söderström, Pressesprecher des Tourismusverbands „Visit Sweden” denkt vor allem Zielgruppenorientiert:  „Bei unserer Arbeit konzentrieren wir uns auf unsere Zielgruppen, was sie haben wollen und und darauf, wie wir sie erreichen können. Und gerade die Gruppe der Whops: der welthy healthy older people, also der wohlhabenden gesunden älteren Menschen, die vor allem in Deutschland stark repräsentiert sind, fühlen sich von einem solchen Schwedenbild angesprochen. Und daher versuchen wir Projekte zu finden, die uns helfen mit dieser Zielgruppe in Kontakt zu kommen, um sie für Schweden als Reisziel zu interessieren.” 

Und damit die Filme auch die anvisierte Reisegruppe der älteren Gutverdiener und wohl situierten Rentner erreicht, fungiert „Visit Sweden” als kulissenkundige Unterstützung beim Dreh. Das Unternehmen sucht nach malerischen Hintergründen, um Lindströms Figuren richtig in Szene zu setzen. Schliesslich geht es darum, dem deutschen Traum von Schweden gerecht zu werden.

Malerische Landschaft spielt Hauptrolle 

Wie aus einem Reisekatalog abgepaust spielen schwedische Landstriche um den Mälaren die heimliche Hauptrolle. Ob ein Herrenhaus in den Schären oder eine Pferdekoppel in Sörmland - die Schauspieler sind nur die Statisten, die den Landschaften gefühlsschweres Leben einhauchen.

Eine Investition in die Zukunft des Schweden-Tourismus verlangt jedoch auch handfesten finanziellen Einsatz. Söderström setzt dabei ganz auf die kulinarischen Reize des Landes: „ Es gibt ein anderes Fernsehprogramm, das wir auch finanziell bezuschusst und konzeptioniert haben. Das ist eine Kochsendung, in der die schwedische Fernsehköchin Tina Nordström schwedische Gerichte zubereitet.”

Das Fernsehkonzept hat in Deutschland gut funktioniert und soll nun also auch in China seine Wirkung tun. Immerhin zeigen die Touristen aus dem asiatischen Land grosses Interesse für das Reiseziel in Nordeuropa. Allein im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der chinesischen Touristen auf 7000 verdoppelt. Zahlen, die den Tourismusunternehmern Geschmack auf das grosse Geschäft gemacht haben. Jetzt muss die kochende Schwedin nur noch ihr Soll erfüllen und auch den Chinesen Appetit auf Schwedische Lebensart machen.

Birgit Ulrich

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