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Scania nimmt MAN-Abgebot gelassen

Publicerat torsdag 14 september 2006 kl 15.03
Bald in deutscher Hand?

Der deutsche Nutzfahrzeughersteller MAN will seinen schwedischen Konkurrenten Scania übernehmen. Auch wenn das Thema derzeit die Wirtschaftsseiten schwedischer Zeitungen dominiert, so nimmt man bei Scania das Übernahmeangebot des deutschen Konkurrenten weitgehend gelassen auf. Nicht zuletzt deswegen, weil das Angebot nicht allzu überraschend kam. Fachleute meinen, von einer Fusion zwischen MAN und Scania können sowohl die Deutschen als auch die Schweden profitieren.

Das schwedische Traditionsunternehmen Scania mit Sitz in Södertälje hat es nahezu ohne ausländische Beteiligung geschafft, sich zu einem internationalen Schwergewicht in der Herstellung von Nutzfahrzeugen zu mausern. In der weltweiten Branchenrangliste liegt das Unternehmen derzeit auf Platz fünf. Heute ist Scania mit Södertälje verknüpft wie etwa VW mit Wolfsburg oder Opel mit Rüsselsheim. Entsprechend skeptisch bewerten die Einwohner der Industriestadt im Süden Stockholms das Übernahmeangebot von MAN. Göte Lemon hat sein ganzes Leben in Södertälje gelebt:

„Es ist bedauerlich, dass ein so feines Unternehmen wie Scania ins Ausland verkauft wird. Es sollte lieber in Schweden bleiben.“

Nichts Bedrohliches 

30.000 Mitarbeiter hat Scania zurzeit. Viele davon sehen der Entwicklung relativ gelassen zu. Scania-Angestellter Mika Sinkkonen sieht in der Offerte aus Deutschland einstweilen nichts Bedrohliches:

„Solche Angebote gab es doch schon früher. Wir werden sehen, was passiert.“

Gemischte Reaktionen 

Durchaus gemischt reagieren Beteiligte und Unbeteiligte also auf die wohl bevorstehende Übernahme Scanias durch MAN. Medienberichten zufolge geht dieser Riss gleichsam durch den Scania-Aufsichtsrat. Einige Mitglieder meinen, Scania hätte umgekehrt ebenso gut MAN übernehmen können. Doch nicht zuletzt die Tatsache, dass der ehemalige Scania-Vizechef, der Schwede Håkan Samuelsson, heute die Geschicke bei MAN leitet, könnte für eine nahezu gleichberechtigte Fusion beider Unternehmen sprechen. Der Wirtschaftsexperte Christer Karlsson von der Handelshochschule Kopenhagen wiederum hat ganz praktische Gründe für den Zusammenschluss ausgemacht:

„Es gibt eine Reihe von guten Gründen. Vor allem aber spielt die Produktionstechnik eine Rolle. Im Zuge immer höherer Anforderungen seitens der EU müssen zum Beispiel neue Motoren entwickelt werden. Das kostet enorm viel Geld. Und zusammen kann man da viel sparen.“

Schlechte Erinnerungen 

Gleichwohl werden in der schwedischen Öffentlichkeit Befürchtungen erhoben, der Produktionsstandort Södertälje würde durch eine Übernahme ins Hintertreffen geraten – und damit in der Verlängerung die schwedische Wirtschaft. Ganz frisch ist hierzulande noch die Erinnerung an den Wettstreit zwischen den General-Motors-Töchtern Opel und Saab vor anderthalb Jahren. Damals hatte das Saab-Werk in Trollhättan das Nachsehen. Was aus dem Standort in ein paar Jahren wird, weiss niemand. Doch bei Scania und MAN sei der Fall anders, argumentiert Volkswirt Karlsson. Immerhin sei Scania etwas mehr wert als sein deutscher Konkurrent:

„Für Schweden wird das keine negativen Folgen haben; eher im Gegenteil. Scania ist führend in puncto Forschung und Entwicklung. Da werden hier womöglich bald noch Kapazitäten aufgestockt. Abgesehen davon ist es heutzutage einfacher, sich als grosses Unternehmen auf dem Weltmarkt zu behaupten.“

Nach einem Zusammenschluss hätte das deutsch-schwedische Unternehmen weltweit 90.000 Mitarbeiter. Gut möglich, dass solcherlei Sachargumente die schwedischen Bedenken schon bald ausschalten.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

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