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„Billiges Essen - ein teures Geschäft”

Publicerat fredag 13 oktober 2006 kl 15.35

Mit zum Teil aggressiven Werbekampagnen buhlen Schwedens Supermärkte um die Gunst der Kunden. Dabei scheint die Regel zu gelten: Wer am billigsten ist, gewinnt. Doch wieso kann der eine Supermarkt billigere Produkte anbieten als der andere? Geht das nicht automatisch zu Lasten der Qualität? Ja und nein, lautet die Antwort des schwedischen Gewerkschaftsjournalisten Gunnar Brulin. Er hat gerade das Buch „Billiges Essen – ein teures Geschäft“ herausgegeben.

„Nahrungsmittel sind nicht schlecht, nur weil sie billig sind. Aber es gibt da noch einen anderen Aspekt: die Produktionsqualität. Wenn ein Produkt unter schlechten Bedingungen hergestellt wird, dann ist es ein schlechtes Produkt.

 Das betrifft zum Beispiel die Arbeitsbedingungen oder die mögliche Umweltbelastung bei der Herstellung.“

Schier unbegrenztes Sortiment 
Gunnar Brulin hat für sein aktuelles Buch das Kaufverhalten schwedischer Konsumenten unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse lassen sich jedoch auf sämtliche Konsumentengruppen in den westlichen Industrieländern übertragen. So will nahezu jeder Kunde beim Lebensmittelkauf ein Schnäppchen machen. Angesichts der scheinbar unbegrenzten Warenauswahl scheint das gleichsam möglich.

 Doch Gunnar Brulin findet, allein der Preis dürfe nicht über das Kaufverhalten entscheiden. Schließlich hätten die Kunden auch eine marktsteuernde Funktion: „An uns Verbraucher werden hohe Anforderungen gestellt. Wir können die Supermärkte dazu bringen, ihre Produkte transparenter zu machen. Das Billigste muss nicht immer in Griffhöhe stehen, sondern der Kunde will vielleicht auch mal andere Produkte ausprobieren.“

Mehr offener Wettbewerb 
Warenvielfalt sei nicht immer gleichbedeutend mit qualitativer Vielfalt, warnt Brulin. Oftmals enthielten die billigeren hauseigenen Produkte die gleichen Inhaltsstoffe wie die teureren Markenprodukte. Der Unterschied sei in der Regel, dass das billigere Produkt unter schlechteren Arbeits- bzw. Umweltbedingungen hergestellt wurde als das teurere. Gleichzeitig erliege der Kunde der Illusion, er habe die Wahl zwischen zahlreichen, vollkommen unterschiedlichen Produkten.

Die Einzelhandelsketten fordert Brulin deshalb auf, auch auf diesem Gebiet für mehr offenen Wettbewerb zu sorgen – indem der Markt-Aspekt der Supermärkte wieder mehr betont wird: „Es sollte in gewisser Weise so sein wie früher. Die Lieferanten sollten ihre Waren selbst anbieten. Das würde mehr Wettbewerb ermöglichen, über den wir als Kunden entscheiden. Die Macht läge wieder in der Hand der Verbraucher.“

Politische Druckmittel 
Allerdings liegt nicht alles in der Hand der Verbraucher. Gegen die zum Teil ausbeuterischen Bedingungen für Arbeiter in der Nahrungsmittelindustrie in ärmeren Ländern ist der Markt mitunter machtlos.

Da muss dann die Politik nachhelfen. Veronica Ryd koordiniert beim schwedischen Gewerkschaftsdachverband LO entsprechende Projekte in Südamerika: „Wir sind als Gewerkschaft weltweit tätig und kämpfen für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Lebensmittelindustrie. Bei einem unserer mehrjährigen Projekte in Brasilien ging es uns vor allem um die Arbeitsbedingungen der Frauen in den Fabriken. Denn meistens sind es Frauen, die zum Beispiel in Hühnerfabriken arbeiten.“

Arbeitsrecht wird umgangen 
Ein Projekt, das Früchte trägt. Seitdem sich die schwedische Gewerkschaft des Schicksals der brasilianischen Arbeiter annahm, sind mehr als 500.000 Anzeigen gegen die Fabrikbetreiber eingegangen – wegen untragbarer Arbeitsumstände. Doch man muss nicht bis nach Südamerika gehen, um dem Zusammenhang von billigen Nahrungsmitteln und Ausbeutung auf die Spur zu kommen. Auch in Europa gibt es zahlreiche Beispiele dafür, wie Grosskonzerne gezielt das Arbeitsrecht umgehen, um ihre Preise niedrig zu halten.

Alexander Schmidt-Hirschfelder

13.10.2006

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