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Polizeipräsenz mit mobiler Polizeiwache

Publicerat fredag 29 september 2006 kl 13.52
Mobile Einsatzstation der Polizei

Der schwedischen Polizei wird vorgeworfen, sie fahre zu oft in Einsatzwagen herum, anstatt Bürgernähe zu pflegen und zu Fuss zu patrouillieren. Ein Stockholmer Versuch mit mobilen Polizeistationen an besonders belebten Plätzen scheint gute Ergebnisse zu erzielen.

In den vergangenen Jahren ist die Zahl Anzeigen wegen Überfall und Körperverletzung in Stockholm angestiegen. Experten wissen: im Sommer geschieht ein Grossteil dieser Gewaltverbrechen im Freien. Das gilt besonders für heisse Sommer. In einem Projekt bemüht sich die Stockholmer Polizei, diesen Trend zu brechen.

Das alarmierende Resultat einer Analyse wurde zum Beginn des Projektes, berichtet der Pressechef der Polizei Kjell Lindgren: „Wir konnten zwei Plätze in der Stockholmer Innenstadt ausmachen, an denen die Anzahl der Gewaltverbrechen so hoch war, dass wir umgehend eingreifen mussten: Stureplan und Medborgarplatsen. Dort wo die Stockholmer am Wochenende ausgehen.”

Die Lösung schien auf der Hand zu liegen fährt Lindgren fort: „Wir platzieren dort jeweils einen grossen, deutlich sichtbaren Polizeibus als festem Standpunkt und eine Anzahl von Polizisten in Reflexwesten. Jeder soll sehen: Wir sind vor Ort. Wir kommen nicht erst, wenn schon was passiert ist.” 

Mobile Polizeiwache im Stadtteil Söder
Am Medborgarplatsen sticht die mobile Polizeistation sofort ins Auge. Neben dem Park „Björns trädgård“ steht ein Sonnenschirm, der zur Überdachung der improvisierten Polizeiwache dient - einem Tisch mit vier Stühlen. Rechts davon befindet sich ein VW-Bus und links ein kleineres Polizeifahrzeug. Die Beamten sind freitags und samstags zwischen 8 Uhr abends und 4 Uhr morgens im Einsatz.

„Zwei Polizisten bleiben immer an der Station. Das ist eine Regel, die auch der Bevölkerung bekannt werden soll“, berichtet Polizeiinspektor Jan Forsman, der dieses Wochenende auf der Polizeistation verantwortlich ist. „Die anderen vier Beamten patrouillieren zu Fuss in der Umgebung. Wir müssen immer deutlich zu sehen sein, und versuchen damit vorbeugend zu arbeiten.” 

Rundgang durch Bars
Trotzdem, so Forsman, kommt es immer wieder zu Rangeleien - vor allem zur Sperrstunde der vielen Bars. Daher arbeiten die Polizisten eng mit den jeweiligen Türstehern zusammen. Sie kontrollieren die Klubs und demonstrieren auf diese Weise den Gästen, dass sie jeder Zeit zur Stelle sein können. 

Robert ist Türsteher in der bekannten Bierhalle Kvarnen. Er findet, dass seine Arbeit leichter geworden ist, seitdem sich die Polizisten ständig in der Nähe aufhalten: „Es ist ruhiger geworden. Unserere Gäste sehen die Polizeistation hier gegenüber, und das hilft. Wenn die Polizei im Gastraum ihre Runde dreht, denken zwar viele Gäste gleich, dass etwas passiert ist. Aber dann erklären wir ihnen, dass das nur eine vorbeugende Massnahme zu ihrer Sicherheit ist. Und da sind sie zufrieden.”

Sicherer aber langweiliger
Jorje Enström ist einer der Nachtschwärmer am Medborgarplatsen. Ihm gefällt das Projekt der Polizei: „Gerade hier am Medborgarplatsen muss man für Sicherheit sorgen. Dabei denke ich nicht unbedingt an mich selbst, sondern vor allem an meine Kinder.”

Die 20-jährige Emma ist dagegen skeptisch. „Einerseits ist man durch die Anwesenheit der Polizei sicherer. Gerade hier nebenan in der Folkungagatan werden ja ständig Frauen vergewaltigt. Da wird die Polizei gebraucht. Andererseits fühle ich mich durch die Station auch sehr überwacht. Nicht dass ich was anstellen will. Aber die Überwachung stört mich schon. Ich habe leider ohnehin kein grosses Vertrauen in die Polizei.”

Die 29-jährige Anna Diaz hingegen fühlt sich durch die Anwesenheit der Polizei nicht nur sicherer, sie hätte gern mehr solcher Polizeistationen. „Die sollten überall dort sein, wo sich viele Menschen gleichzeitig befinden. Genau wie hier.”

Das Projekt mit den mobilen Polizeistationen begann im Maj und läuft bis Mitte Oktober. Danach wird der Versuch ausgewertet. Der Pressechef der Stockholmer Polizei Kjell Lindgren ist davon schon jetzt überzeugt: „Unser Ziel ist es, die Menge der Gewaltverbrechen in der Innenstadt um ein Zehntel zu reduzieren. Am Medborgarplatsen haben wir das schon fast erreicht. Hier konnten wir die Rate um mehr als 13 Prozent senken. Insgesamt haben wir es in den letzten Monaten geschafft, die Gewaltverbrechen in der Innenstadt um 7 bis 8 Prozent zu senken. Das ist ein sehr gutes Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die Anzahl der Gewaltverbrechen im ganzen Land steigt.”

Und so ist er überzeugt, dass es die mobilen Polizeistationen auch weiterhin geben wird, sollten die Zahlen so gut bleiben - und dann möglicherweise an mehr als zwei Orten.

Britta Christott

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