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Alfred Nobel

Publicerat tisdag 3 oktober 2006 kl 15.02
Alfred Nobel 1833-1896

Der unglückliche Alfred

Ingenieur, mittelgroß, braunes Haar, ovales Gesicht, gesunde Haut, blaue Augen“. Dies sind die Koordinaten von Alfred Nobel, wie sie im Jahre 1863 von der Stockholmer Passpolizei aufgezeichnet wurden. Zu diesem Zeitpunkt war Alfred Nobel 30 Jahre alt, gut ausgebildet, sprachgewandt und weitgereist. Ein Kosmopolit also, wie es ihn oder sie jetzt zu Beginn des 21. Jahrhunderts sehr viele gibt. Zu seiner Zeit aber war Alfred Nobel eine absolute Ausnahmeerscheinung – ein Generalist der Naturwissenschaften mit einzigartigem wirtschaftlichen Spürsinn – und dazu viel Glück im Unglück.

Im Frühjahr 1866 erfand Alfred Nobel in seinem Labor am mittelschwedischen Mälarsee das Dynamit. Dabei vermischte er das vom Italiener Ascanio Soberero entwickelte Sprengmittel Nitroglyzerin mit Silicium - zu einer schwer entflammbaren Masse.

Dynamit unterstützt Industrialisierung
Eisenbahnbau und Kriegsindustrie entdeckten bald Alfred Nobels revolutionäre Erfindung. Sie machten ihn zum „reichsten Vagabunden Europas“, ohne Pass und festen Wohnsitz, aber mit Villen in San Remo, in Paris, in Schottland – und zuletzt auch in Schweden, im mittelschwedischen Bofors. „Alfred Nobel war ein unglücklicher Mensch und er war sehr ängstlich. Die einzige Freude fand er in der Arbeit!“ Diese Charakterisierung des großen Erfinders durch Svante Lindqvist, den Direktor des Stockholmer Nobelmuseums, trifft den Nagel wohl auf den Kopf.

Alfred Nobel war ein Mensch ohne Wurzeln, ohne nahe Freunde und mit vielen Zweifeln. Bereits als siebzehnjähriger Student der Physik und Chemie wurde Alfred von seinem Vater aus St. Petersburg, wo die Familie damals wohnte, nach Amerika geschickt. Dort diskutierte er mit einem bekannten Industriellen die Verantwortung und die Zuständigkeiten des Erfinders: „Unsere Erfindungen können politisch genutzt werden“, erkannte Alfred Nobel schon damals. Tatsächlich wurden viele der 355 Erfindungen, die er bis zu seinem Tod im Jahre 1896 patentieren ließ, auch für Zwecke benutzt, die der Menschheit gar nicht zuträglich waren. Allen voran das Dynamit – als neue schreckliche Waffe im Konflikt zwischen Menschen.

Verzweifelter Einzelgänger
Doch Nobel hatte eine Vorstellung, die später auch die Erfinder der Atomwaffen vergeblich teilten: Dass die schrecklichsten Waffen die Menschen davon abhalten würden, sich gegenseitig zu bekämpfen. Alfred Nobel war nie verheiratet, hatte keine Kinder – und verlor viele seiner Angehörigen bei Unfällen in seinen Laboratorien. „Ich bin ein wertloser Zweifler, völlig vereinsamt und von Gedanken verfolgt, die schwerer sind, als sich irgendjemand vorstellen kann“, schreibt Alfred Nobel in einem Brief an seinen Bruder Ludwig im Jahre 1887.


Trotz Depressionen und anderen gesundheitlichen Schwächen schaffte Alfred Nobel den Aufbau eines wirtschaftlichen Weltimperiums, ganz alleine, ohne Sekretäre und moderne Kommunikationsmittel. Immer wieder musste er auch vor Gericht erscheinen, um seine Patente zu verteidigen, um Schadenersatzforderungen nach Betriebsunfällen zu verhindern. Alfred Nobel war ein erfolgreicher Geschäftsmann, am Ende seines Lebens besaß er 90 Fabriken in über 20 Ländern – und ein Vermögen von 1,5 Milliarden Kronen – eine für die damalige Zeit unglaublich hohe Summe. Dieses Geld legte er in einem Testament an, dass die Welt verändern sollte - so wie auch die Erfindung des Dynamits es getan hatte. Alfred Nobel starb am 10. Dezember 1996 in seiner Villa in San Remo – einsam.

Bruno Kaufmann

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